Gifhorn. Oberstudiendirektorin Susanne Pilarski verlässt das Otto-Hahn-Gymnasium zum zweiten Mal. Warum es dieses Mal endgültig ist.

Kurz nach den Halbjahreszeugnissen gab es am Gifhorner Otto Hahn-Gymnasium eine Entlassungsurkunde. Schulleiterin Susanne Pilarski trat nach 12 Jahren als Chefin von 950 Schülern und 80 Lehrern in den Ruhestand.

Zwar ging es in diesem Dokument nicht mehr um Leistung. Doch alle Redner machten in der Feierstunde am Mittwoch deutlich, dass es wie bei Pilarskis OHG-Abiturzeugnis 1979 und bei ihrem Studienabschluss eine Eins vor dem Komma verdient gehabt hätte.

Auf allen Zeugnissen prangte die Eins

Anders als nach dem ersten Schulabschied mit Reifezeugnis war diesmal aber klar, dass Pilarski eine Ehemalige bleiben würde, Rückkehr ausgeschlossen. Das betonte die 63-Jährige selbst. Wegen des Lehrermangels als Pensionärin noch mal zurück in den Englisch- und Französischunterricht? Dann lieber mit Muttersprachlern in Irland, Südafrika, Kanada oder Italien parlieren. Auch der Musik will die Neu-Pensionärin mehr Raum geben. Konzertbesuche und eigener Chorgesang je nach Lust und Laune: „Bloß keine Termine mehr, das hatte ich lange genug“, sagte Pilarski.

Eine Nachfolgerin war am Mittwoch noch nicht zu begrüßen. Für das anstehende Kurz-Halbjahr bis Ende Juni und mit ersten Abiturterminen gleich nach Ostern ab Anfang April muss erst einmal die stellvertretende Schulleiterin Christiane Lichtwitz-Lauterbach einspringen. „Aber die Stelle ist zum 1. August ausgeschrieben“, weiß Pilarski.

Und klar, sie verlässt ein bestelltes Haus, in dem man bis auf Weiteres gut lernen und lehren kann. Seit Pilarski 2012 vom benachbarten Gifhorner Humboldt-Gymnasium an die Schule ihrer Jugend zurückkehrte, krempelte sie Gifhorns erstes Gymnasium baulich, organisatorisch und inhaltlich kräftig um. Das, was sie vor zwölf Jahren noch aus Jugendzeiten wiedererkannte, ist inzwischen zeitgemäß erneuert oder gleich ganz ersetzt. Mehr Platz, Mensa, Cafeteria, Pausenhalle, Schulhof – alles passt zum Ganztag. Klar, dass Unterricht am OHG auch online ruckelfrei funktioniert.

Im Mittelpunkt standen stets die Menschen – Schüler und Kollegen

Jan-Peter Braun vom Regionalen Landesamt für Schule und Bildung nannte weitere inhaltliche Schwerpunkte wie Inklusion auch an Gymnasien oder bereits 2017 das heute oft brennende Thema „Sofortmaßnahmen bei Konflikten in sozialen Netzwerken“. Pilarskis Wirken stellte Braun unter das Leitwort „39 Jahre Engagement und Verantwortung für das Gemeinwesen“.

Für den Landkreis lobte Schul-Fachbereichsleiter Karsten Kreutzberg, Pilarski habe einen modernen Schulstandort geschaffen. Er prophezeite: „Die Menschen werden Ihnen fehlen. Und wir alle werden Sie vermissen.“

Gifhorns stellvertretender Bürgermeister Thomas Reuter wandte sich persönlich an „Susanne“. Waren sie doch im Sommer 1969 als Neunjährige zu ihrem ersten Schultag ans Otto-Hahn-Gymnasium aufgebrochen, damals noch in der Lindenstraße: „Als spätere Direktorin hat sich der Kreis für dich geschlossen.“

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