Braunschweig. Christian B. war in Braunschweig gemeldet und soll Maddie McCann getötet haben. Jetzt packt einer der wichtigsten Zeugen über ihn und die Tat aus.

Es ist einer der größten, zumindest aber einer der langwierigsten Kriminalfälle. Die Rede ist vom Fall Maddie McCann, der auch eine Verbindung nach Braunschweig hat. Und zwar keine Unwesentliche. Vor über 16 Jahren, genauer gesagt am 3. Mai 2007, ist Madeleine McCann aus der Wohnung ihrer Familie in einer Ferienanlage in Praia da Luz in Portugal verschwunden. Obwohl international nach dem Mädchen gefahndet wurde, konnte der Fall nie aufgeklärt werden. Jetzt gibt es eine neue Entwicklung. Zumindest aber Aussagen, die aufhorchen lassen.

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Seit Juni 2020 wird der Deutsche Christian B. als mutmaßlicher Entführer des Mädchens verdächtigt. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat gegen Christian B. Anklage wegen fünf anderer Sexualstraftaten erhoben – wegen dreifacher Vergewaltigung und zweifachem Kindesmissbrauch. Das Landgericht Braunschweig erließ daraufhin einen Haftbefehl. Diesen aber musste es 2023 wegen Unzuständigkeit des Gerichts zurückziehen.

Christian B. war in Braunschweig gemeldet: Warum der Fall Maddie die Löwenstadt betrifft

Nun hat sich Helge B., ein wichtiger Zeuge im Fall Maddie McCann, in einem Interview gegenüber der Bild-Zeitung geäußert. Das Bundeskriminalamt schirmt den Ex-Weggefährten von Christian B. seit Jahren ab und versteckt ihn an verschiedenen Orten in Europa. Der 52-Jährige verrät in dem Bild-Interview unter anderem, wieso auch er Christian B. für den Entführer der kleinen Maddie hält. Wie Helge B. berichtet, hätten er und Christian B. (46) sich in Portugal vor einer Kneipe kennengelernt, als Helge B. eine Panne hatten. Immer mal wieder hätten sich die beiden getroffen. Irgendwann bekam er jedoch mit, dass Christian B. in Haft sei.

Im Fall Maddie Mc Cann gab es diverse Suchaktionen. Unter anderem eine vom BKA beantragte Suchaktion unweit eines portugiesischen Stausees.
Im Fall Maddie Mc Cann gab es diverse Suchaktionen. Unter anderem eine vom BKA beantragte Suchaktion unweit eines portugiesischen Stausees. © dpa | oao Matos

Laut der Aussagen von Helge B. im Interview mit der Bild-Zeitung habe ihm Christian B. die Tat aus Versehen gestanden. Dies sei im Jahr 2008 passiert. Christian B. habe ihm erklärt, dass er nicht mehr nach Portugal reise. Ihm, so Christian B. laut Helge B., seien dort zu viele Polizeikontrollen. Helge B. sei dann auf Maddie McCann zu sprechen gekommen, woraufhin Christian B. gesagt habe: „‚Sie hat ja nicht geschrien‘. Ich habe sofort gecheckt, was der da gesagt hat. Ich dachte: Der weiß das. Er hat aber auch gecheckt, dass ich das verstanden habe, und ist darauf nachts abgehauen. Um 3, 4 Uhr morgens ist der von einem vollbesuchten Festival abgehauen mit seinem Wohnmobil“, erzählt Helge B. der Bild-Zeitung.

Fall Maddie McCann: Warum Zeuge ausgerechnet jetzt über Christian B. auspackt

Wie Helge B. weiter berichtet, habe er bereits 2008 Scotland Yard unter der Maddie-Hotline angerufen. Aber: Er fand dort kein Gehör. 2017, zu diesem Zeitpunkt saß Helge B. in Griechenland in Haft, habe er Scotland Yard erneut wegen des Falls Maddie McCann, bei dem es diverse Suchaktionen gab, kontaktiert. Diesmal mit Erfolg: Die Beamten hörten ihm bei einem Treffen zu.

Warum er jetzt auch im Gespräch mit der Bild-Zeitung über Christian B. und den Fall Maddie McCann auspackt, erklärt Helge B. gegenüber dem Blatt so: „Das muss alles auch mal ein Ende haben. Es werden so viele Lügen über mich verbreitet, und ich kann dagegen nichts machen. Ich bin hilflos. Ich habe mich doch bemüht, etwas zu unternehmen!“ Er würde sich, so Helge B., wünschen, dass „endlich Ruhe ist. Für mich ist klar, dass Maddie nicht mehr lebt. So traurig das sein mag – es wäre besser, wenn man ihre Leiche findet.“ Er habe Sorge, dass Christian B. damit durchkomme, so Helge B. gegenüber der Bild-Zeitung.