Bauen in Braunschweig

Braunschweig: Juwelier Rödiger startet den Umbau-Endspurt

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Blick hinter den Bauzaun mit Tobias Rödiger. Von der Erdgeschoss-Fassade und den Geschäftsräumen dahinter ist nichts geblieben.

Blick hinter den Bauzaun mit Tobias Rödiger. Von der Erdgeschoss-Fassade und den Geschäftsräumen dahinter ist nichts geblieben.

Foto: Peter Sierigk / Sierigk, Peter Sierigk, Peter

Braunschweig.  Geschäftsführer Tobias Rödiger erklärt, wie ein altes Fachwerkhaus moderne Geschäftsräume erhält.

An der Neuen Straße wird Braunschweigs Fußgängerzone ein neues Gesicht erhalten. Das alte Fachwerkhaus des Juweliers Rödiger ruht nur noch auf Stahlträgern. Freier Blick durch das Erdgeschoss. Geschäftsführer Tobias Rödiger versichert jedoch: „Für uns hat bereits der Endspurt begonnen.“

Umbauzeiten sind immer schwierige Zeiten für den Einzelhandel. Das Juwelier-Haus ist zwar nur einen Steinwurf weiter in die ehemaligen Geschäftsräume des Juweliers Jauns an der Straße „Vor der Burg“ gezogen. Ideal sei das aber natürlich nicht, sagt Rödiger. Viel habe dort in die Sicherheitstechnik investiert werden müssen. Die Schaufensterfläche sei außerdem vergleichsweise klein. Das behindere das zweite große Vorhaben des Familien-Unternehmens.

Denn die Zahl der Marken, die der Juwelier bislang im Angebot hat, soll verringert werden. Eine kleine Schaufensterfläche erschwert den Abverkauf. Umbau-Ende und Rückkehr in die sanierten Geschäftsräume werden darum sehnlichst erwartet. Dass die Jauns-Flächen zu einer Art Filiale werden, sei nicht geplant, sagt der Geschäftsführer: „Aber man soll nie nie sagen.“

Fassade erhält neues Werbe-Logo

Fest steht dagegen: Die alte „Rödiger“-Werbung an der Fassade, die mit dem Unternehmen umzog, wird nicht erneut umziehen. „Der Werbe-Schriftzug entspricht schon heute nicht mehr unserem gegenwärtigen Markenauftritt. Ein neues Logo ist bereits abgestimmt und wird zur Wiedereröffnung am Gebäude zu sehen sei. Selbstverständlich mit stromsparender LED-Beleuchtung.“

Energetisches Bauen ist im alten Fachwerkhaus natürlich ein Thema. Dick ist zwar das Sicherheitsglas der Schaufenster. „Beim ersten Umbau im Jahr 1976 wurde auf Isolierung aber kein Wert gelegt. Das müssen wir jetzt alles nachholen“, sagt Rödiger. Dabei müssen Denkmalschutz-Auflagen erfüllt werden. Mehr Tageslicht soll es außerdem in den Geschäftsräumen geben: „Wer genau hinsieht, erkennt: Bislang fällt kein Licht durch die Fenster des Obergeschosses. Innen sind die Fensterflächen verkleidet. Das wird geändert.“

Fachwerkhaus hat sich geneigt

Ein Grundproblem dabei sei, sagt der Geschäftsführer: „Das gesamte Gebäude hat sich um dreizehn Zentimeter Richtung Neue Straße geneigt.“ Als Auslöser hat Rödiger die Straßenbahn in Verdacht, die einst auf der Neuen Straße fuhr. „An der Fassade sind noch die alten Haken erhalten geblieben, an denen einst die Oberleitungen der Straßenbahn befestigt waren. Möglicherweise hat die Last die Neigung des Gebäudes verursacht oder befördert.“

Ins Lot gebracht wird das Gebäude natürlich nicht. Die Sanierungskosten bewegen sich auch so schon in siebenstelliger Höhe. Straßenbahn auf der Neuen Straße ist außerdem seit dem Jahr 1955 Geschichte. Stabil ruhe das Fachwerk auf dem Stahl-Skelett im Erdgeschoss, sagt Rödiger. Holzdecken hätte er aus Brandschutz-Gründen zwar gern durch Betondecken ersetzt: „Aber der Denkmalschutz setzt Veränderungen Grenzen.“

Eine Galerie wird im Innern dennoch entstehen. Eine neue Treppe hinauf ins Obergeschoss wird auch gebaut. Die Schaufensterflächen werden zudem besser ins Gebäude integriert. „Geschäftsräume und Gebäude werden durch den Umbau gleichermaßen gewinnen“, ist sich Rödiger sicher.

Die Zeit des freien Blicks durchs Erdgeschoss ende aber nun, kündigt der Geschäftsführer an. Montag kommen Metallbauer, dann Laden- und Trockenbauer. Elektriker. Und natürlich Maler. Sie werden nicht nur Innenarbeiten erledigen. Rödiger: „Das gesamte Gebäude bekommt einen frischen Anstrich. Wir werden Anfang Oktober einziehen und eröffnen.“

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