Podcast „Yes BS“

Braunschweiger bringt Gold- und Platin-Rapper groß raus

| Lesedauer: 4 Minuten
Gregor Seyffarth managt Gold- und Platin-Rapper wie t-low oder Makko. Sein Label Arktik One hat seinen Sitz in Braunschweig, wo er auch den Bunny's Store (CBD, Sneaker etc.) betreibt.

Gregor Seyffarth managt Gold- und Platin-Rapper wie t-low oder Makko. Sein Label Arktik One hat seinen Sitz in Braunschweig, wo er auch den Bunny's Store (CBD, Sneaker etc.) betreibt.

Foto: Souly

Braunschweig.  Bei seiner Firma hat der Braunschweiger Gregor Seyffarth Chart-Rapper wie T-Low oder Makko unter Vertrag. Nun eröffnete er einen CBD-Laden.

Der Song „Sehnsucht“ von Rapper T-Low zusammen mit dem Produzenten Duo Miksu und Macloud wurde bei Spotify bereits 95 Millionen mal gestreamt. Die Single bekam eine Platin-Schalplatte (400.000 verkaufte Einheiten). Mitverantwortlich dafür ist der Braunschweiger Musikmanager Gregor Seyffarth. Er hat Rapper und Produzentenduo zusammengebracht.

Es ist nicht der erste Mega-Erfolg des 37-Jährigen, bei dessen Management Arktik One neben T-Low auch Rapper wie Makko und Negatiiv OG unter Vertrag stehen. In diesem Jahr räumten seine Rapper insgesamt sechs Goldene und eine Platin-Schallplatte ab. „Das hat sich schon unreal angefühlt“, sagt Seyffarth im Interview in unserem Podcast „Yes BS“.

Angefangen hat alles mit einem Bekannten, der ihm im Supermarkt zwei damals noch unbekannte Rapper empfahl: Die Braunschweiger Negatiiv OG und Sin Davis. Die Videos hatten damals gerade mal 2000 Aufruf. „Ich dachte mir nur: Das ist genau die Musik, auf die ich in Deutschland gewartet habe.“ Zwei Wochen später gründeten sie das Label Checkmate Collective.

Braunschweig wird Zentrum des New-Wave-Rap

Mit dem Label surften Seyffarth und sein Rap-Kollegen auf der ersten Hype-Welle des Cloud-Rap, auch New-Wave-Rap genannt. Die Konzert-Reihe „Gefangen in 38“ im Stereowerk wurde zum Treffpunkt für die Szene. Plötzlich gingen die Songs von Negatiiv OG und Sin Davis durch die Decke und wurden millionenfach gestreamt. „Das war wie in einem Film“, erinnert sich Seyffarth. Dann meldeten sich die großen Labels bei ihm: Von Universal über Sony bis zu Warner Music. Es folgte eine erste Deutschland-Tour und schließlich ein Deal mit Universal Music in Höhe von 960.000 Euro. „In dem Moment wusste ich: Wir haben es geschafft. Wir können jetzt mit Musik Geld verdienen“, sagt Seyffarth.

Doch dann kam die Corona-Pandemie und plötzlich ging nichts mehr. Doch auch wenn sich der Deal für Universal sich nicht refinanzierte, legte er für Seyffarth und sein Label den Grundstein für den Aufstieg zu einem national bedeutsamen Rap-Management, inzwischen unter dem Namen Arktik One. Rapper T-Low wurde vom Fan des Checkmate Collective zum Platin-Rapper.

Seyffarth schickte seine Rapper in den Drogenentzug

Für seine Rapper ist Manager Seyffarth nicht bloß Verhandler und Bürokratie-Organisierer, sondern auch Stimme der Vernunft: „Es gab Künstler bei uns, die Drogenabhängig waren, die ich in den Entzug schicken musste“, sagt er. Bei manchen habe er wegen der Medikamentenabhängigkeit Sorgen gehabt, das diese bereits mit unter 30 Jahren sterben könnten. Inzwischen hätten sie das Problem jedoch in den Griff bekommen. „Heute muss ich sie eher dazu bringen, ihre Steuererklärung ordentlich einzureichen“, sagt Seyffarth.

Seyffarth ist jedoch nicht nur in der Musikbranche tätig. In Braunschweig betrieb er bereits den Club XO und das Szene-Magazin „Druff!“.2021 eröffnete in der Schöttlerstraße im Westlichen Ringgebiet er mit seinen Geschäftspartner den Bunny’s Store ein Geschäft für CBD, Süßigkeiten und Sneaker. Eigentlich hatte ihn ein Kollege nur um Geld für das Projekt gebeten.„Ich habe dann gesagt, ich leihe ihm das Geld nicht, sondern werde direkt sein Geschäftspartner“, sagt er. Offensichtlich war die Idee ein Erfolg: Ende November erfolgte bereits die Eröffnung des zweiten Geschäfts, diesmal deutlich größer und in Innenstadtnähe in der Friedrich-Wilhelm-Straße. Zur Eröffnungsparty lud Seyffarth etwa 60 namhafte Rapper ein, auch für eine Aftershowparty im Stereowerk.

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Label bleibt trotz Hype in Braunschweig

Dass Seyffarths Label nicht längst nach Berlin umgezogen ist, hat auch mit der Verbundenheit des gebürtigen Hamelners mit Braunschweig zu tun. „Ich fühle mich inzwischen als Braunschweiger und kann mir auch vorstellen, hier Kinder zu bekommen“, sagt er.

Warum Braunschweig erst auf dem zweiten Blick eine schöne Stadt ist, wie einer seiner Rapper bei nach Verhandlungen mit einem Label einmal das Koks-Taxi anrief und was er sich für Braunschweigs Kulturszene wünscht, erzählt Seyffarth beim Podcast „Yes BS“.

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