Hannover. Nach ihrem Auftritt bei Thomas Gottschalk kehrt die britische Band im Sommer für 4 Konzerte nach Deutschland zurück. Das kosten Karten.

Ihr Auftritt in Thomas Gottschalks letzter Ausgabe von „Wetten, dass..?“ in diesem November war für die britische Band Take That auch eine Zeitreise. Denn in der Show feierten die Briten 1996 ihren vorläufigen Abschied von ihren deutschen Fans und zehn Jahre später auch ihr Comeback.

Die frühere Boygroup performte in Gottschalks Abschiedsshow ihren Kulthit „Back for Good“, dessen Melodie und Textzeilen sich in das musikalische Gedächtnis der 90er eingebrannt haben. Ebenso wie der Schock, als die Teenie-Idole am 13. Februar 1996 ihre vorläufige Auflösung verkündeten und die „Bravo“ für traumatisierte Fans das „Dr. Sommer“-Tränentelefon einrichtete.

Was Tickets für die Open-Air-Show von Take That in Hannover kosten

Am Vortag ihres nunmehr dritten Gastspiels bei Gottschalk hatten die Briten am Freitag mit „This Life“ ein neues Album herausgebracht. Damit gehen sie 2024 auch in Deutschland auf Tour: Take That kommen im Sommer für vier Konzerte nach Deutschland. Neben Berlin, Mönchengladbach und München gastieren sie auch in Hannover. Am 25. Juni performen Take That open air auf der Gilde-Parkbühne. Karten ab 99 Euro gibt es u.a. bei der konzertkasse.de.

Mittlerweile sind sie als Trio unterwegs. Keine zehn Jahre nach der ersten Trennung hatten sich Gary Barlow, Mark Owen, Howard Donald und Jason Orange 2005 zunächst als Quartett wiedervereinigt – ohne Robbie Williams, der die Band bereits 1995 wegen wachsender Spannungen verlassen hatte.

Süß drauf: Take That und Moderator Thomas Gottschalk (links) machen während der ZDF-Show „Wetten, dass..?“ Zuckerwatte.
Süß drauf: Take That und Moderator Thomas Gottschalk (links) machen während der ZDF-Show „Wetten, dass..?“ Zuckerwatte. © dpa | Philipp von Ditfurth

Neus Take That-Album „This Life“: Ohrwurm-Pop und lebensbejahende Texte

Zu viert landeten Take That weitere Hits wie „Patience“, „Rule The World“ oder „Shine“, mit denen eine neue Generation aufwuchs. Nachdem Williams für ein Album („Progress“) zurückkehrte und die Band 2011 eine Auszeit nahm, kehrten Barlow, Owen und Donald drei Jahre später als Trio zurück. „This Life“ ist nach „III“ (2014) und „Wonderland“ (2017) das dritte Album in dieser Konstellation.

In Ohnmacht fallen Take-That-Fans mittlerweile eher selten. Die ehemalige Boyband, deren Mitglieder heute Anfang 50 sind, steht für ordentlichen Ohrwurm-Pop und lebensbejahende Texte. Die Briten selbst beschreiben ihr neuntes Studioalbum als neues Kapitel mit „schönen Melodien, erhebenden Refrains, eleganten Harmonien“. Das Trio bleibt dabei dem Pop treu, bis auf ein paar seichte Anleihen aus dem Country und Rock.

„Keep Your Head Up“ lautet die Botschaft von Barlow, Owen und Donald

Der erste Track „Keep Your Head Up“ beginnt mit melodischen Klavierklängen und klingt zunächst wie Beruhigungsmusik zum Einschlafen. Der mehrstimmige Gesang ist verträumt und vermittelt wohlige Gefühle – so wie der Text: „Lass dich nicht unterkriegen, behalte einen starken Geist, lass los und halte nicht fest.“

Diese Art von Kalendersprüchen zieht sich durch die zwölf Lieder der Platte, die keine konkreten, persönlichen Geschichten erzählen, sondern vielmehr ein Lebensgefühl transportieren wollen. Wie die optimistischen Gute-Laune-Songs „This Life“ („Dieses Leben gehört keinem anderen, mach das Leben zu deinem eigenen“) oder „Brand New Sun“ („Auf jeden Tag, den du erleben wirst, folgt eine brandneue Sonne“).

Gary Barlow (l-r), Mark Owen und Howard Donald auf einem Promo-Foto für ihr neues Album.
Gary Barlow (l-r), Mark Owen und Howard Donald auf einem Promo-Foto für ihr neues Album. © dpa | Guy Aroch

Gary Barlow: Das Publikum baut dich innerhalb von Sekunden auf

In „Days I Hate Myself“ singen die Briten darüber, wer sie aus depressiven Phasen zurückholt: das Publikum. „Wenn wir auf Tour sind, gibt es definitiv Abende, an denen wir keine Lust haben, auf die Bühne zu gehen – ob wir wollen oder nicht. Du hast einfach einen schlechten Tag. Aber das Publikum baut dich innerhalb von Sekunden auf“, erklärt Barlow.

Mit ihren Heile-Welt-Texten, aus heutiger Sicht fast epischen Songlängen von 3.30 bis 4.30 Minuten und dem Verzicht auf knallige Elektrobeats biedern sich die drei ergrauten Briten keinesfalls der Generation Z an. Sie sorgen vielmehr für nostalgische Gefühle und Erinnerungen an die Unbeschwertheit der 90er und 2000er.