Braunschweiger Rechtsextreme als Sicherheitsdienst im Zug

Braunschweig.  Die Westfalenbahn hat nach einem Vorfall am Samstag sofort reagiert: „Die besagten Personen wurden aus dem Dienst abgezogen.“

Im Zug von Braunschweig Richtung Rheine waren am Samstag Mitglieder der rechtsextremen Szene in Braunschweig im Einsatz – beauftragt von einem externen Dienstleister, ohne Wissen der Westfalenbahn.

Im Zug von Braunschweig Richtung Rheine waren am Samstag Mitglieder der rechtsextremen Szene in Braunschweig im Einsatz – beauftragt von einem externen Dienstleister, ohne Wissen der Westfalenbahn.

Foto: Marijan Murat / dpa

Zur Begleitung von Fußballfans für das Drittligaspiel von Eintracht Braunschweig in Köln waren am Samstagmorgen in der Westfalenbahn zwei Mitglieder der hiesigen rechtsextremen Szene als Sicherheitsdienst eingesetzt. Das „Bündnis gegen Rechts“ hatte bereits am Wochenende darauf hingewiesen. Es handele sich um zwei junge Männer, die mehrfach durch gewalttätiges Auftreten aufgefallen seien.

Die Westfalenbahn hatte noch am Wochenende dazu Stellung genommen und mitgeteilt, dass die besagten Personen aus dem Dienst abgezogen worden seien. Sie seien über einen externen Sicherheitsdienstleister eingesetzt worden, um die Zugfahrt im Rahmen der Fahrgastsicherheit zu begleiteten. „Die Westfalenbahn hat grundsätzlich keinen Einfluss auf die Personalakquirierung des Dienstleisters, wir können jedoch versichern, dass Rechtsextremismus bei uns auf null Toleranz stößt.“

Am Montag äußerte sich ein Sprecher der Westfalenbahn dann noch ausführlicher. Ihm zufolge haben die beiden jungen Männer aus dem Zug heraus auf der sozialen Plattform Instagram rechtsextremes Gedankengut veröffentlicht. „Unser Vertragspartner hat uns noch am selben Tag sein Bedauern mitgeteilt und notwendige Konsequenzen gezogen“, so der Pressesprecher. „Die besagten Personen werden auch in Zukunft nicht mehr über den Dienstleister in Zügen der Westfalenbahn eingesetzt.“ Künftig müssen ihm zufolge alle Personen, die über externe Dienstleister in den Zügen der Westfalenbahn tätig seien, die unternehmenseigene Verhaltensrichtlinie akzeptieren. „Der Dienstleister hat sich weiterhin verpflichtet, das bei der Westfalenbahn eingesetzte Personal sorgfältiger auszuwählen und vorab zu überprüfen, damit Vorfälle wie die vom vergangenen Samstag sich in Zukunft nicht wiederholen“, teilt das Bahnunternehmen mit.

Der Sprecher weist darauf hin, dass die Westfalenbahn täglich Dienstleister für Fahrgäste verschiedener Nationalität, Glaubensrichtung und Gesinnung sei. „Dem begegnen unsere Kolleginnen und Kollegen, die selber so verschieden sind wie unsere Kunden, mit gebotenem Respekt und Toleranz. In dieser Gemeinschaft ist kein Platz für Gedankengut, welches diese Haltung ablehnt. Die Westfalenbahn ist und bleibt bunt.“

Alle Führungskräfte seien aufgefordert, diese Einstellung bei Dienstleistern einzufordern und entsprechendes Handeln zu fördern und zu kontrollieren. „Wir bedauern die vorgefallenen Ereignisse zutiefst und möchten uns für die Unannehmlichkeiten bei unseren Fahrgästen entschuldigen“, so die Westfalenbahn. „Zuletzt möchten wir uns außerdem bei den Personen bedanken, die mit angemessen, sachlichen Hinweisen auf den Missstand aufmerksam gemacht haben.“

Der Artikel wurde aktualisiert.

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