Naschen erlaubt! Die Erdbeeren sind reif!

Braunschweig  Trocken und sonnig – das ist das richtige Wetter für die roten Früchtchen. Wir sind bei der Ernte dabei.

Direkt in den Mund. Süß und saftig. Direkt vom Erdbeerfeld genascht, schmeckt’s am besten. Wir sind auf dem Obsthof Rieß in Geitelde. Dort wird schon geerntet.

Betritt man die schmalen Pfade der Plantage und bückt sich ein wenig, steigt schon der Erdbeerduft in die Nase. Himmlisch. Die Sonne scheint, es ist heiß: Das perfekte Wetter, um die fabelhaften Früchtchen zu naschen.

Kniend wird geerntet. Die Saisonarbeiter rutschen auf dem Boden von Pflanze zu Pflanze. Einen Zentimeter über dem grünen Käppchen knipsen die Pflücker mit den Fingernägeln die Frucht vom Stängel.

„Trocken und sonnig – das ist das perfekte Erdbeerwetter“, erklärt Matthias Rieß, Chef auf dem Obsthof. Die Früchte bestehen zu 90 Prozent aus Wasser.

„Erdbeeren sind Mimöschen. Sie mögen es warm, brauchen aber auch viel Wasser. Toll finden sie es in unseren Sonnentunneln“, sagt Ehefrau Renate Rieß. Der Vorteil ist hier, dass der Tunnel die Sonne speichert. Und so bleibt es auch nachts schön warm. „Wasser bekommen sie eh lieber von unten, als von oben.“

Naschen erlaubt! Die Erdbeeren sind reif!

Direkt in den Mund. Süß und saftig. Direkt vom Erdbeerfeld genascht, schmeckt’s am besten. Wir sind auf dem Obsthof Rieß in Geitelde. Dort wird schon geerntet. Video: Ida Wittenberg
Naschen erlaubt! Die Erdbeeren sind reif!

Die rote Köstlichkeit wird vor allem von Saisonarbeitern aus dem Ausland gepflückt. Viele kommen jedes Jahr wieder auf den Hof in Geitelde – in der Hauptsaison sind es bis zu 50 Helfer.

Die Bedingungen hätten sich in den vergangenen Jahren verändert. Die Saison-Arbeiter würden immer weniger und auch jünger, die Ansprüche höher. Die Helfer wollten nicht länger auf dem Boden herumkriechen. „Das war auch ein Grund, warum wir uns für die komfortable Anbauvariante mit einer Stellage entschieden haben“, sagt Renate Rieß. Denn: Eine Besonderheit auf dem Obsthof ist, dass ein großer Teil der Erdbeeren nicht mehr auf dem Boden wächst, sondern auf Stelzen in 1,50 Meter Höhe. Dort befinden sich meterlange Kästen mit den Erdbeerpflanzen. „Das hat für uns drei entscheidende Vorteile. Erstens: Das Pflücken ist komfortabler und geht wesentlich schneller. Zweitens: Wir sparen Lohnkosten. Drittens: Wir brauchen weniger Pflanzenschutzmittel, weil die Früchte keinen Bodenkontakt haben und somit nicht so schnell von Tieren angefressen werden“, erklärt Rieß.

Beim Anbau auf dem Feld gibt es so einiges zu beachten. Spätestens nach zwei Jahren muss dort die Fruchtfolge geändert werden. „Dann bauen wir Erdbeeren auf diesem Feld acht bis zehn Jahre lang gar nicht mehr an“, erklärt Rieß. In der Zwischenzeit kommen Weizen oder Zuckerrüben auf den Acker. Beim Pflanzen in der Höhe hingegen reicht es, jedes Jahr die Erde in den Kästen zu wechseln, damit die Erdbeeren genug Nährstoffe bekommen und gut gedeihen können.

Um den Pflanzenschutz kommt aber auch der Obsthof in Geitelde nicht herum. Es wird gespritzt, aber nur gelegentlich. „Wir sind ein zertifizierter Betrieb, es wird also genau kontrolliert, was wir einsetzen. Die Kunden müssen also nicht befürchten, dass sie mit den Früchten zu viel Chemie essen.“

Neben den Erdbeeren gibt’s auf dem Hof auch Äpfel, Aprikosen, Blaubeeren und Kirschen. Alles gerade in voller Blüte.

Aber auch bei den Erdbeeren gibt’s Spätzünder. Will heißen: verschiedene Sorten, die zu verschiedenen Zeiten reif sind. „Meine liebste Sorte ist die Malwina. Sie ist eine ganz späte Sorte und extrem dunkelrot. Viele Kunden denken, dass sie überreif ist und gar nicht mehr schmeckt. Weit gefehlt! Sie ist einfach köstlich!“, verrät Renate Rieß.

Die Erdbeer-Saison dauert von Anfang Mai bis etwa Mitte Juli. „Die Wetterprognose ist für uns in diesem Jahr sehr vielversprechend. Vermutlich können wir uns den schönsten Botschafter des Sommers auch den ganzen Sommer über schmecken lassen“, so die 57-Jährige. Das Selbstpflücken ist auf dem Hof ab Anfang Juni möglich. „Wir haben die Gäste gerne bei uns – egal, wie viel sie heimlich naschen“, sagt Renate Rieß mit einem Zwinkern.

Hat das Ehepaar Rieß eigentlich selbst die Erdbeeren nicht längst satt? „Aber nein!“, widerspricht Matthias Rieß entschieden. Am liebsten isst er sie frisch gepflückt vom Feld. Süß und saftig. Direkt in den Mund.

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