Randalierer verletzten 20 Polizisten

Braunschweig  Nach der Aufstiegsparty am Pfingstmontag blieb alles friedlich. Aber: In der Nacht zuvor ist die Feier in Braunschweigs Innenstadt von den schwersten Krawallen seit Jahren überschattet worden.

Die Aufstiegsparty in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag ist von den schwersten Krawallen seit langer Zeit überschattet worden.

Die Aufstiegsparty in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag ist von den schwersten Krawallen seit langer Zeit überschattet worden.

Polizeisprecher Joachim Grande berichtete von 20 verletzten Polizisten. Sie erlitten unter anderem Bein- und Kopfverletzungen sowie einen Handbruch. Fünf von ihnen sind zunächst nicht dienstfähig.

Es gab 15 Festnahmen. Drei der Festgenommenen wurden ins Polizeigewahrsam genommen, wurden mittlerweile aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Laut Grande sei die Polizei gegen 21.15 Uhr in die Neue Straße gerufen worden, weil es in der Gaststätte Movie eine Schlägerei gegeben habe.

Beim Eintreffen der Beamten seien sie von gewaltbereiten Fußball-Fans mit Tischen, Stühlen, Gläsern und Flaschen beworfen wurden. Es wurden auch Stehtische mit schwerem eisernen Fuß nach den Beamten geschleudert. Die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke ein.

Die Neue Straße war mit Scherben übersät. Feuerwerkskörper explodierten.

Blaue Leuchtfackeln brannten. Die Randalierer skandierten: „Hier regiert der BTSV!“ Die Polizei „wurde von der außerordentlichen Aggressivität“ überrascht und habe sich, so Grande, „zurückziehen müssen und Verstärkung von Hundertschaften aus Hannover und Göttingen und der Bundespolizei angefordert. Gemeinsam mit den Kollegen, die wegen des Fußballspiels in Braunschweig waren und eigentlich schon Feierabend hatten, wurde die Neue Straße auf beiden Seiten abgeriegelt.“

Ein Augenzeuge der Geschehnisse berichtete: "Ich hab jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Die haben mit schweren Aschenbechern nach der Polizei geworfen."

Auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig wurde eingeschaltet und mit ihr vereinbart, so Grande, die Personalien von 328 Personen aufzunehmen. Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe sprach von „einem eklatanten Fall mangelnden Respekts gegenüber der Polizei“. Dass bei den Randalierern offenbar Alkohol im Spiel war, lässt er nicht als Entschuldigung gelten: „Der Alkohol bringt nichts hervor, was vorher nicht da war.“

Erst um 4 Uhr am Pfingstmontag war der Polizei-Einsatz beendet. Unter den Randalierern und Unbeteiligten, so Grande, habe es ebenfalls Verletzte gegeben, als die Polizei Pfefferspray einsetzte. Ihre Zahl ist unbekannt. Grande berichtete, dass die Vereinsführung von Eintracht Braunschweig von den Krawallen in Kenntnis gesetzt wurde.

Die Aufstiegsfeier auf dem Braunschweiger Schloss-Platz nutzte Eintracht-Präsident Sebastian Ebel, sich klar von den Randalierern zu distanzieren. "Unser besonderer Dank gilt der Polizei, die heute Nacht in harten Einsätzen war. Wir müssen jetzt aufpassen, vor allem bei den anstehenden Derbys, und klarstellen, dass so etwas nicht zu akzeptieren ist und die Polizei bei ihrer dankenswerten Arbeit unterstützen", sagte der Eintracht-Präsident.

Der Text wurde aktualisiert.

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