Wolfsburg. Um 11 Uhr wurde in ganz Wolfsburg Probealarm ausgelöst. Die Bürger bekamen Warnmeldungen aufs Handy. Der Katastrophenschutz zeigt sich zufrieden.

Rundum zufrieden zeigte sich Patrick Krause vom Wolfsburger Katastrophenschutz mit dem Ablauf des Warntages am Donnerstagvormittag. Um Punkt 11 Uhr, bei manchen schon vorher, lösten auf ungezählten Handys die lautstarken Warnmeldungen aus. Da, wo es nicht bimmelte, klingelte und rappelte, müsste noch die Warn-App aufs Smartphone geladen werden.

Um Punkt 11 Uhr waren alle 52 Sirenen auf dem Gebiet der VW-Stadt angegangen. Eine Minute lang im Dauerheulton. Später erfolgte der Dauerton für die Entwarnung. Auch, wenn die Wolfsburger vorgewarnt waren: Als es dann soweit war, erschraken viele dann doch. „Das war eindrucksvoll“, schilderte eine Mitarbeiterin in einem Supermakt der Innenstadt. „Viele haben da bald vor Schreck die Lebensmittel fallen gelassen. Ist ja aber gut, dass alles funktioniert für den Ernstfall.

Warntag soll in veränderter Welt für den Alarm sensibilisieren

Vor dem Rathaus standen Patrick Krause und seine Mitstreiter vom Katastropenschutz nicht nur, um alles von zentraler Position zu verfolgen. Es gehe auch um Bürgernähe und darum, Fragen zu beantworten, schildert Krause. Etliche Passanten nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Der Warntag sei letztlich auch eine Übung, um die Menschen mit den Abläufen bei behördlichen Alarmierungen vertraut zu machen. Und dafür, in einer sich verändernden Welt zu sensibilisieren.

Die Sirenen in Wolfsburg können nicht nur heulen, auch Lautsprecherdurchsagen sind möglich. Hier die Anlage auf dem Rathausdach. 
Die Sirenen in Wolfsburg können nicht nur heulen, auch Lautsprecherdurchsagen sind möglich. Hier die Anlage auf dem Rathausdach.  © Wolfsburg | Helge Landmann

Beim Warntag im vergangenen Dezember hatten viele Menschen die Warnmeldung noch nicht aufs Handy bekommen. Dies war nach einem ersten Eindruck am Donnerstag viel besser. Die Behörden hatten insbesondere mit Blick auf die Flutkatastrophe im Ahrtal das so genannte Cell Broadcastingaufgebaut. Darüber werden Kurznachrichten mit offiziellen Warnungen direkt an alle Handys verschickt, die mit dem Mobilfunknetz verbunden sind.

Die Wolfsburger waren im Vorfeld (auch in mehreren Sprachen) über etliche Kanäle über den Warntag informiert worden. Auch in den Flüchtlingsheimen gab man den weiteren Warntag bekannt und nicht zuletzt in den Einrichtungen, wo ältere Generationen leben, die den Zweiten Weltkrieg miterleben mussten und noch einmal anders auf auslösende Sirenen blicken.

Im Ernstfall sollen auch Notunterkünfte bereitstehen

52 Sirenen gibt es stadtweit. Zudem werde an so genannten „Leuchttürmen“ für die Bevölkerung gearbeitet. Das sind Unterkünfte und Anlaufstellen, 30 an der Zahl, in denen die Menschen in der Stadt und allen Ortsteilen im Ernstfall Unterkunft, Lebensmittel, medizinische Hilfe bekommen. Das reicht von Turnhallen, Gerätehäusern oder Schulen bis zur Ortsteilsprechstelle.

Bundesweit gibt es etwa 38.000 Sirenen. Zusammen mit den Warn-Apps, Radio- und Fernsehsendern sowie knapp 6.000 digitalen Anzeigetafeln lösten sie Donnerstagvormittag im Land Probealarm aus.

Beim ersten bundesweiten Warntag 2020 war vieles schiefgegangen. Beim zweiten Test am 8. Dezember 2022 lief es besser. Mit dem dritten Warntag gab es nun erneut einen bundesweiter Testlauf für die Alarmstrukturen in Deutschland. Es wird weiterhin regelmäßige Warntage geben.

Federführend bei allem ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Donnerstagvormittag auch in der ganzen Republik den Alarm für den Ernstfall probehalber auslöste.