Keine Quarantäne – Erleichterte Löwen wollen in Berlin siegen

Braunschweig.  Der Corona-Fall bei Braunschweigs Basketballern war falsch-positiv. Mit einem hohen Sieg beim Meister könnten sie sogar ins Pokal-Top-Four einziehen.

Sie dürfen spielen: Die Erleichterung, um eine Quarantäne herumgekommen zu sein, ist bei Luc van Slooten (Mitte), Gavin Schilling und den anderen Löwen groß. Nun kämpfen sie an Silvester bei Meister Alba Berlin ums Weiterkommen im Pokalwettbewerb.

Sie dürfen spielen: Die Erleichterung, um eine Quarantäne herumgekommen zu sein, ist bei Luc van Slooten (Mitte), Gavin Schilling und den anderen Löwen groß. Nun kämpfen sie an Silvester bei Meister Alba Berlin ums Weiterkommen im Pokalwettbewerb.

Foto: Imago/Kessler-Sportfotografie

Mit so viel Elan und Erleichterung wie am Mittwochnachmittag sind Braunschweigs Basketballer wohl noch nie in eine Trainingseinheit gestartet. Denn ob sie ihren Beruf in den nächsten zwei Wochen würden ausüben können, war am Vormittag noch völlig unklar. Das Braunschweiger Gesundheitsamt hatte – nachdem am Montag ein Löwen-Profi schwach-positiv auf das Corona-Virus getestet worden war – zunächst eine Quarantäne für die komplette Mannschaft angeordnet, obwohl alle anderen Spieler und Teammitglieder negativ waren.

Am Mittwochmorgen lagen dann die Ergebnisse der nächsten Testreihe vom Dienstag vor. „Alle Abstriche waren negativ“, frohlockte Geschäftsführer Nils Mittmann, „einschließlich der des am Montag positiv getesteten Spielers.“ Doch das allein reichte noch nicht fürs große Aufatmen, die kurzfristige Saisonfortsetzung der Löwen hing weiterhin am seidenen Faden.

Banger Blick der Basketball Löwen Braunschweig Richtung Gesundheitsamt

Die bange Frage: Würde das Gesundheitsamt die Quarantäne auch wirklich aufheben? Der Positivtest vom Montag stand ja noch im Raum. Doch eine Expertise des Labors in Lehrte half den Löwen. Demnach wurde der erste Test als falsch-positiv eingeordnet, berichtete Mittmann gestern Mittag heilfroh. „Das Gesundheitsamt hat uns dann mündlich mitgeteilt, dass die Quarantäne aufgehoben ist.“

Die Löwen-Profis freuten sich nach zwei Tagen in häuslicher Isolation „wahnsinnig“, am Nachmittag wieder auf die Körbe werfen zu können, jubelte Trainer Pete Strobl. „Die Phase der Ungewissheit war schon eine Belastung für jeden Einzelnen“, sagte Mittmann, hofft aber, dass dieses Gefühl der Ohnmacht bei den Spielern durch die Übungseinheit schnell wieder verflogen ist. Zumal gleich tags darauf, Silvester, mit dem Pokalspiel beim Titelverteidiger Alba Berlin ja eine attraktive und spannende Herausforderung wartet.

So können die Löwen noch das Top-Four-Turnier erreichen

Einerseits haben die Löwen beim Meister überhaupt nichts zu verlieren, andererseits können sie noch etwas erreichen: Bei einem Sieg mit mindestens 17 Punkten würde die Mannschaft von Pete Strobl das Final-Four-Turnier in München erreichen, sofern die Berliner später noch die bereits ausgeschiedenen Oldenburger schlagen. Bei anderen Ergebnissen können es Berlin oder auch Löwen-Bezwinger Bonn schaffen. Die Pokalgruppe A ist noch extrem spannend und auch der Zweite streicht eine stattliche Prämie ein.

So ein hoher Sieg beim so spiel- und kampfstarken Euroleague-Teilnehmer aus der Hauptstadt wäre den Löwen unter normalen Umständen nicht zuzutrauen. „Aber was Berlin in den letzten Wochen durchgemacht hat, hat nichts mit normaler Spielvorbereitung zu tun“, weiß Mittmann und hofft, dass heute eher der Spruch von den eigenen Gesetzen des Pokalwettbewerbs gilt.

Zu hohe Belastung: Favorit Alba Berlin plagt heftige Verletzten-Misere

Denn die Berliner gehen derzeit am Stock und scheinen verwundbar. Durch ihre Corona-Zwangspause zu Saisonbeginn, die Ansammlung von Nachholspielen und die daraus folgende Termin-Hatz durch drei Wettbewerbe kommen sie kaum zum Atemholen. Im Dezember standen 13 Spiele auf dem Programm, in den nächsten 19 Tagen sind es 9.

Und auch wenn man den Zusammenhang nicht beweisen kann, die aktuelle heftige Verletzten-Misere dürfte eine Folge dieser Überbeanspruchung sein. Weil am Dienstagabend bei der 71:74-Niederlage in der Euroleague gegen Kaunas auch noch Albas Anführer Luke Sikma verletzt ausfiel, treffen die Löwen auf den geschwächtesten Berliner Kader der Saison. Trainerlegende Aito Reneses ist wegen eines positiven Coronatests in Quarantäne, auf dem Feld fehlen in Sikma, Spielermacher Peyton Siva, Center Ben Lammers und Scharfschütze Marcus Erikson vier Schlüsselspieler.

Berlin-Reise für Basketball Löwen Braunschweig preiswerter als ein Heimspiel

Auch dass diese Nachholpartie aus der Gruppenphase in Bonn überhaupt an Silvester stattfindet, ist dem aberwitzigen Spielplan der Berliner geschuldet. Eigentlich hätten die Löwen Heimrecht bekommen, doch sie lehnten den Vorschlag der BBL auf ein Silvesterspiel in der VW-Halle ab. Als sich dann aber beim besten Willen kein anderes Datum finden ließ, stimmten sie zu, an die Spree zu reisen.

„Das war auch eine betriebswirtschaftliche Entscheidung“, erläutert Nils Mittmann. „Nach Berlin zu fahren, ist preiswerter, als das Spiel hier stattfinden zu lassen.“ Das zweite Argument sei die Rücksichtnahme auf die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen der Löwen gewesen. „Die Leute, die hier arbeiten, sind mit so viel Herzblut dabei und opfern so viele Wochenenden, da müssen wir sie nicht noch Silvester beanspruchen“, begründet der Geschäftsführer. „So spielen wir um 14 Uhr, das ist eine vertretbare Zeit, und zum Jahreswechsel ist jeder weder zu Hause.“

Pokalspiel: Alba Berlin – Löwen Braunschweig, Silvester, 14 Uhr, live bei Magentasport

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