Löwen-Trainer Strobl: „So etwas darf nie wieder passieren“

Braunschweig.  Braunschweigs Basketballer wollen am zweiten Weihnachtstag in Frankfurt die Crailsheim-Pleite vergessen machen. Sie haben fünf Spiele in elf Tagen.

Vergebliche Anweisungen: Trainer Pete Strobl redet im Spiel gegen Crailsheim mit seinen Spielern. Die Löwen fanden aber keinen Ansatzhebel, um die hohe Niederlage zu verhindern. Am Samstag in Frankfurt soll alles besser werden.

Vergebliche Anweisungen: Trainer Pete Strobl redet im Spiel gegen Crailsheim mit seinen Spielern. Die Löwen fanden aber keinen Ansatzhebel, um die hohe Niederlage zu verhindern. Am Samstag in Frankfurt soll alles besser werden.

Foto: Regios24/Simka

Der Start in die normalerweise besinnlichen zwei Wochen begann für Braunschweigs Basketballer am Sonntag mit ganz neuen Erfahrungen. Trainer Pete Strobl hatte sie als Reaktion auf die 75:108-Heimpleite gegen Crailsheim zum Straftraining die Treppen in der VW-Halle hoch und runter hetzen lassen, was das Team auch ohne zu murren tat.

Trainer bewertet Spiel: "Peinlich"

Es sollte eine Art Hallo-Wach sein vor dem trainingsfreien Montag, erläuterte Strobl nun diese Maßnahme, die auch für ihn selbst eine neue gewesen sei. „Ich wollte, dass sich in den Köpfen festsetzt, dass so ein Auftritt nie wieder passieren darf – ich fand ihn peinlich“, sagte er. Die Spieler hätten sich nicht beschwert, berichtet er. „Aber ich hoffe, dass sie sauer waren, denn Emotionalität ist ganz wichtig.“

Wieder mehr Energie, Intensität und Leidenschaft, aber auch eine bessere spielerische Struktur in Angriff wie Verteidigung werden die Löwen auch brauchen, wenn sie das harte und weichenstellende Programm über die Feiertage halbwegs erfolgreich bewältigen wollen. Mit der Partie am zweiten Weihnachtstag beim Tabellen-13. Frankfurt starten sie in eine Phase mit fünf Spielen in elf Tagen. Nächsten Dienstag kommt Bonn, an Silvester geht’s nach Berlin zur Pokalpartie bei Titelverteidiger Alba, am Sonntag nach Chemnitz, ehe am 5. Januar Titelanwärter Bayern München zu Gast ist.

Frankfurt, Bonn und Chemnitz kommen aus der unteren Tabellenhälfte, wie die vier Kontrahenten, die die Braunschweiger bereits geschlagen haben. Eine Gelegenheit, das Punktekonto aufzustocken, ehe München und die anderen Topmannschaften warten. Denn dass die Löwen von deren Niveau noch eine ganze Ecke entfernt sind, haben die hohen Pleiten gegen Oldenburg und Crailsheim verdeutlicht.

Das Crailsheim-Spiel erde die Mannschaft hoffentlich, sagte auch Sportdirektor Nils Mittmann und urteilte: „Wir haben uns überschätzt.“ Die Süddeutschen hätten mit ihrer physischen Verteidigung genau gewusst, was sie tun müssen, um zu gewinnen. „Dieses Gefühl hatte ich bei uns heute nicht“, sagte er beim Online-Fantalk der Löwen. „In unserer Verteidigung waren Riesenlücken, es gab enorme Abstimmungsprobleme.“

In Frankfurt wartet nun erneut ein Gegner, der für seine Top-Defensive bekannt und berüchtigt ist, aber offensiv mit Ausnahme von Topscorer Matt Mobley (16,5 Punkte) bislang keine Bäume ausreißt. Allerdings konnte Trainer Sebastian Gleim sein Team kürzlich verstärken, der ehemalige Braunschweiger Joe Rahon wurde zurückgeholt. „Er passt perfekt, er ist ein reiner Playmaker, der seine Mitspieler besser macht“, betont Strobl. „Frankfurt ist nicht mehr das Frankfurt von vor zwei Wochen.“

Wie generell in der BBL könne sein Team bei den Skyliners nur gewinnen, wenn es mindestens 90 Prozent seiner Leistungsfähigkeit auch wirklich aufs Parkett bringe, sagt der Coach. Neben einer kollektiv energischeren und härteren Defensive sei auch wieder eine bessere Ballbewegung vonnöten.

Dass im Vorfeld der Partie praktisch kaum Weihnachtsstimmung aufkommt bei den Löwen, liegt allerdings nicht am Straftraining oder dem harten Jahresend-Programm. Ein Basketballprofi ist es ja gewohnt, über die Festtage und den Jahreswechsel zu trainieren und zu spielen. Doch normalerweise sind dies auch schöne Tage mit den vollsten Zuschauerrängen der Saison außerhalb der Play-offs und einigen feierlichen Momenten im Team mit leckerem Essen zusammen mit den Partnerinnen der Profis. Das alles muss wegen Corona in diesem Jahr ausfallen. „Wir waren eigentlich entschlossen, für die Mannschaft ein gemeinsames Weihnachtsessen oder Ähnliches stattfinden zu lassen“, berichtet Nils Mittmann. Angesichts der Verschlimmerung der Pandemie-Lage habe man die Pläne dann aber gestrichen.

„Wir können uns ja nicht rausnehmen, wenn überall anders in der Gesellschaft Feiern ausfallen müssen“, sagt der Geschäftsführer. Es hätten sich ohnehin nur die allesamt getesteten Spieler treffen können und nicht deren Frauen. Und wo hätte ein Essen stattfinden sollen? „Wir werden das zu einem passenderen Zeitpunkt nachholen“, verspricht Mittmann und hofft darauf, dass sich seine Löwen die nächsten Tage wenigstens mit ein paar Siegen versüßen können.

Frankfurt Skyliners – Löwen Braunschweig, Sonnabend, 18 Uhr, live bei Magentasport

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder