Braunschweiger Klinikum stellt eigenes Desinfektionsmittel her

Braunschweig.  Das Klinikum reagiert auf den Lieferengpass. Ein Teil soll an Apotheken geliefert werden, die es dann an Arztpraxen und Altenpflegeheime abgeben.

Chefapotheker Hartmut Vaitiekunas und sein Team der Krankenhausapotheke freuen sich über die regionale Unterstützung zur Eigenherstellung von Desinfektionsmitteln.

Chefapotheker Hartmut Vaitiekunas und sein Team der Krankenhausapotheke freuen sich über die regionale Unterstützung zur Eigenherstellung von Desinfektionsmitteln.

Foto: Klinikum Braunschweig / Christoph Köster

Angesichts der Lieferengpässe bei Desinfektionsmittel hat die Apotheke des Städtischen Klinikums Braunschweig jetzt begonnen, eigenes Desinfektionsmittel herzustellen. Oberbürgermeister Ulrich Markurth sagt dazu in einer Pressemitteilung: „Ich bin sehr froh, dass unser Klinikum hier die Initiative ergreift und die Möglichkeiten seiner eigenen Apotheke nutzt. Das ist ein wichtiger Beitrag, um die gesundheitliche Versorgung in unserer Region auch in der schwierigen gegenwärtigen Situation sicherzustellen.“

Klinikum-Geschäftsführer Dr. Andreas Goepfert verdeutlicht: „Die Produktion ist eine Premiere und der aktuellen Notlage geschuldet . Mit der eigenen Produktion stellen wir sicher, dass das Klinikum Braunschweig erst einmal mit Desinfektionsmittel versorgt ist.“

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Die Beschaffung der Rohstoffe sei in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr erfolgt. Die ersten Chargen des Desinfektionsmittels entsprechen demnach den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation und bestehen zu 75 Prozent aus Isopropanol. Chefapotheker Hartmut Vaitiekunas erklärt: „Geplant ist, in den kommenden sechs Wochen 50.000 Flaschen à 500 ml herzustellen.“

Die Produktion des Desinfektionsmittels soll in erster Linie die Versorgung am Klinikum Braunschweig sicherstellen. In Absprache mit der Gefahrenabwehrleitung der Stadt ist außerdem vorgesehen, einen Teil der Produktion über den Pharmagroßhändler Kehr an öffentliche Apotheken zu liefern. „Diese haben dann den Auftrag von der Apothekerkammer Niedersachsen, das selbst hergestellte Desinfektionsmittel an Arztpraxen und Altenpflegeheime abzugeben“, so das Klinikum. Somit könnten etliche medizinische Einrichtungen der Region profitieren.

Eine Abgabe des selbst produzierten Desinfektionsmittels für Externe beziehungsweise Privatpersonen sei weder möglich, noch vorgesehen.

Mast-Jägermeister stellt 50.000 Liter Alkohol zur Verfügung

Auf Anfrage des Klinikums stellt übrigens die Unternehmerfamilie Mast über ihr Unternehmen Mast-Jägermeister SE 50.000 Liter Alkohol für die Herstellung der Desinfektionsmittel zur Verfügung. Schon vor zwei Wochen hatte das Unternehmen als eine Art „Nachbarschaftshilfe“ einige Liter Alkohol an Wolfenbütteler Apotheker geliefert, die daraus Desinfektionsmittel für ihre Kunden herstellten.

Dieses Engagement habe den Impuls gegeben, einen größeren Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus zu leisten: „Im Rahmen dieses Engagements haben wir verstanden, dass es an der Stelle offensichtlich einen hohen Bedarf gibt. Wir springen nun gern im Schulterschluss mit unserem Unternehmen und unseren Stiftungen unterstützend ein, um dem drohenden Leerstand an Desinfektionsmitteln entgegenzuwirken. Dabei sehen wir uns nicht nur in unserer gesellschaftlichen Verantwortung als Unternehmer, sondern vor allem als Menschen, die um Hilfe gebeten werden und diese leisten“, so Florian Rehm, Sprecher der Unternehmerfamilie Mast.

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Mit Luftfracht aus China werden 2,5 Millionen Schutzmasken geliefert

Wie das Klinikum weiter mitteilt, werden viele 100.000 Schutzmasken, die das Klinikum bestellt hatte, an innereuropäischen Grenzen festgehalten. Deswegen werde nun eine Lieferung aus China erwartet. Darüber hinaus werde auch eine weitere 50.000 Liter Alkohol-Lieferung der Firma KWST aus Hannover erwartet.

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