Beienrode. Mit Klaus Geyer wurde erstmals ein Geistlicher in der Bundesrepublik wegen Totschlags verurteilt. Er leugnete die Tat bis zu seinem Tod.

„Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“, heißt es in dem Gedicht „Die unmögliche Tatsache“ von Christian Morgenstern. Vielleicht lässt sich damit die fassungslose Ungläubigkeit angesichts dessen erklären, was vor 25 Jahren Stück für Stück ans Licht der Öffentlichkeit kommt – in einem aufsehenden Indizienprozess, der weit über die Region hinaus in ganz Deutschland für riesige Aufmerksamkeit sorgt. Als das Landgericht Braunschweig am 16. April 1998 den evangelischen Pastor Klaus Geyer aus Beienrode bei Königslutter des Totschlags an seiner Frau für schuldig befindet und zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, wird mit diesem Urteil Kriminalgeschichte geschrieben: Noch nie zuvor war in der Bundesrepublik ein Geistlicher wegen eines Tötungsdeliktes angeklagt und verurteilt worden.