Radfahren in Braunschweig

Fahrrad-Vermietung in Braunschweig wird massiv ausgebaut

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Rouven Langanke (von links), Alexander Schlutter, Markus Grebenstein und Lisa Zeuke vor den Mieträdern, die vor der TU-Mensa stehen.

Rouven Langanke (von links), Alexander Schlutter, Markus Grebenstein und Lisa Zeuke vor den Mieträdern, die vor der TU-Mensa stehen.

Foto: Peter Sierigk

Braunschweig.  Studenten fahren die ersten 30 Minuten kostenlos. Neue Stationen wurden eingerichtet. Die Zahl der Mieträder verdoppelt sich.

Dem Fahrrad soll in Braunschweig die Zukunft gehören. Ein wichtiger Schritt ist dazu nun erfolgt: Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) ist Kooperationsmitglied des Vermietsystems geworden. Studenten fahren nun die ersten 30 Minuten stets kostenlos auf den Mietfahrrädern.

Das Fahrrad-Vermietsystem nennt sich in Braunschweig Nibelungen-Bikes. Die Nibelungen Wohnbau, eine städtische Tochter, hob es einst aus der Taufe. Los ging es mit einem Leih-Lastenrad für Mieter. Ernsthaft wurde es aber erst, als die Nibelungen ein sogenanntes Mobilitätskonzept für ihre Neubauten in der neuen Nordstadt umsetzte: Ein Mietrad-Angebot sorgte dafür, dass auf jeden fünften Parkplatz verzichtet werden konnte. „Das war Neuland für die Wohnungswirtschaft. Wir hatten auch schnell bemerkt, das unsere eigenen Ressourcen nicht ausreichen“, erinnert sich Prokurist Rouven Langanke.

Vor zwei Jahren begann die große Umstellung samt Testphase. Die Lebenshilfe übernahm den Service. Das Vermieten organisierte Nextbike. Das im Jahr 2004 gegründete Unternehmen gehört neben der Deutschen Bahn zu den Branchenriesen in Deutschland. Nextbike wurde im November 2021 vom E-Scooter-Vermieter Tier gekauft.

Urabstimmung über eine Verlängerung

Seit dem Jahr 2020 ist das Mietangebot deutlich gewachsen. Der Start erfolgte mit 100 Fahrrädern und 20 Stationen. Nun wurde aufgestockt. Die Zahl der Mieträder ist auf 260 gestiegen. An 40 Standorten können die Räder ausgeliehen und zurückgegeben werden.

Ursache ist auch, weil der AStA nun mit von der Partie ist. Seit dem Jahr 2015 bereits sei dies geplant, so Markus Grebenstein. Der Einstieg erfolgt nun vorerst für die Zeit des Sommersemesters und könnte bis in das Wintersemester hinein verlängert werden. Näheres soll eine Urabstimmung der Studierenden ergeben, die wohl im nächsten Januar stattfinden wird.

Mobilität wird für Studierende kostenlos

Hintergrund: Studierende fahren zwar 30 Minuten stets kostenlos auf den Mieträdern, normalerweise kosten 15 Minuten im Standardtarif einen Euro. Finanziert wird dies jedoch über Semesterbeiträge, die jeder Studierende zahlen muss. Ein Solidarbeitrag, unabhängig davon, ob das Fahrrad-Angebot genutzt wird oder nicht. Es geht um einen Betrag, wie es hieß, im einstelligen Euro-Bereich. So wird auch das Semesterticket finanziert, das für Bus und Bahn gilt.

Grebenstein ist höchst optimistisch, dass die Urabstimmung eine Mehrheit ergibt: „Es gab bereits Befragungen. Etwa 80 Prozent wünschen sich ein solches Angebot.“ Momentan wird die Lage der Stationen untersucht und optimiert. Anders als E-Scooter können Mieträder nur an festen Plätzen abgestellt werden. Allein im Mai, so Grebenstein, seien 5312 Fahrten von Studierenden per App gebucht worden. „Weit mehr, als zu erwarten war.“ Per Rad ließen sich nun die ÖPNV-Haltestellen erreichen.

Nextbike erwartet, dass durch mehr Räder und mehr Stationen auch Nicht-Studierende häufiger das Mietangebot annehmen, so Alexander Schlutter. Gespräche mit weiteren Kooperationspartnern würden bereits geführt. Ein Gutachten der Stadtverwaltung ergab: Für ein flächendeckendes Angebot sind mindestens 500 Mietfahrräder notwendig.

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