Berlin. Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl. Infos zu ihrer Familie und ihren politischen Positionen.

  • Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist Mitglied des FDP-Präsidiums und des Vorstandes der FDP-Bundestagsfraktion
  • Seit 2021 ist sie zudem Vorsitzende des Verteidigungsausschusses
  • Lesen Sie hier die wichtigsten Infos zum Privatleben und der politischen Karriere der Politikerin

Erst relativ spät kam Marie-Agnes Strack-Zimmermann zur Politik: Mit 32 Jahren trat sie in die FDP ein und wirkte zunächst viele Jahre in der Lokal- und Kommunalpolitik in ihrer Heimatstadt Düsseldorf, wo sie es bis zur Ersten Bürgermeisterin brachte. 2017 wurde die strittige Frau mit der mittlerweile ikonisch grauen Kurzhaarfrisur in den Deutschen Bundestag gewählt. In der FDP-Fraktion gelang ihr ein schneller und steiler Aufstieg.

Als Vorsitzende des Verteidigungsausschusses ist Strack-Zimmermann seit Beginn des besonders gefordert und mittlerweile vielen Deutschen – nicht zuletzt dank zahlreicher Auftritte in Talkshows – ein Begriff. Ihr Engagement für eine stärkere militärische Unterstützung der Ukraine bringt ihr aber nicht nur Freunde ein und führt immer wieder zu Kontroversen, die Strack-Zimmermann auch auf X (vormals Twitter) austrägt, wo sie sehr aktiv ist. Wie tickt die überzeugte Rheinländerin? Was muss man über die FDP-Politikerin wissen?

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Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Die wichtigsten Infos im Steckbrief

NameMarie-Agnes Strack-Zimmermann
Geburtsdatum10. März 1958
AmtBundestagsabgeordnete
ParteiFDP (seit 1990)
Familienstandverheiratet, eine Tochter und zwei Söhne

Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Ausbildung, Ehemann, Berufsweg – Das Wichtigste zu ihrem Privatleben

Marie-Agnes Strack-Zimmermann wurde am 10. März 1958 als Marie-Agnes Jahn in Düsseldorf geboren und wuchs im nahen Meerbusch auf. Ihr Vater, Wolfgang Jahn, war Volkswirt und Bankmanager, ihre Mutter Maria Gabriele Hausfrau. Strack-Zimmermann wurde römisch-katholisch getauft und bezeichnet sich als gläubige, wenn auch kritische Katholikin. So forderte sie die deutschen Bischöfe zu einer Stellungnahme im Falle des Kölner Erzbischofs Kardinals Rainer Maria Woelki auf, nachdem dieser in Verdacht geraten war, den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch Priester vertuscht zu haben.

Strack-Zimmermann machte 1978 Abitur am Mataré-Gymnasium in Meerbusch und studierte anschließend an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), wo sie 1986 zur Dr. phil. promovierte. Weitere wichtige Infos zu Strack-Zimmermanns Privatleben:

  • Ausbildung: Strack-Zimmermann nahm nach ihrem Abitur ein Studium der Publizistik, Politikwissenschaft und Germanistik an der LMU auf, das sie 1983 als Magistra Artium (M.A.) abschloss. Anschließend promovierte sie in München mit einer publizistischen Arbeit zur Dr. phil. Ihre Doktorarbeit trug den Titel „Bilder aus Amerika: Eine zeitungswissenschaftliche Studie über die USA-Berichterstattung im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF)“.
  • Familie: Die FDP-Politikerin ist mit dem Verlagsvertreter Horst Strack-Zimmermann (geboren 1941) verheiratet und hat mit ihm eine Tochter und zwei Söhne. Strack-Zimmermann ist Großmutter und hat drei Enkelkinder.
  • Beruf: Strack-Zimmermann war von 1989 bis 2008 als selbstständige Verlagsrepräsentantin für den Nürnberger Jugendbuchverlag Tesloff tätig und betreute für diesen Buchhandlungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Ihren Beruf gab sie auf, nachdem sie für die FDP Erste Bürgermeisterin der Stadt Düsseldorf geworden war. Seitdem ist Strack-Zimmermann Berufspolitikerin.
  • Hobby: Die FDP-Frau ist nach eigenen Angaben begeisterte Motorradfahrerin. Für das Magazin „Tourenfahrer“ posierte sie in voller Ausrüstung auf einer schweren Maschine von BMW.

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Marie-Agnes Strack-Zimmermann bei der FDP: Die wichtigsten Stationen ihrer Karriere

Nach ihrem Eintritt in die FDP 1990 begann Strack-Zimmermann erst 1999 damit, sich politisch zu engagieren. Zunächst war sie in der Bezirksversammlung im Düsseldorfer Stadtbezirk 7 tätig, 2004 wurde sie Ratsmitglied der Stadt Düsseldorf und 2008 Erste Bürgermeisterin und damit Stellvertreterin des Oberbürgermeisters. 2014 übernahm sie auch den Vorsitz des FDP-Kreisverbandes Düsseldorf. Von 2013 bis 2019 war sie zudem stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundespartei.

FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sitzt seit 2017 im Bundestag.
FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sitzt seit 2017 im Bundestag. © Reto Klar / FUNKE Foto Services | Unbekannt

Nach Jahren in der Kommunalpolitik wurde Strack-Zimmermann 2017 im Wahlkreis Düsseldorf in den Bundestag gewählt. Über Listenplatz 2 der Landesliste der FDP in Nordrhein-Westfalen schaffte sie den Sprung nach Berlin. Strack-Zimmermann wurde Mitglied des Verteidigungsausschusses, Mitglied des Ausschusses für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunales sowie stellvertretendes Mitglied des Innenausschusses.

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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ParteiFreie Demokratische Partei (FDP)
Gründung11. Dezember 1948
IdeologieKlassischer Liberalismus, Wirtschaftsliberalismus, Europäische Integration
VorsitzenderChristian Lindner (Stand: April 2023)
Fraktionsstärke92 Abgeordnete im Bundestag (Stand: April 2023)
Bekannte MitgliederChristian Lindner, Wolfgang Kubicki, Nicola Beer

Bei der Bundestagswahl 2021 konnte Strack-Zimmermann ihr Mandat verteidigen. In der konstituierenden Sitzung des Verteidigungsausschusses wurde sie am 15. Dezember mit über 94 Prozent der abgegebenen Stimmen zur Vorsitzenden gewählt. Im April 2023 einigten sich die Landesvorsitzenden der FDP darauf, Strack-Zimmermann als Spitzenkandidatin der Partei für die Europawahl 2024 zu nominieren. Dies wurde vom FDP-Bundesvorstand bestätigt. Die Politikerin erklärte in einer Rede, dass damit ein persönlicher Wunsch in Erfüllung gehe.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Für welche Themen setzt sich die FDP-Politikerin ein?

Das Steckenpferd der FDP-Politikerin ist ohne Zweifel die Sicherheits- und Verteidigungspolitik – ein Themenfeld, das durch den russischen Überfall auf die Ukraine und die Bedrohung Europas durch Putins Machtpolitik enorm an Bedeutung gewonnen hat. Seit Februar 2022 ist Strack-Zimmermann eine oft gesehener Gast in politischen Talkshows und vertritt dort vehement ihre Meinung. In „Streitbar – Was Deutschland jetzt lernen muss“ hat die Politikerin ihre politischen Überzeugungen auch in Buchform dargelegt.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann führt ihre Partei als Spitzenkandidatin in die Europawahl im Juni.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann führt ihre Partei als Spitzenkandidatin in die Europawahl im Juni. © Michael Kappeler/dpa | Unbekannt
  • Außenpolitik: Strack-Zimmermann der Ansicht, Deutschland müsse sich wehrhafter aufstellen und in Europa mehr Verantwortung und Führung übernehmen. Die Bundesrepublik habe sich in der Vergangenheit dieser Rolle verweigert, das müsse sich nun ändern.
  • Verteidigungspolitik: Strack-Zimmermann, die nach dem Rücktritt von Christine Lambrecht (SPD) zeitweise auch als Verteidigungsministern gehandelt wurde, tritt für eine grundlegende Reform der Bundeswehr ein. Das Beschaffungsamt der Bundeswehr müsse neu aufgestellt und die Soldaten besser ausgestattet werden. Sie tritt für die Schaffung eines Generalführungsstabes ein, um die Arbeitsfähigkeit zu verbessern.
  • Ukraine-Krieg: Die FDP-Politikerin setzt sich für eine bessere Bewaffnung der ukrainischen Streitkräfte im Krieg gegen Russland ein und hat in der Vergangenheit auch immer wieder für die Lieferung schwerer Waffen plädiert. Dabei kritisierte sie auch die ihrer Meinung nach zu zögerliche Haltung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD)

Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Kontroversen und Skandale

Für Aufsehen sorgte Strack-Zimmermanns Auftritt bei der Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst im Februar 2023 in Aachen. Dabei ging sie CDU-Chef Friedrich Merz in einer Rede frontal an, bezeichnete ihn als „Flugzeugzwerg aus dem Mittelstand“ – eine Anspielung auf dessen Anreise zu Christian Lindners Hochzeit auf Sylt im Privatflugzeug. Merz‘ umstrittene Talkshowäußerung zu Kindern von Migranten, die zu „kleinen Paschas“ erzogen würden, kommentiere Strack-Zimmermann bissig: „Heißt ein Junge Ali und nicht Sascha, beschimpft er ihn als Grundschulpascha.“ Strack-Zimmermanns Rede stieß sowohl auf Zustimmung als auch auf scharfe Kritik. Aus der CDU wurde die Forderung laut, die FDP-Frau müsse sich für ihre Wortwahl entschuldigen.

Der Verein Lobbycontrol kritisierte Strack-Zimmermanns Mitgliedschaft bei Förderkreis Deutsches Heer und bei der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik. Dies sei mit ihrem Amt als Vorsitzende des Ausschusses für Verteidigung nicht vereinbar. „Beides sind von der Rüstungsindustrie stark beeinflusste Organisationen, wo wir es kritisch sehen, wenn Abgeordnete des Bundestages dort leitende Funktionen übernehmen – auch wenn es ehrenamtlich geschieht“, sagte Lobbycontrol-Sprecher Timo Lange der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Strack-Zimmermann wehrte sich gegen den Vorwurf in einem Podcast, wo sie erklärte: „Jeder, der das verknüpft nach dem Motto ‚Die Strack-Zimmermann findet Krieg ganz toll, weil jetzt die Wehrindustrie endlich Geld verdient und ihre Waffen verkauft‘ greift meine Integrität an.“