Firmen in Niedersachsen hoffen auf mehr Geschäfte mit Japan

Braunschweig.  Der Handelspakt mit der EU steht. Das Handelsvolumen mit Niedersachsen liegt bereits bei 2,2 Milliarden Euro – Tendenz steigend.

Eine Frau geht in Tokio an einem Monitor, der die Börsenkurse anzeigt, vorbei.

Eine Frau geht in Tokio an einem Monitor, der die Börsenkurse anzeigt, vorbei.

Foto: Koji Sasahara / dpa

Unternehmen aus Niedersachsen hoffen wegen des neuen Freihandelsabkommens zwischen der EU und Japan auf bessere Geschäfte mit dem Land in Fernost. Das am Dienstag in Tokio unterzeichnete Abkommen soll Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen. Der Handel auf dem japanischen Markt werde für Unternehmen aus Niedersachsen deutlich leichter, teilte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Niedersachsen mit.

IHK-Sprecher Klaus Pohlmann sagte: „Der Handelspakt verschafft heimischen Unternehmen einen besseren Marktzugang zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt.“

Weltweit liegt Japan laut der IHK mit Blick auf das Handelsvolumen auf Rang 23 unter allen Handelspartnern Niedersachsens. Vergangenes Jahr lag das Handelsvolumen bei 2,2 Milliarden Euro. Waren und Dienstleistungen im Wert von 1,3 Milliarden Euro exportierten niedersächsische Unternehmen nach Japan. Die Importe beliefen sich auf 0,9 Milliarden Euro.

Pohlmann bewertete den Pakt als „handelspolitischen Volltreffer“. Er sei in schwierigen Zeiten ein Symbol gegen Protektionismus. Das Abkommen mit Japan erfolgt mitten im Handelskonflikt mit den USA.

Auch Volkswirtschaftler Mathias Erlei, Wirtschaftsprofessor an der TU Clausthal, begrüßte den Handelspakt. Da in den kommenden Jahren mehr als 90 Prozent der Zölle abgebaut werden, werde der Wettbewerb gestärkt. „Für die Konsumenten ist das gut.“ Erlei rechnet mit fallenden Preisen.

Auf dem hart umkämpften Automobilmarkt gelte der Preiswettbewerb mit japanischen Konzernen bereits. Für VW und andere werde sich nicht viel ändern. Erlei: „Japanische und deutsche Konzerne befinden sich auf Augenhöhe.“

Die Bedenken von Verbraucherschützern und Umweltverbänden teilt Erlei nicht. Die Verbände befürchten, dass über Jefta – so die inoffizielle Abkürzung des Abkommens – europäische Standards ausgehebelt werden könnten. Die Verbände befürchten zum Beispiel schlechteres und teureres Trinkwasser. „Da habe ich keinerlei Bedenken“, so Erlei. Die öffentliche Hand in Deutschland habe auch künftig das Vorrecht, Dienstleistungen in eigener Regie zu übernehmen.

Das Agrarland Niedersachsen dürfte besonders vom Abkommen profitieren. Das Thünen-Institut mit Sitz in Braunschweig errechnete, dass die EU Agrarprodukte im Wert von sechs Milliarden Euro exportiert. Dieser Wert werde sich mehr als verdoppeln.

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