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Das sagt Max Kruse zur Trennung vom VfL Wolfsburg

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Geht’s für Max Kruse jetzt in die USA?

Geht’s für Max Kruse jetzt in die USA?

Foto: Darius Simka / regios24

Wolfsburg.  Nachdem sich der VfL Wolfsburg und Kruse auf eine Trennung geeinigt haben, kündigt der Ex-Nationalspieler ein neues „Abenteuer“ an.

Max Kruse inszeniert seine Außendarstellung gerne selbst. Am liebsten über die Kanäle, die er kontrollieren kann: die sozialen Medien. Das tat er auch am Dienstag wieder. Lässig im Kapuzenpulli und mit Umhängetasche richtete er das Wort an seine rund 388.000 Follower auf Instagram, um Stellung zu nehmen zur Vertragsauflösung, auf die er sich einen Tag zuvor mit Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg geeinigt hatte.

Max Kruse: „Ich glaube, das ist für alle Seiten das Beste“

Wer nun aber erwartet hat, der 34-Jährige würde noch einmal über seinen Ex-Klub abledern, der war auf der falschen Fährte. „Ich glaube, jeder von euch hat es jetzt mitbekommen: Wir haben uns darauf geeinigt, den Vertrag einvernehmlich aufzulösen. Ich glaube, das ist für alle Seiten das Beste“, sagte Kruse. Die Ähnlichkeit dieser Aussage zur VfL-Pressemitteilung und dem Wortlaut des Statements von Sportdirektor Marcel Schäfer ist beinahe schon verdächtig.

Anstatt die große Keule zu schwingen, wie der Offensivmann es in der Vergangenheit immer mal wieder getan hat, wollte er seiner Anhängerschaft lieber ein paar Brotkrumen hinwerfen, sie neugierig machen auf seine Zukunft: „Ihr kennt mich. Ich bin immer für Überraschungen gut“, leitete Kruse ein, „ich will noch keine Einblicke geben. Ich lasse mir ein bisschen Zeit bei meiner Entscheidung, welches Abenteuer als nächstes kommt. Aber es wird eins kommen. Das kann ich euch versprechen.“

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Führt die Spur in die USA?

Ein halbes Jahr bis zum Sommer auf eine neue Anstellung werde er aber nicht warten müssen. Das unternehmerische Ziel: In der im Januar beginnenden Transferperiode einen neuen Klub finden. Das geografische Ziel dagegen ist noch ungeklärt. Immer wieder wurde dem Linksfuß ein Karriere-Abend in den USA angedichtet. Diese Idee liegt auch nahe. Schließlich ist Kruse bekennender US-Fan, verbringt seine Urlaube gerne bei seinem dort lebenden Sohn – oder am Pokertisch der Casinos von Las Vegas.

Am wichtigsten für ihn sei nun aber, nach seiner Muskelverletzung wieder gesundgeschrieben zu sein, um sich auf den Fußball konzentrieren zu können und sich „richtig fit“ zu machen. Den Verantwortlichen beim VfL wird es egal sein. Das Kapitel Kruse ist für sie beendet. Im Januar dieses Jahres war der 34-Jährige zum zweiten Mal in die VW-Stadt gewechselt. Er sollte im Abstiegskampf helfen. Das tat er mit sieben Toren und einer Vorlage auch. Danach aber zerbrach das Verhältnis nach und nach. Trainer Niko Kovac hatte Kruse bereits vor Monaten suspendiert. Dass er für die Wölfe kein Spiel mehr machen würde, war also ohnehin klar.

Für den VfL Wolfsburg war das Kruse-Experiment nicht günstig

Richtig günstig war das Kruse-Experiment aber nicht. An Union Berlin zahlten die Wölfe im Januar rund 5 Millionen Euro Ablöse. Kruses Jahresgehalt soll bei rund 3,8 Millionen Euro gelegen haben. Durch die Auflösung des bis Sommer 2023 gültigen Vertrags spart der Klub einen Teil davon ein – muss dafür aber eine Abfindung abdrücken.

Auch Kruse ist sicherlich erleichtert. Und seine Follower werden ihm weiterhin folgen – egal, wohin es geht. Das liegt auch daran, dass Max Kruse bei allen Eskapaden eines sicherlich nicht vorgeworfen werden kann: Meinungsschwäche.

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