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VW-Chef Diess und die unbequemen Enzos in Wolfsburgs City

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Herbert Diess und Daniela Cavallo saßen während eines Interviews beim 84. Stadtgründungstag auf einem blauen Enzo. 

Herbert Diess und Daniela Cavallo saßen während eines Interviews beim 84. Stadtgründungstag auf einem blauen Enzo. 

Foto: Helge Landmann / regios24

Wolfsburg.  Beim 84. Stadtgeburtstag sagt Volkswagen-Boss Herbert Diess Stadt Wolfsburg und Werk einen Kulturwandel voraus.

Beim Thema Wolfsburger Innenstadt legt Herbert Diess den Finger gern in die Wunde. Das war im Mai beim viel beachteten Diess-Talk mit Journalisten und Bürgern so. Und das war auch beim 84. Stadtgeburtstag am Freitagabend im Scharoun-Theater so. Entwaffnend ehrlich antwortete der VW-Chef auf die Frage von Moderatorin Sarah Froberg, ob er es denn bequem habe auf dem Enzo? „Nein!“, meinte Diess und erntete laute Lacher aus dem Publikum. Ein angedeutetes Probeliegen hatte Diess zuvor schnell abgebrochen. Betriebsratschefin Daniela Cavallo („Gar nicht so schlimm“) und VW-Personalvorstand Gunnar Kilian („Lässt sich gut aushalten“), die während der Talkrunde auch das erste Mal auf einem Enzo saßen, äußerten sich zum Thema Bequemlichkeit doch deutlich diplomatischer.

Bequem findet VW-Chef Herbert Diess die Enzos nicht

Zwölf dieser bunten Enzos zieren seit einigen Wochen den Hollerplatz vor dem Kunstmuseum. Laut Stadt und WMG sollen die Sitz- und Liegemöbel aus Polyethylen die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt steigern. Das ist zwar nett. Doch ein Herbert Diess denkt da in ganz anderen Dimensionen. Wolfsburg habe ja durchaus viel zu bieten. „Aber wir müssen die Lebensqualität in der Stadt verbessern“, legte der Wirtschaftsboss nach. Schließlich will Volkswagen nicht nur sein hoch qualifiziertes Personal in der Stadt halten, sondern auch neues aus der großen, weiten Welt in die niedersächsische Provinz locken.

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Diess’ Prognose: Wolfsburg wird sich in zehn Jahren neu erfinden

Geht es nach Diess, wird sich Wolfsburg in den nächsten zehn Jahren neu erfinden müssen und Mitte der 2030er Jahre nicht wiederzuerkennen sein. „Es wird ein riesiger Wandel stattfinden“, prognostizierte der 63-Jährige. Grund für seine Euphorie: das Trinity-Werk, das Mitte 2023 in Warmenau gebaut werden soll. „Damit setzen wir weltweit eine Benchmark“, ist der Top-Manager überzeugt. Durch die Entscheidung pro Wolfsburg verspricht sich Diess neue Motivation und neuen Schub für die Belegschaft. Er erwarte nicht weniger als eine Kulturveränderung. Ein bisschen Wasser in den leckeren Weißwein gossen Kilian und Cavallo. Die Stimmung sei angespannt, das erste Halbjahr herausfordernd gewesen, sagte der Personalvorstand im Interview.

VW-Betriebsratsvorsitzende Cavallo versprüht Zuversicht

Und die Betriebsratsvorsitzende betonte, wie wichtig es sei, alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei der anstehenden Transformation mitzunehmen. Wo Aufgaben wegfallen, müssten neue geschaffen werden. Doch Cavallo versprühte auch Zuversicht: „Wer, wenn nicht wir bei Volkswagen, kann das schaffen?!“

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