So können Eltern ihren Kindern beistehen

Gifhorn  Die Gifhorner Kinderkrebsfürsorge unterhält Wohnungen an der Medizinischen Hochschule.

Heidemarie Meininghaus hält freudestrahlend einen Brief in der Hand. Es wirkt, als sei dieses wenige Tage alte Papier allein schon die 30 Jahre Anstrengungen wert gewesen. Es ist ein Dankesbrief einer Mutter an die Kinderkrebsfürsorge Gifhorn, deren Vorsitzende Meininghaus ist. „Er fasst zusammen und beschreibt, was wir eigentlich machen.“

Geschrieben hat ihn Luzia Katsilova. Ihre kleine Tochter Marina ist nicht einmal ein Jahr alt und hat eine seltene Leukämie. Die Eltern haben sich auf den Weg gemacht zur Medizinischen Hochschule in Hannover (MHH) – das ist für unsere Region die nächste Klinik für krebserkrankte Kinder. „Fünf stärkere Chemo-Therapien sind nun nötig, und Marina muss bis ins neue Jahre hinein in der Klinik bleiben.“

Die Mutter musste ihren Job aufgeben, um bei der Tochter bleiben zu können. „Doch wo sollten wir die ganze Zeit wohnen?“ Hotel oder Mietwohnung seien unbezahlbar für sie. Deshalb seien Katsilovas heilfroh, dass es Vereine wie die Gifhorner Kinderkrebsfürsorge gibt. Er beteiligt sich mit seinen Spendengeldern an der Finanzierung von Wohnungen direkt auf dem Klinikgelände, die den betroffenen Eltern kostenlos zur Verfügung gestellt werden. „Ich sehe jeden Tag, wie wichtig die Unterstützung für uns und andere Familien in unserer Lage ist“, so Katsilova.

„Um wieder gesund zu werden, brauchen die kranken Kinder dringend die Nähe ihrer Eltern. Das sagen auch die Ärzte.“ In vielen Fällen könnten die Mütter und Väter aber nur bei ihnen bleiben, weil Vereine wie der Gifhorner mit den Elternwohnungen hülfen.

„Die Zweieinhalb- bis Dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen sind gerade schön renoviert und mit Küche, Wohn- und Schlafzimmer eingerichtet worden“, so die Vorsitzende Meininghaus. Den Familien biete sich so auch eine gute Möglichkeit, sich mal zurückziehen und unter sich sein zu können.

Der Verein fördert auch die Krebsforschung, hilft Eltern in finanzieller Not und trägt Kosten für Psychologen und Mal-Therapeuten. Angefangen hatte das Engagement der Gifhorner vor 30 Jahren mit einem Straßenfest im Gifhorner Musikerviertel. Als dort kurz darauf ein Kind an Krebs starb, war klar, wofür die seitdem gesammelten Erlöse verwendet werden sollten.

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