Berlin. Viele der über 50-Jährigen will nach dem Renteneintrittsalter weiterarbeiten – Akademiker aber deutlich häufiger als Arbeiter.

Viele der über 50-Jährigen will später nicht regulär in Rente gehen, sondern auch im Alter noch weiterarbeiten. Wie eine Arbeitsmarktstudie der Königsteiner Gruppe zeigt, planen 43 Prozent der Befragten, auch im Rentenalter als Teilzeitkraft weiter beruflich tätig zu sein. Zu einem Minijob auf 520-Euro-Basis tendieren 41 Prozent. Für 17 Prozent ist sogar ein Job in Vollzeit eine Option. 15 Prozent geben an, in einem eigenen Gewerbe weiterarbeiten zu wollen. Zehn Prozent können sich eine ehrenamtliche Tätigkeit vorstellen. Mehrfachnennungen waren möglich.

Auffällig sind die Unterschiede in den Studien-Ergebnissen: Bei den Nicht-Akademikern geben zwölf Prozent der Befragten an, in Vollzeit weiterarbeiten zu wollen. Bei den Akademikern wünschen sich das dagegen 22 Prozent. Der Anteil derjenigen, die in einem Teilzeitarbeitsverhältnis arbeiten würden, ist bei Nicht-Akademikern hingegen niedriger als bei Akademikern (38 zu 48 Prozent). Dafür würden deutlich mehr Nicht-Akademiker trotz Rente per Minijob weiterhin arbeiten (48 zu 33 Prozent).

Arbeit in Rente: Bindung an den bisherigen Arbeitgeber spielt keine Rolle

Im Fall der Fälle ist es den Befragten größtenteils egal, für wen sie im Ruhestand arbeiten. 60 Prozent ist unwichtig, ob sie nach ihrem eigentlichen Ruhestand für den aktuellen oder einen anderen Arbeitgeber weiterarbeiten. Und 19 Prozent planen gar, ihr derzeitiges Unternehmen zu verlassen und stattdessen lieber für ein anderes Unternehmen tätig zu sein.

Auch nach dem Eintritt in die Rente noch weiterarbeiten? Für viele Beschäftigte über 50 ist das durchaus denkbar.
Auch nach dem Eintritt in die Rente noch weiterarbeiten? Für viele Beschäftigte über 50 ist das durchaus denkbar. © Shutterstock / DGLimages | DGLimages

Wie die Studie zeigt, wünschen sich 56 Prozent der Befragten zwischen 60 und 65 Jahren, in den Ruhestand zu gehen. Jeder Fünfte wünscht sich eine Rente im Alter zwischen 65 und 70 Jahren. Auch hier wird der Unterschied beim Wunsch-Eintrittsalter in den Ruhestand zwischen Akademikern und Nicht-Akademikern deutlich. Während sich bei den Akademikern 52 Prozent einen Ruhestand zwischen 60 und 65 Jahren und weitere 24 Prozent zwischen 65 und 70 Jahren wünschen, sind es bei den Nicht-Akademikern 61 Prozent zwischen 60 und 65 Jahre sowie lediglich 16 Prozent zwischen 65 und 70 Jahren.

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Pessimistisch zeigt sich die Generation 50+ bei der Ausdehnung des Renteneintrittsalters: 58 Prozent gehen davon aus, dass es in den nächsten drei bis acht Jahren von der Politik auf 70 Jahre angehoben wird.

Das Kölner Marktforschungsunternehmen Bilendi hatte im Februar 2023 im Auftrag der Königsteiner Gruppe bundesweit 1094 berufstätige Arbeitnehmer im Alter zwischen 50 bis 65 Jahren (Durchschnittsalter: 56,3 Jahre) befragt. Dabei wurden je zur Hälfte Akademiker und Nicht-Akademiker befragt. Alle Teilnehmer waren zum Zeitpunkt der Befragung erwerbstätig.