Gifhorn. Nicht nur die Band Uwaga! erhält in der Gifhorner Johann-Trollmann-Halle kräftigen Beifall. Das sind die Höhepunkte von Klassik im Ring.

Ob die Mehrheit des Publikums eher für den Boxkampf oder wegen der Musik zu Klassik im Ring in die Johann-Trollmann-Halle gekommen waren, konnten auch die Musiker von Uwaga! am Freitagabend nicht ergründen. Fakt ist, für beide Darbietungen war das Interesse groß, kräftigen Beifall gab es für alle Aufführungen. Zudem erfreuten gleich vier Gruppen der Cheerleader des MTV GIfhorn mit ihren Performances und Nils Riechelmann mit einer kleinen Einführung in Krav Maga die Gäste.

Kammermusik an einem ungewöhnlichen Ort lautete die Unterschrift, und ungewöhnlich war der Ort vor allem für die Musiker. „Spannend“ lautete deren Urteil und natürlich war das für sie eine Premiere und etwas Besonderes, statt wie sonst in der Elbphilharmonie, der Alten Oper in Frankfurt oder dem Konzerthaus in Dortmund zu spielen. Ungewöhnlich von Musikerseite war die Art der Kammermusik. Die Instrumente Violine und Bratsche (Christoph König), Violine (Maurice Maurer) und Kontrabass (Jakob Kühnemann) wurden ungewöhnlicherweise von einem Akkordeon (Miroslav Nisic) begleitet, das sich hervorragend in die Streicher und außerdem auch bei den Soli einfügte.

Über die Grenzen ging es nicht nur mit der Instrumenten-Kombination, auch die ausgesuchten Stücke kamen aus ganz Europa. Gesualdo, Monteverdi, Händel, Bach, Beethoven und Brahms bedienten vor der Pause das alte Europa, die Beatles, Stevie Wonder, Charlie Puth und Radiohead reichten bis in die Moderne. Musik aus Transsilvanien und Serbien fehlte ebenfalls nicht. Alles war jeweils für das Quartett eigens arrangiert worden, mit interessanten Soli gespickt und harmonisch im Zusammenspiel.

Sparringskampf in der Pause

Naturgemäß weniger harmonisch, dafür aber sportlich war dann der Sparringskampf in der Pause. Mit Stella Georgoudi und Emely Plotnikov traten zwei junge Boxerinnen in den Ring und weckten ebenso das Interesse des Publikums. Sportlich fair, und dennoch hätte man da nicht zwischen die Fronten geraten wollen, zeigten die jungen Damen, was sonst in der Halle stattfindet. Ergänzt wird das Angebot des Boxclubs durch Judo, Selbstverteidigung und andere Techniken. Riechelmann führte vor, was er letztens in einem Parkhausseminar in Braunschweig zeigte. Was tun gegen eine Messer- und anderen Angriff. „Hier in Gifhorn durfte ich das nicht, weil man mir sagte, dass es in Gifhorn nicht die Problematik gibt, dass man überfall oder bedroht wird.“

Raunen im Publikum, das auch sonst einiges Interessantes erfuhr, allen voran, woher der Name Uwaga kommt. „Achtung“ (Uwaga) vor dem Hund und vor anderem Ungemach steht in Polen allerorten, wie man bei einer Polenreise erfuhr, sagte Maurer. Bezirkszupforchester Castrop-Rauxel-Ost als Name wäre auch zu sperrig gewesen. Werbung gab es auch für die CD des Quartetts. Schon vor Corona angefertigt, dann erst einmal wegen des Lockdowns nicht verkauft, dienten einige als Brennmaterial in teuren Heizzeiten, witzelte Maurer. Restposten war für die wenigen CD-Spieler-Besitzer im Publikum zu haben.

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