Feuer im Kreis Wolfenbüttel

Großbrand in Schöppenstedt – Nachlöscharbeiten noch am Mittwoch

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Die Aufnahme einer Drohne zeigt die Brand- und Einsatzstellen in Schöppenstedt, wo in der Nacht zu Dienstag ein Haus, das offenbar als Reifenlager diente, in Brand geraten war. 

Die Aufnahme einer Drohne zeigt die Brand- und Einsatzstellen in Schöppenstedt, wo in der Nacht zu Dienstag ein Haus, das offenbar als Reifenlager diente, in Brand geraten war. 

Foto: Matthias Strauss

Schöppenstedt.  160 Feuerwehrkräfte waren im Kreis Wolfenbüttel im Einsatz. Aus noch ungeklärter Ursache brannten in einem ehemaligen Wohnhaus Altreifen.

Ein Brand hat in der Nacht zu Dienstag am Schwarzen Weg in Schöppenstedt (Kreis Wolfenbüttel) zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt. Die Feuerwehr kämpfte bis in den Dienstagabend gegen die Flammen und die immense Verqualmung in dem ehemaligen Wohnhaus, in dem Altreifen bis unter das Dach lagerten. Die Feuerwehr hatte das Brandobjekt komplett mit Lösch-Schaum geflutet, um die Flammen zu ersticken. Noch am Mittwoch fanden jedoch Nachlöscharbeiten statt.

„Um 19 Uhr mussten wir noch etwas nachlöschen. Bei Reifen ist das immer ein bisschen schwierig, weil immer wieder Glutnester auftauchen“, erklärt Jan Fischer, Gemeindebrandmeister in der Samtgemeinde Elm-Asse. Auch am Mittwochmorgen musste die Feuerwehr noch Wasser und Schaum einsetzen, um die letzten Flammen zu ersticken.

Verletzt wurde nach ersten Informationen niemand. Das Feuer wurde gegen 4 Uhr gemeldet. Die Brandursache ist unklar. Wie Jan Fischer berichtet, sei bereits auf der Anfahrt ein deutlicher Feuerschein zu sehen gewesen. Den konnten die Einsatzkräfte zwar relativ schnell ablöschen, wie Fischer berichtet. Allerdings bemerkten die Einsatzkräfte schnell, dass in dem Haus Reifen gelagert waren – und die standen ebenfalls im Vollbrand.

Brennende Reifen so heiß, dass Feuerwehr Wasserprobleme hat

Die Feuerwehr musste sich gewaltsam Zugang zum Gebäude verschaffen. Die Lageerkundung ergab, dass in dem ehemaligen Wohnhaus Altreifen bis unter das Dach gelagert waren, ebenso wie in einem Anbau. Das Feuer griff schnell um sich und breitete sich bis in den hinteren Gebäudeteil aus, vor dem im Außenbereich ebenfalls Reifen gelagert waren.

Das brennende Gummi entwickelte eine dermaßen große Hitze, dass die Einsatzkräfte Probleme mit der Wasserversorgung bekamen. Neben dem Hydranten wurden zwei Löschwasserleitungen aus der 700 Meter entfernten Altenau und aus dem Sauerbach aufgebaut.

Unterdessen schlugen die Flammen auch durch den Dachstuhl. Die Feuerwehrkräfte setzten mehrere Strahlrohre und eine Drehleiter ein, auch um ein Übergreifen der Flammen auf eine unmittelbar angrenzende Lagerhalle zu verhindern.

Warnung: Fenster und Türen geschlossen halten

Zudem war die Rauchentwicklung so stark, dass sie nicht nur den Einsatz erschwerte, sondern auch die Bevölkerung per Warn-App NINA und Rundfunk gewarnt werden musste, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Polizei sperrte mehrere Straßen in der näheren Umgebung.

Um die Reifen abzulöschen, mussten die Feuerwehrleute sie auseinanderziehen und einzeln ablöschen – hier wurden schon große Mengen Lösch-Schaum eingesetzt. Laut Brandmeister Fischer eine sehr anstrengende und schmutzige Arbeit. Die Einschätzung der Einsatzleitung, dass man noch bis in die Mittagsstunden im Einsatz sein würde, bewahrheitete sich. Zunächst waren 120 Kräfte von insgesamt 19 Ortswehren vor Ort – inzwischen ist ihre Zahl auf 160 erhöht worden.

Für das restliche Ablöschen der Reifen hat sich die Einsatzleitung nun dazu entschieden, diese nicht aus dem Gebäude zu holen. Diese Aktion wäre zu material- und personalintensiv.

Im Auftrag der Unteren Wasserbehörde hat der Feuerwehr-Fachzug Spüren und Messen aus den Bächen in der Nähe Wasserproben entnommen, um sie anschließend auszuwerten. Derzeit lägen keine besorgniserregenden Hinweise auf Luft-, Boden- oder Wasserverunreinigungen vor hieß es.

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Waren die Altreifen sachgerecht oder widerrechtlich in dem ehemaligen Wohnhaus gelagert?

Bislang unklar ist, ob es sich um ein reines Wohnhaus handelt. Damit verbunden ist auch die Frage, ob die Altreifen in diesem Haus sachgemäß oder widerrechtlich gelagert waren. Die Verwaltungen der Samtgemeinde Elm-Asse und des Landkreises Wolfenbüttel sind angefragt.

Polizei hebt Straßensperrung im Kreis Wolfenbüttel wieder auf

Die Brandursache ist noch unklar, die Spezialisierte Tatortgruppe der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Einheiten der Kreisfeuerwehr übernehmen Schadstoffmessungen und die Einsatzverpflegung. Wegen des Einsatzes hatte die Polizei die L 625 von Schöppenstedt Richtung Evessen gesperrt. Die Straße ist für den Verkehr soeben wieder freigegeben worden.

Dem Vernehmen nach sollen die Altreifen für den Weiterverkauf in südamerikanische und afrikanische Länder bestimmt gewesen sein. Die verbrannten Reifen sollten angeblich in die Dominikanische Republik geliefert werden.

Die Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Elm-Asse mussten erst vor kurzem einen Großbrand in Hedeper-Bahnhof löschen. Dort war eine Scheune, in der rund 4000 Strohballen gelagert waren, in Brand geraten. Auch dort gestaltete sich die Löschwasser-Situation herausfordernd – die Feuerwehr musste das Löschwasser zum Teil aus einem Teich in Timmern und aus der Oker bei Hedwigsburg fördern. In Hedeper-Bahnhof dauerte der Einsatz sechs Tage. Erst dann war das Feuer aus.

Der Artikel wird aktualisiert.

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