Richard Borek erhält den Braunschweiger Ehrenbürgerbrief

Braunschweig.  Es ist Braunschweigs höchste Auszeichnung. Der Oberbürgermeister und zahlreiche Gäste würdigen Richard Boreks Verdienste um die Stadt.

Richard Borek und Oberbürgermeister Ulrich Markurth am Mittwoch im Altstadtrathaus. In der zweiten Reihe Erika Borek (links) und Susanne Hilla-Markurth.

Richard Borek und Oberbürgermeister Ulrich Markurth am Mittwoch im Altstadtrathaus. In der zweiten Reihe Erika Borek (links) und Susanne Hilla-Markurth.

Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Der Kaufmann und Unternehmer Richard Borek sen. hat am Mittwoch den Ehrenbürgerbrief aus den Händen von Oberbürgermeister Ulrich Markurth erhalten. Vor zwei Wochen war er auf Markurths Vorschlag vom Rat der Stadt gewählt worden . SPD, CDU und FDP hatten geschlossen zugestimmt, die AfD in Teilen. Grüne, Linke und BIBS hatten dagegen gestimmt.

„Es ist die höchste Auszeichnung, die von der Stadt Braunschweig verliehen werden kann“, sagte Markurth in der Dornse des Altstadtrathauses. Richard Borek habe nachhaltig zum Wohle der Stadt gewirkt. Dabei sei sein Engagement in der Borek Stiftung, für Kultur und Denkmalpflege, für Schulsozialarbeit, Hospiz und das Quartier St. Leonhard herausragend. Er sei dabei nicht immer bequem, habe Ecken und Kanten. Doch die Stärkung Braunschweigs und die positive Entwicklung der Stadt seien klar Maxime seines Handelns.

Das unterstrich der bisherige IHK-Hauptgeschäftsführer Bernd Meier in seinem Festvortrag. „Ihn nicht damit auszuzeichnen, das hätte die Ehrenbürgerschaft abgewertet“, sagte er. Meier räumte mit der Vorstellung auf, Richard Borek bestimme stets selbst, was angestoßen und beeinflusst werden solle und welche Projekte der Stadt und in der Stadt unterstützt werden sollten.

Das sei gerade nicht der Fall, so Meier: Im Regelfall werde die Borek Stiftung angesprochen, wenn etwas fehle und notwendig sei. Meier wörtlich: „Er fragt vorher an, wo er dienen kann.“ Dies sei ein Beispiel für Respekt, Anerkennung und Wertschätzung, die man zwar Borek zusprechen könne, nicht jedoch einigen seiner Kritiker.

Zu ihnen gehört die BIBS-Fraktion im Rat mit ihrem Sprecher Peter Rosenbaum , die auf dem Altstadtmarkt vor und während der Feierstunde eine Demonstration mit ca. 20 Teilnehmern abhielt. „Die Partei“ entrollte derweil vor dem Altstadtrathaus ein Spruchband mit der Aufschrift: „Borek muss Bürgermeister bleiben“.

Von den Ehrengästen drinnen erhielt Borek lang anhaltenden Applaus, ebenso wie seine Frau Erika, mit der er gemeinsam die Richard Borek Stiftung managt.

Der Kaufmann, Münz- und Briefmarkenhändler trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein und sagte: „Es ging mir immer um das Ergebnis meines Engagements für Braunschweig und nicht um mich selbst. Vielleicht hilft das denen, die mich nicht gewählt haben.“

Bernd Meier sprach an, was dabei offenbar bis heute immer noch das Polarisierende des neuen Ehrenbürgers in der Stadtgesellschaft ausmacht. Dabei geht es im Kern um die Geschichte nach dem Abriss der Ruine des Braunschweiger Residenzschlosses und seine Teilrekonstruktion am authentischen Ort im Zuge der Errichtung der Schlossarkaden – samt der Wunden, die diese Auseinandersetzung schlug.

En Detail schilderte Meier Boreks Beitrag und beschrieb zudem erneut, wie es gelungen sei, dabei die Innenstadt aufzuwerten, auch mit Hilfe der IHK. Richard Borek griff das auf und dankte insbesondere dem Sozialdemokraten Gerhard Glogowski. Es sei gerade Glogowski zu verdanken, dass eben ein Schlussstrich unter die Auseinandersetzungen um das Schloss in Braunschweig habe gezogen werden können.

Borek bezog seinen Vater, der in erster Reihe gegen den Abriss des Schlosses gestanden hatte, direkt ein: „Wir beide haben Braunschweig immer für wichtiger gehalten als uns selbst.“ In Richtung seiner Frau Erika sagte Borek: „Sie steht nicht hinter, sondern neben mir. Ihr gebührt ein großer Anteil an der Ehrenbürgerwürde, auch wenn sie das ablehnt. Aber das ist eben so.“

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