Datenleck bei VW in den USA

VW-Datenleck in Nordamerika - über 3,3 Millionen Kunden betroffen

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Neuer Ärger für Volkswagen in Nordamerika: Durch eine Panne bei einem Geschäftspartner waren Daten von mehr als 3,3 Millionen Kunden über ein Jahr lang ungesichert im Internet zugänglich.

Neuer Ärger für Volkswagen in Nordamerika: Durch eine Panne bei einem Geschäftspartner waren Daten von mehr als 3,3 Millionen Kunden über ein Jahr lang ungesichert im Internet zugänglich.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Herndon.  Daten von mehr als 3,3 Millionen Kunden waren über ein Jahr lang ungesichert im Internet zugänglich. Auch vertraulichere Daten sind betroffen.

Neuer Ärger für Volkswagen in Nordamerika: Durch eine Panne bei einem Geschäftspartner waren Daten von mehr als 3,3 Millionen Kunden über ein Jahr lang ungesichert im Internet zugänglich. Nach bisherigem Kenntnisstand gehe VW davon aus, dass vor allem Kunden und Kaufinteressenten der Tochter Audi betroffen seien, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag. Zuvor hatte das US-Blog „Techcrunch“ über das Datenleck berichtet und einen Brief an Kunden sowie ein entsprechendes Schreiben von Audis Anwälten veröffentlicht.

Großteil der Daten seien Kontaktinformationen

Bei dem Großteil der Daten handelt es sich laut VW lediglich um Kontaktinformationen. Dieser Teil des Leaks umfasse etwa Namen, E-Mail-Adressen, Telefon- und teilweise Fahrzeugnummern von rund 3,1 Millionen Audi-Kunden in den USA und 163.000 in Kanada sowie 3300 US-Kunden von VW.

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Auch einige US-Sozialversicherungsnummern bei Daten dabei

Es seien allerdings auch vertraulichere Daten von ungefähr 90.000 Audi-Kunden ungeschützt gewesen. In 95 Prozent dieser Fälle gehe es um Führerscheinnummern, doch ein geringer Teil betreffe auch hochsensible Angaben wie US-Sozialversicherungsnummern.

Informationen zwischen 2014 und 2019 gesammelt worden

Eine internationale Anwaltskanzlei erklärte in Briefen an Generalstaatsanwaltschaften in den USA vom 10. Juni im Auftrag von Volkswagen und Audi, dass eine unbefugte dritte Partei sich begrenzten Zugriff auf Kundendaten verschafft habe. VW habe die Justizbehörden eingeschaltet und externe Datenanalyse- und Cybersicherheits-Experten beauftragt. Die geleakten Informationen waren demnach zwischen 2014 und 2019 von einem Geschäftspartner zu Vertriebs- und Marketingzwecken gesammelt worden.

Zunächst keine Angaben zum betroffenen Geschäftspartner

Dem VW-Sprecher zufolge handelt es sich bei den Anwaltsschreiben an die Staatsanwaltschaften lediglich um einen formalen Schritt, zu dem Unternehmen in den USA bei solchen Kundendatenlecks verpflichtet seien. Es sei eine proaktive Maßnahme, aus der sich keinerlei Hinweis auf Ermittlungen der Justizbehörden ergeben. Volkswagen machte zunächst keine Angaben dazu, wer der Geschäftspartner ist, bei dem die Datenpanne auftrat, und wollte sich auf Nachfrage auch nicht zu möglichen Konsequenzen für das Unternehmen äußern.

Schwerer Stand von VW in den USA

VW hatte in Nordamerika wegen des im September 2015 von US-Umweltbehörden aufgedeckten „Dieselgate“-Skandals ohnehin jahrelang einen schweren Stand. Die massenhafte Manipulation von Abgasmesswerten hatte das Image des Konzerns stark angekratzt und die Verkaufszahlen in den USA zeitweise einbrechen lassen. VW betrieb großen Aufwand, um seinen Ruf wieder aufzupolieren und das Vertrauen von US-Kunden zurückzugewinnen. Zuletzt liefen die Geschäfte auch wieder rund, im ersten Quartal stieg VWs US-Absatz um 21 Prozent.

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