Gifhorn. Die Tarifverhandlungen für den Entwicklungsdienstleister haben begonnen. Können sich Unternehmen und Gewerkschaft ohne Streik einigen?

Der Entwicklungsdienstleister IAV und die IG Metall stehen vor der Tarifrunde 2023/2024. Im Gifhorner Gewerbegebiet Am Allerkanal verfolgen die mehr als 3500 Beschäftigten am größten Standort des Unternehmens die Verhandlungen gespannt. Die Gewerkschaft fordert ein Gehaltsplus von 10,5 Prozent. Drohen Streiks?

Gewerkschaft verlangt Investitionen in die Belegschaft, die Firma Luft zum Atmen

IG-Metall-Sprecher Jan Mentrup betont: „Angesichts der grundlegenden Veränderungen in der Automobilindustrie und den damit verbundenen Herausforderungen für IAV inmitten des Transformationsprozesses, fordert die IG Metall deutliche Investitionen in die Belegschaft.“

IAV-Geschäftsführer und Arbeitsdirektor Uwe Horn macht deutlich: „Unser Ziel ist es, vor allem in Deutschland für sichere Arbeitsplätze zu sorgen. Und zwar nicht nur für die nächsten 12 oder 24 Monate, sondern langfristig. Deshalb brauchen wir einen Abschluss mit Augenmaß, der IAV Luft zum Atmen lässt und Neueinstellungen auch in Deutschland weiterhin möglich macht.“

So weit liegt man noch auseinander

Zwar bietet der Konzern ein Tarifplus von 8,5 Prozent, das auf den ersten Blick nicht weit von den 10,5 Prozent der IG Metall entfernt ist. Doch die Gewerkschaft pocht auf eine Laufzeit von 12 Monaten. Die Arbeitgeber denken an 24 Monate und wollen die Gehaltserhöhung auf zwei Schritte strecken. Bei der Gewerkschaft kommen noch zusätzliche freie Tage im Forderungskatalog hinzu.

IG-Metall-Verhandlungsführer Johannes Katzan argumentiert: „Nach dem Tarifabschluss 2021, der eine Tabellensteigerung von 2,3 Prozent für 2022 vorsah, ist es nun Zeit für eine spürbare Entgelterhöhung. Die Vereinbarung mit der Geschäftsführung, bis 30. Juni 2024 eine Inflationsausgleichsprämie von dreitausend Euro auszuzahlen, war ein wichtiger Schritt zur Abmilderung der steigenden Inflation im Geldbeutel der Belegschaft. Dennoch ist klar, dass solche Zahlungen nur temporär sind, und es bedarf einer nachhaltigen Investition in die Mitarbeiter.“

Darüber ist in der nächsten Runde zu sprechen

Verhandelt wird seit 30. November. Die nächste Runde steht am 21. Dezember an.

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IAV-Arbeitsdirektor Horn betont: „Bereits Anfang dieses Jahres haben wir mit der IG Metall vereinbart, einen Inflationsausgleich zu zahlen. Das sind insgesamt 21 Millionen Euro, die unsere Mitarbeitenden erhalten.“ IAV und IG Metall würden in den nächsten Tagen ihre Positionen und Argumente weiter austauschen, Gespräche führen und mögliche Lösungen diskutieren. Klar sei: „Wir setzen uns für einen Tarifabschluss ein, der für beide Seiten – Beschäftigte und Unternehmen – einen festen und verbindlichen Rahmen für die Entgelte und die Zukunft von IAV abbildet.“