VW kündigt Absatzrückgang an

Wolfsburg.   Die Marke kann wegen der Umstellung auf WLTP im September und Oktober weniger Autos liefern.

„Wir haben das Projekt WLTP nicht gut genug gesteuert“, sagte Herbert Diess, Konzernvorstand Volkswagen, dem Mitarbeitermagazin „Inside“.

„Wir haben das Projekt WLTP nicht gut genug gesteuert“, sagte Herbert Diess, Konzernvorstand Volkswagen, dem Mitarbeitermagazin „Inside“.

Foto: Swen Pförtner / dpa

Die Umstellung auf den neuen Abgastest WLTP beschäftigt Volkswagen weiterhin. „Im September werden wir durch die WLTP-Umstellung deutlich weniger Fahrzeuge in Europa ausliefern können. Auch der Start in den Oktober wird noch verhalten ausfallen“, kündigte der Vertriebsvorstand der Marke VW, Jürgen Stackmann, gestern laut einer Mitteilung an. Im November und Dezember rechnet VW dann allerdings wieder mit einem starken Absatz.

Trotz Schwierigkeiten durch den neuen Prüfstandard konnte VW im August ein Plus von 3,17 Prozent auf 513 300 Autos bei den Auslieferungen verzeichnen. In Westeuropa setzte die Marke mit 108 000 Wagen 26,1 Prozent mehr ab als im Vorjahresmonat. Auch in Deutschland stieg die Zahl der ausgelieferten PKW kräftigt um 17,3 Prozent auf 43 400. Rückgänge musste der Autobauer in China und Nordamerika hinnehmen. Im Reich der Mitte gingen die Auslieferungen um 3,2 Prozent auf 257 800 Autos zurück, in Nordamerika um 7,5 Prozent auf 51 400 Fahrzeuge.

Die insgesamt starken Auslieferungszahlen sind laut Auto-Analyst Frank Schwope von der Nord-LB vor allem auf die Abverkaufsprogramme für Autos zurückzuführen, die nach dem nun auslaufenden Prüfstandard getestet wurden. Auch wenn der September und Oktober schwächer ausfallen dürften, rechnet der Analyst mit einem neuen Rekordjahr für den Volkswagen-Konzern – „ bei Absatz, Umsatz und Ergebnisgrößen“.

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender des Konzerns, begründete den Rückstand bei WLTP mit der Dieselkrise. Diese habe die Entwicklerteams des Konzerns sehr beschäftigt. „Wir müssen aber auch selbstkritisch einräumen, dass wir das Projekt WLTP nicht gut genug gesteuert haben“, sagte der Konzern-Chef in der VW-Mitarbeiterzeitung „inside“.

Wie Bernd Osterloh am Dienstag in einer Betriebsratsversammlung mitteilte, hat das Unternehmen für die erste Oktoberwoche einen Produktionsstopp beantragt. Zugleich soll es im letzten Quartal aber auch drei Sonderschichten in der Tiguanfertigung geben. Personalvorstand Gunnar Kilian sagte: „Auch künftig stehen uns große Anstrengungen bevor.“

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