Basketball Löwen verlieren in Frankfurt nach Verlängerung

Braunschweig.  Das hätte auch anders herum ausgehen können: Braunschweigs Basketballer verpassen beim 98:103 mit dem letzten Wurf der regulären Spielzeit den Sieg.

Ausgerutscht: Karim Jallow und die Löwen hätten in Frankfurt auch gewinnen können. Der Braunschweiger Kapitän hatte mit dem letzten Wurf in der regulären Spielzeit Pech, der den Sieg bedeutet hätte.

Ausgerutscht: Karim Jallow und die Löwen hätten in Frankfurt auch gewinnen können. Der Braunschweiger Kapitän hatte mit dem letzten Wurf in der regulären Spielzeit Pech, der den Sieg bedeutet hätte.

Foto: Imago / Kessler-Sportfotografie

Schade. Braunschweigs Basketballer haben am zweiten Weihnachtstrag in Frankfurt den Weg zurück in die Erfolgsspur noch nicht gefunden. Wie schon im ersten Auswärtsspiel in Göttingen schnupperten sie gegen einen Gegner auf Augenhöhe an einem Sieg, mussten dann aber doch geschlagen die Heimfahrt antreten. Das 98:103 gegen die Skyliners nach Verlängerung (84:84, 45:47) war eine ärgerliche, unnötige Niederlage, aber andererseits auch eine verdiente.

„Unsere Verteidigung muss besser werden“, monierte Kapitän Karim Jallow bei Magentasport. „Unser Ziel ist es, die Gegner unter 80 Punkte zu halten, und das hat zum zweiten Mal in Folge nicht geklappt.“ Der Löwen-Topscorer ärgerte sich vor allem darüber, dass sich sein Team in der Verlängerung dreimal durch den gleichen Spielzug Dreier des Skyliners-Topscorers Matt Mobley (31 Punkte) einfing, der sein Team damit auf Siegkurs brachte. „Er hat wirklich von sehr weit draußen getroffen, das waren ja sieben, acht Meter“, erkannte Löwen-Trainer Pete Strobl an. „Und wir hatten leider keine Antworten.“

Basketball Löwen Braunschweig verlieren gegen Frankfurt: Karim Jallow vergibt Siegchance

Nach den ersten beiden Mobley-Treffern, die Jallow noch auf dem Feld miterlebte, konnten die Löwen sich wieder herankämpfen. Doch der dritte Distanztreffer des Amerikaners 1:22 Minute vor Schluss zum 95:91 war der eine zu viel. Jallow, der eine herausragende erste Hälfte mit 16 Punkten gespielt hatte, saß inzwischen nach dem fünften Foul draußen und ärgerte sich umso mehr, weil er es gewesen war, der die Riesen-Siegchance für seine Mannschaft zuvor nicht hatte verwandeln können.

Denn zum Ende der regulären Spielzeit hatten die Braunschweiger mit ihrer besten Verteidigungsphase einen 77:84-Rückstand in den letzten drei Minuten noch egalisiert. Ein Dreier des neben Jallow und Lukas Meisner besten Braunschweigers, James Robinson, brachte 29 Sekunden vor Schluss den 84:84-Ausgleich. Dann gelang den Löwen noch ein Ballgewinn, weil Meisner und Bryon Allen beim letzten Angriff der Skyliners die Hand in den Passwegen hatten. 4,5 Sekunden blieben ihnen für den Siegwurf. Jallow bekam wie geplant den Ball, warf von recht weit draußen, traf aber nicht. Verlängerung.

Bryon Allen wird bei den Basketball Löwen zur tragischen Figur

Die tragische Figur im Strobl-Team trug die Nummer 5. US-Profi Bryon Allen traf einfach nicht, versuchte es aber unverdrossen weiter. Der Amerikaner hatte in der ersten Hälfte nur einen von sechs Feldwürfen versenkt. Immerhin ein Dreier, mit dem er das Team nach zehn Punkten Rückstand (26:36, 14.) wieder auf Tuchfühlung brachte. Im dritten Viertel lief es besser, mit zwölf Punkten ging er voran und schien die Kurve bekommen zu haben. Doch danach holte ihn das Wurfpech wieder ein. Unter dem Strich sind sieben Treffer für einen Führungsspieler, der 20-mal auf den Korb wirft, einfach zu wenig.

Die Löwen schafften es nicht, die Wende zu erzwingen. Beim Stand von 73:73 hatten die Braunschweiger die Chance, erstmals seit der achten Minute in Führung zu gehen. Doch Center Gavin Schilling versemmelte zwei Freiwürfe, und Allen verlor im anschließenden Ballbesitz das Spielgerät. Die Frankfurter versenkten einen Schnellangriff und waren wieder obenauf, zumal sie seit der Halbzeit Jallow besser unter Kontrolle bekamen.

Pete Strobl: „Es war so ärgerlich, wie schlecht wir von der Linie getroffen haben“

Doch ganz unabhängig von der Jallow-Chance, der Mobley-Gala und Allens Wurfpech war es eine ganz andere Kategorie, in der die Löwen das Spiel verloren. „Es war so ärgerlich, wie schlecht wir von der Linie getroffen haben“, klagte Pete Strobl angesichts von neun verschenkten Freiwürfen. Denn sowohl bei den Dreiern (45:41 Prozent) als auch bei den Feldwürfen gesamt (50:49) kam sein Team auf eine bessere Quote als der Gegner und war auch bei den Rebounds und Ballverlusten gleichauf. Aber Frankfurt verwandelte eben 31 von 36 Freiwürfen, während die Löwen nur 15 Punkte machten aus 24 Versuchen. „Ein Treffer mehr in der regulären Spielzeit und wir hätten gewonnen“, bedauerte der Trainer.

So mussten sich die Löwen ohne Weihnachtsgeschenk zurückfahren. Für das nächste Heimspiel, das schon am Dienstag gegen Bonn steigt, können sie immerhin mitnehmen, dass sie sich nach der Heimpleite gegen Crailsheim wieder stabilisiert haben. 22 Vorlagen zeugen von gutem Offensivspiel. „Wir haben Fortschritte gemacht und viele gute Dinge gezeigt“, sagte Strobl, konnte sich damit aber nicht trösten. „Nach Verlängerung zu verlieren, tut immer besonders weh.“

Löwen: Jallow 23 (63%, 7 Rebounds, 2 Ballgewinne), Allen 21 (35%, 7/20 Würfe, 7 Vorlagen), Meisner 18 (58%, 3/5 Dreier, 9 Rebounds, 3 Vorlagen), Robinson 16 (50%, 3/5 Dreier, 8 Vorlagen), Schilling 12 (67%, 9 Rebounds), van Slooten 6, Wank 2, Peterka, Zeeb, Watkins, Göttsche.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder