Porsche und Piëch stützen VW-Gerichtsdeal für Pötsch und Diess

Braunschweig.  Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch „unterstützen die Entscheidung“ am Landgericht Braunschweig. Auch Ministerpräsident Weil äußert sich zum Deal.

Hans Michel Piech (links) und Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsmitglieder der Volkswagen AG, stehen bei der Hauptversammlung der Volkswagen AG auf dem Messegelände in Hannover. Die Familien Porsche und Piëch stützen als Mehrheitseigner von Volkswagen den Deal mit der Justiz über ein Ende des Marktmanipulationsverfahrens gegen die Konzernspitze (Archivbild).

Hans Michel Piech (links) und Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsmitglieder der Volkswagen AG, stehen bei der Hauptversammlung der Volkswagen AG auf dem Messegelände in Hannover. Die Familien Porsche und Piëch stützen als Mehrheitseigner von Volkswagen den Deal mit der Justiz über ein Ende des Marktmanipulationsverfahrens gegen die Konzernspitze (Archivbild).

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Die Familien Porsche und Piëch stützen als Mehrheitseigner von Volkswagen den Deal mit der Justiz über ein Ende des Marktmanipulationsverfahrens gegen die Konzernspitze. Zur geplanten Einstellung im Fall von VW-Vorstandschef Herbert Diess und des Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch durch eine Zahlung von neun Millionen Euro hieß es am Mittwoch, Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch „unterstützen und begrüßen die jetzt getroffene Entscheidung“.

Beide agieren als Sprecher der Eigentümerfamilien, die mehr als die Hälfte der Stammaktien des weltgrößten Autokonzerns kontrollieren. Wolfgang Porsche ist zudem Mitglied des Präsidiums des VW-Aufsichtsrats und Chefaufseher der VW-Konzernholding Porsche SE.

Porsche zum VW-Prozess: Stehen „uneingeschränkt hinter den Herren“

Die Porsche-Holding erklärte in Stuttgart, man habe schon bei der Anklageerhebung gegen Diess und Pötsch im September des vergangenen Jahres betont, „uneingeschränkt hinter den Herren zu stehen“. Damals hatte Wolfgang Porsche gesagt: „Sollte es zu einem Verfahren kommen, sind wir davon überzeugt, dass die drei Angeschuldigten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft entkräften werden.“

Auch der frühere VW-Vorstandschef Martin Winterkorn war wegen Marktmanipulation im Zusammenhang mit der Dieselaffäre angeklagt worden. In seinem Fall könnte nach Informationen aus seinem Umfeld ebenfalls eine Einigung vor dem Beginn eines möglichen Prozesses verabredet werden.

Verfahren gegen Diess und Pötsch gegen Geldauflagen beendet

Am Dienstagabend war bekanntgeworden, dass das Strafverfahren gegen Diess und Pötsch gegen Geldauflagen beendet werden soll. Die Anklage gegen die beiden Top-Manager wegen angeblich zu später Information von Anlegern vor dem Auffliegen der Dieselaffäre 2015 war im September vorigen Jahres von der Braunschweiger Staatsanwaltschaft erhoben worden. Über Zulassung oder Ablehnung hatte das Gericht noch nicht entschieden, die Frage lag zuletzt in einem Zwischenverfahren.

VW erklärte: „Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG begrüßt die Einstellung des Verfahrens durch das Landgericht Braunschweig.“

Landgericht Braunschweig bestätigt Einstellung des Verfahrens

Das Landgericht Braunschweig hat die Einstellung des Strafverfahrens wegen möglicher Marktmanipulation gegen VW-Chef Diess und VW-Aufsichtsratschef Pötsch am Mittwoch bestätigt. Man habe diesen Schritt beschlossen, „nachdem eine Geldauflage in Höhe von jeweils 4,5 Millionen Euro an die Staatskasse gezahlt worden ist“, teilte das Gericht mit. Die zuständige 16. Wirtschaftsstrafkammer habe das Verfahren „endgültig eingestellt“.

Ministerpräsident Weil: Von Vorteil für Volkswagen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sieht das Ende des Marktmanipulations-Verfahrens gegen die VW-Führungsspitze als positiven Schritt für das Unternehmen. „Für Volkswagen ist es von Vorteil, dass nunmehr auch diese Frage abschließend geklärt ist“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Weil, der auch im Aufsichtsratspräsidium des Autobauers sitzt und dort das Land Niedersachsen als zweitgrößten VW-Aktionär vertritt, betonte, es handle sich um einen einmütigen Beschluss zwischen der Justiz und den Verfahrensakteuren: „Das Landgericht hat im Einvernehmen mit allen Prozessbeteiligten das Verfahren gegen Auflagen eingestellt.“ Die Entscheidung zu bewerten, sei aber nicht Sache der Landesregierung. /dpa

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