Nordsee schließt – Coffee Fellows kommt an den Hutfiltern

Braunschweig  Dort dreht sich das Braunschweiger Mieterkarussell. Die 1a-Lage wird nun weiter aufgewertet – auch durch die neue „Burggasse“.

Hier werden keine Fischbrötchen mehr verkauft. Mit Brettern zugenagelt ist der Außer-Haus-Tresen (links).

Hier werden keine Fischbrötchen mehr verkauft. Mit Brettern zugenagelt ist der Außer-Haus-Tresen (links).

Spektakulärer Mieterwechsel in der City. Nach mehr als 30 Jahren hat die „Nordsee“-Filiale am Hutfiltern/Ecke Kattreppeln geschlossen, Mitte Dezember schon. Der Außer-Haus-Tresen, über den jahrzehntelang abertausende Fischbrötchen von Hand zu Hand gingen, ist mit Holzbrettern vernagelt.

Doch im Inneren regt sich neues Leben. Die Handwerker sind eingezogen. Und bereits im April soll hier, an exponierter Stelle, ein namhafter Großmieter eröffnen: der Coffee-Shop-Gigant „Coffee Fellows“ mit Sitz in München. Und das wird, sind sich Experten wie der stellvertretende AAI-Vorsitzende Jan-Bernd Tangerding sicher, die 1a-Lage an Damm und Hutfiltern noch weiter aufwerten. Zumal die neue „Burggasse“, die bis Ende 2020 in der früheren Burgpassage entstehen wird, die Kunden massenhaft zum Hutfiltern spülen wird, direkt vor das „Coffee Fellows“.

Warum gab die „Nordsee“ auf?

Die Restaurantkette war bis Ende 2017 bei uns an drei Standorten vertreten, auch in der Schuhstraße und in den Schloss-Arkaden. Nun das Aus am Hutfiltern, nach gut 34 Jahren. Am 1. Juli 1983 hatte die „Nordsee“-Filiale eröffnet.

Als Grund für die Schließung nannte das Unternehmen den zuletzt fehlenden „wirtschaftlichen Erfolg“ der zweigeschossigen Filiale. Flächengröße, bauliche Substanz, Mitbewerber – einige Faktoren hätten nicht mehr gepasst. Das Zusammenspiel der genannten Faktoren sei „leider nicht mehr erfolgreich genug für eine Weiterführung“ gewesen, so eine Sprecherin. „Nordsee“ sei aber auf der Suche nach einem neuen Standort in Braunschweig.

Wer ist der neue Mieter?

Es handelt sich um die internationale Kaffeehaus-Kette „Coffee Fellows“ mit Sitz in München. Sie startete im August 1999 mit einem ersten Laden in München und eröffnet jetzt, im Januar 2018, ihre 200. Filiale. Firmenmiteigentümer ist der frühere Hockey-Olympiasieger Stefan Tewes (50). Das Konzept: neben Kaffee-Spezialitäten gibt es ein „herzhaftes Food-Konzept“ mit frisch belegten Bageln, handtellergroßen belegten Rundgebäcken mit Loch in der Mitte. „Der Gast bestimmt die Brotsorte und was auf seinen Bagel drauf soll. Der wird dann vor seinen Augen zubereitet“, erklärt Sprecherin Eva-Sybille Wossidlo das Konzept, das bei den Gästen wunderbar ankomme.

Die Kette ist mittlerweile in den Benelux-Staaten, in der Schweiz und in Österreich vertreten und beschäftigt rund 1200 Mitarbeiter. Warum sich das Unternehmen für Braunschweig entschied? Eva-Sybille Wossidlo: „Unser Expansionsteam hat Braunschweig als Standort schon seit Jahren im Visier, bislang jedoch keinen passenden Standort gefunden.“ Die Stadt verfüge über sehr viel Kaufkraft, das belegten Zahlen. „Wir glauben sehr an den Standort.“

Was erwartet die Gäste?

Geplant ist, dass „Coffee Fellows“ noch im April eröffnet. Das Franchise-Konzept setzt baulich auf hochwertige Materialien im sogenannten Industrial Style, mit alten Hölzern und viel Gemütlichkeit. „Unser Slogan ist: Feel at home“, so die Sprecherin gegenüber unserer Zeitung. „Die Gäste sollen ein zweites Zuhause bei uns im Coffee-Shop finden. Dafür ist das alte Gebäude ideal.“

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