„Yes BS“-Podcast

Braunschweigerin verdient ihr Geld als Twitch-Streamerin

| Lesedauer: 3 Minuten
"OhhClaire" verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Streamen ihrer DJ-Auftritt bei der Plattform Twitch. Dafür hat die Braunschweigerin sogar ihren Bürojob aufgegeben.

"OhhClaire" verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Streamen ihrer DJ-Auftritt bei der Plattform Twitch. Dafür hat die Braunschweigerin sogar ihren Bürojob aufgegeben.

Foto: OhhClaire

Braunschweig.  „OhhClaire“ ist DJane und legt zu Hause für tausende Zuschauer im Live-Stream auf. Dafür hat sie ihren Bürojob aufgegeben.

Wer bei Claire einschaltet bekommt düstere Techno-Beats auf die Ohren. Aus ihren heimischen vier Wänden streamt die Braunschweigerin unter dem Namen „OhhClaire“ ihre DJ-Sets im Internet auf der Plattform Twitch. Zeitweise schauen ihr dabei tausende zu, einige davon mehrmals die Woche. Manchmal tritt sie auch in Braunschweiger Klubs auf, wie etwa dem Brain, dem Stereowerk oder dem Schwanensee.

Das Streaming ist nicht etwa Claires Hobby, es ist ihr Vollzeit-Job. Meistens sogar mehr als das. „Ich arbeite heute mehr als in meinem alten Bürojob“, erzählt Claire im Podcast „Yes BS“. Sie arbeitete bei einem VW-Zuliefer in der Motorisierungstechnik.

Sogar in den Urlaub auf Mallorca nimmt sie ihre DJ-Ausrüstung mit, der Algorithmus der Streaming-Plattform muss versorgt werden. Zwischen Freibier am Morgen und Ballermann-Partys am Abend ist sie dann für ihre Fans im Internet da.

Sexistische Kommentare lassen „OhhClaire“ kalt

Ihr Geld verdient Claire unter anderem mit den zahlenden Abonnenten ihrer Streams, auch können Zuschauer im laufenden Stream spenden.

Twitch-Streamer ist unter Jugendlichen längst ein Traumberuf, den viele der bekanntesten Streamer wie etwa „MontanaBlack“ oder „TryMacs“ verdienen Millionenbeträge damit, vor laufender Kamera Videospiele zu zocken oder schlicht auf Youtube-Videos zu reagieren.

In dem Podcast-Interview spricht sie darüber, wie sie vom Gaming zum Techno kam und wie es ist, als Frau für eine zu 90 Prozent männliche Zuschauerschaft zu streamen. Sexistische Kommentare haben sie am Anfang sehr beschäftigt: „Ich habe mir das schon sehr zu Herzen genommen“, so Claire. „Inzwischen bin ich aber abgebrüht. Wer mich beleidigt, wird geblockt.“

Inzwischen wird Claire in Braunschweig auch gelegentlich auf der Straße erkannt. „Es ist schon verrückt, wenn die Leute dich kennen und Sachen über dich wissen.“ Zum Beispiel wurde sie auf ihren Hund Balu angesprochen, der regelmäßig in ihren Streams zu sehen ist.


Dauergast im Eintracht-Stadion

Auch im Eintracht-Stadion haben Fans sie schon erkannt. Dort ist Claire häufig anzutreffen, als Dauerkartenbesitzerin und glühende Anhängerin von Eintracht Braunschweig. „Die Hamburger Straße am Stadion und die Rheingoldstraße sind meine Lieblingsorte in Braunschweig“, sagt sie. In der Rheingoldstraße treffen sich die Eintracht-Fans vor und nach dem Spiel an den Bierständen.

Für die Zukunft hofft Claire mehr Live vor Publikum aufzutreten. Gerade Festivals wie das „Fusion“-Festival haben es ihr angetan.

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Warum Claire sich eher zu männlich dominierten Themen hingezogen fühlt und welche Techno-Songs sie inzwischen nicht mehr hören kann, erfahrt ihr im Podcast-Interview bei Yes BS!

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