Westand

Tattoofest in Braunschweig: Warum die Körperkunst so fasziniert

| Lesedauer: 3 Minuten
Sebastian, Künstlername „Voller Kontrast“, aus Magdeburg ist beim Tattoofest im Braunschweiger Westand mit großen Motiven beschäftigt.

Sebastian, Künstlername „Voller Kontrast“, aus Magdeburg ist beim Tattoofest im Braunschweiger Westand mit großen Motiven beschäftigt.

Foto: Peter Sierigk

Braunschweig.  Fast 40 Tätowierer aus Deutschland und Europa sind zurzeit im Westand. Wer sich ein Tattoo stechen lassen will, findet hier alle Infos.

Ein seltenes Bild im Westand: Liege an Liege ist dort aufgebaut, fast alle sind belegt. Und auch die Geräuschkulisse ist außergewöhnlich, es surrt von allen Seiten, ein klein wenig wie beim Zahnarzt. So sieht’s eben aus und so klingt’s, wenn um die 40 Tattookünstlerinnen und -künstler konzentriert arbeiten. Das Braunschweiger Tattoostudio Sorry Mom veranstaltet an diesem Samstag und Sonntag ein Tattoofest im Westand. Die Nachfrage ist groß – schon am Samstagmittag, kurz nach dem Start, haben alle gut zu tun.

Zum Beispiel Florian Meier vom Tattoostudio Punkt Schwarz in Hameln: Er hat heute seine dritte Sitzung mit Ida Vaßen. Die junge Frau lebt in Berlin. Bei Instagram hatte sie intensiv nach einem Tätowierer gesucht, der genau das anbietet, was ihr gefällt. Ihr erster Termin mit Florian Meier war auf einer Tattoomesse in Kassel, die zweite Sitzung folgte im Studio in Hameln, und in Braunschweig vollendet er das Kunstwerk auf ihrem rechten Arm. Ida Vaßen findet Tätowierungen „einfach cool und schön“, wie sie sagt. Und dabei komme es ihr nicht auf eine bestimmte Bedeutung oder den Inhalt der Motive an, sondern es gehe vielmehr um die gesamte Wirkung.

Besucherin des Tattoofests in Braunschweig: Tattoos sind sehr ästhetisch

So sieht das auch Alina Burmeister (26). Sie ist aus Hannover zum Tattoofest gekommen und will sich ein Motiv stechen lassen. Nicht das erste. Mit 17 habe sie angefangen, sich tätowieren zu lassen, erzählt sie. Warum? „Weil ich es toll fand. Und das Schöne daran ist: Es hat mein Selbstbewusstsein gestärkt. Ich finde Tattoos sehr ästhetisch, und je mehr ich davon an mir habe, umso ästhetischer empfinde ich auch meinen Körper. Ich fühle mich damit einfach wohler. Es sieht toll aus. Das ist Kunst, die man auf dem Körper tragen kann. Ich finde es auch nicht unangenehm, wenn die Leute gucken – das ist wie im Museum, dort schaut man sich die Kunstwerke ja auch an.“

Eva Klauss aus Bremen, ehemalige Braunschweigerin, lässt sich im Westand ebenfalls tätowieren, und kennt sich damit bestens aus, denn sie macht selbst auch Tattoos. Was sie an Tätowierungen faszinierend findet? „Sie sind wie eine Stickersammlung von Künstlern, die mir etwas bedeuten“, sagt sie.

Wer wissen will, welche Tätowiererinnen und Tätowierer beim Tattoofest im Westand am Start sind, kann sich auf www.sorrymomtattoofest.de einen Überblick verschaffen. Hier und da gibt es auch noch Chancen, kurzfristig vor Ort einen Termin zu bekommen. Am Sonntag läuft das Tattoofest von 12 bis 18 Uhr. Im Außenbereich gibt’s Streetfood und DJ-Musik. Tagesticket: 10 Euro.

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