Vorerst weniger Erstimpfungen in Niedersachsen

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Biontech öffnet 2023 Fabrik in Singapur

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Das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech will in Südostasien jährlich hunderte Millionen Dosen seines Corona-Impfstoffs produzieren. Dazu soll bis 2023 ein neues Werk in Singapur gebaut werden. from Co-Founder and CEO of BioNTech Ugur Sahin

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Hannover.  Gerade hat das Land beim Impfen aufgeholt, nun stockt es. Weil viele Zweitimpfungen anstehen, sind bis Anfang Juni nur wenig Erstimpfungen möglich.

Die Erstimpfungen gegen das Coronavirus in Niedersachsen geraten ins Stocken, nachdem das Land vielen Menschen beschleunigt zu einem ersten Schutz verholfen hat. Diese Menschen müssten nun zuerst ihre zweiten Impfungen erhalten, ehe die Erstimpfungen wieder in gewohntem Umfang fortgeführt werden könnten, sagte Gesundheitsministeriumssprecher Oliver Grimm am Mittwoch in Hannover.

„Es wird sich das Tempo etwas verlangsamen, es wird sich aber das Tempo der Zweitimpfungen erhöhen.“ Ab Anfang Juni seien wieder verstärkt Erstimpfungen möglich. Die Opposition reagierte empört und sprach von einem Impfdebakel.

Zweitimpfung in jedem Fall gewährleistet

In welchem Umfang wegen des Rückstaus Impfzentren Termine für Erstimpfungen absagen mussten, konnte Grimm nicht beziffern. Eigentlich hätten die Impfzentren nur Termine in das Buchungsportal einstellen sollen, für die sie bereits Impfstoff fest in Aussicht hatten.

„Wir müssen jetzt einen kleinen Puffer anlegen in den Impfzentren.“ Auf jeden Fall sei die Zweitimpfung gewährleistet, betonte Grimm. Neben den Impfzentren müssten sich auch die Arztpraxen nun vorübergehend auf Zweitimpfungen konzentrieren. „Das Verhältnis wird sich drastisch zugunsten der Zweitimpfung verschieben.“

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34,4 Prozent der Bevölkerung haben Erstimpfung

Das Impfzentrum in Oldenburg etwa kündigte an, in dieser Woche vor allem Zweitimpfungen vorzunehmen. „In den nächsten Wochen stehen tatsächlich dann nur Zweitimpfungen an“, hieß es am Mittwoch. Die Belieferung mit Impfstoff bewege sich zurzeit leider nur auf einem mittleren Niveau, die Spitzenlast könne somit im Impfzentrum momentan nicht erreicht werden.

Niedersachsen hatte zum Start der Impfkampagne zunächst jeweils Dosen für die Zweitimpfung zurückgestellt, kam deshalb aber mit den Erstimpfungen weniger zügig voran als andere Bundesländer. Deshalb wurde diese Praxis schrittweise aufgegeben. Am Dienstag habe Niedersachsen im Bundesländervergleich auf Platz fünf bei der Quote der Erstimpfungen gelegen, betonte Grimm. 34,4 Prozent der Bevölkerung haben inzwischen eine Erstimpfung, 8,3 Prozent sind vollständig geimpft. Besonders die von dem Virus verstärkt bedrohten älteren Menschen sind bereits größtenteils geimpft. 590.000 Niedersachsen stehen derzeit auf der Warteliste für einen ersten Impftermin

Priorisierungsgruppe drei muss noch warten

„Wie kann eine Landesregierung ihre Lockerungsstrategie im Parlament mit dem kräftigen Impffortschritt argumentieren und fast zeitgleich den Impfzentren mitteilen, dass sie Lieferschwierigkeiten haben und vorerst keine Erstimpfungen vornehmen können“, sagte Grünen-Fraktionschefin Julia Willie Hamburg. „Das Aussetzen von Erstimpfungen in den Impfzentren ist ein Skandal.“ Es könne nicht sein, wenn Impfberechtigte jetzt wochenlang lediglich auf die bereits lange Warteliste geschickt werden. Die Regierung müsse umgehend mit dem Landtag, Impfzentren und Hausärzten eine tragfähige und verlässliche Impfstrategie für die kommenden Wochen entwickeln.

Der vorübergehende Stopp von Erstimpfungen stieß auf Kopfschütteln bei der FDP-Gesundheitspolitikerin Susanne Schütz. „Dass die Zweitimpfungen anstehen, ist schon lange klar.“ Warum die Landesregierung trotzdem noch vor Kurzem die Impfberechtigung für die Priorisierungsgruppe 3 ausgerufen hat, sei nicht nachzuvollziehen. „Hier wurde hunderttausenden Menschen Hoffnung auf eine baldige Impfung gemacht, obwohl bereits klar war, dass diese erst sehr viel später werden stattfinden können.“ In der aktuellen Lage sei eine zusätzliche Frustration der Menschen unnötig und kontraproduktiv.

Kein Anspruch auf sofortige Impfung

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums betonte indes, dass mit dem Aufruf der Priorisierungsgruppe 3 von eineinhalb Wochen klar gesagt worden sei, dass eine Impfberechtigung noch kein Anspruch auf eine sofortige Impfung bedeute.

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