Wehrpflicht löst Probleme nicht

Zwei ausscheidende Wehrdienstleistende der Panzerbrigade 12 verlassen in Amberg nach ihrer offiziellen Verabschiedung aus dem Grundwehrdienst ihre Unterkunft. Das Foto stammt aus dem Jahr 2011.

Zwei ausscheidende Wehrdienstleistende der Panzerbrigade 12 verlassen in Amberg nach ihrer offiziellen Verabschiedung aus dem Grundwehrdienst ihre Unterkunft. Das Foto stammt aus dem Jahr 2011.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Zu „Deutsche wollen die Wehrpflicht zurück“ vom 9. Juli:

Ihre Fragestellung „Soll die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt werden?“ ist manipulativ, weil sie nicht unterschiedlichste Bedingungen einer Wehrpflicht, unterschiedliche Motive der Antwortenden und die Komplexität des Problems berücksichtigen kann. Also stellt sich für mich die Frage: Was wollen die Befürworter eigentlich? Wollen sie erleben, wie romantisch es ist, mit 12 Personen oder mehr in einem Raum zu leben und einen halben Spint für seine dienstlichen und privaten Sachen zu haben? Wollen sie erleben, wie es ist, dem Prinzip von Befehl und Gehorsam unterworfen zu sein, demütigende und erniedrigende Befehle auszuführen, über die man sich im Nachhinein beschweren kann? Wollen sie erleben, wie viele andere gar nicht ihre Wehrpflicht erfüllen müssen, weil sie Wege und Mittel finden, das zu vermeiden – oder weil es eine Wehrgerechtigkeit gar nicht geben kann, da es zum Beispiel Ende 2019 2,53 Millionen junge Menschen im Alter von 18 bis 20 Jahren gab, die Bundeswehr zu ihren personalstärksten Zeiten aber nur gut 495.000 Soldaten insgesamt umfasste? Glauben sie wirklich, gesellschaftspolitische Probleme wie Rechtsradikalismus dadurch entschärfen zu können, obwohl auch zum Beispiel 1969 – von mir erlebt – bereits Neonazis in die Bundeswehr gegangen waren, um den Umgang mit Waffen und Sprengstoff zu lernen? Wenn in Ihrer Umfrage 100 Prozent der AfD-Anhänger für die Wehrpflicht sind, könnte es einem doch zu denken geben, dass man etwas zu kurz denkt.

Jürgen Tatz, Braunschweig

Berechtigte Forderung nach Nachbesserung

Zu „,Strafverschärfung hält Täter nicht ab’“ vom 3. Juli:

Die Bitte des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung Johannes-Wilhelm Rörig, dass gerade die Grünen ihr Grundsatzprogramm gegen Kindesmissbrauch nachbessern sollten, kann jeder Insider verstehen, wenn er mal das Grundsatzprogramm der Grünen aus der Gründungszeit nachliest.

Karl Kurz, Salzgitter

Islamisten sollten nicht wieder einreisen

Zu „Frauen beim IS waren nicht nur passive Sympathisantinnen“ vom 13. Juli:

Es ist eine Schande, dass ehemalige Islamisten wieder in unser Land einreisen dürfen und hier aufwendig bewacht und versorgt werden müssen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es Männer oder Frauen sind. Wer garantiert uns, dass sie hier nicht doch, obwohl sie beteuern, dem IS abgeschworen zu haben, Straftaten und Anschläge planen? Vielleicht auch unter Zwang!? Aber notfalls ist dann wieder die Polizei schuld.

Eva-Maria Dopslaff, Bahrdorf

Eintracht sollte Deniz Dogan halten

Zu „Ist Pfitzner ein Kandidat für Meyers Team?“ vom 13. Juli:

Mir erschließt sich überhaupt nicht, dass man groß nach Assistenten sucht für den neuen Eintracht-Trainer Daniel Meyer. Erstens hat Eintracht sicherlich einen guten Torwarttrainer – die Leistungen der drei Torhüter in der Vergangenheit sprechen für sich. Zweitens: Nach dem Weggang der Trainer aus dem Nachwuchsleistungszentrum nach Wolfsburg bleibt – und muss bleiben – Deniz Dogan! Er kennt den Verein, ist integriert und hat vielfach Leistung auf und neben dem Platz erbracht, hier etwa mit den Jugendmannschaften und der zweiten Mannschaft. Leider musste die zweite Mannschaft aus der Oberliga zurückgezogen werden. Heute haben die älteren Spieler aus der U 19 keine „Treppe“ mehr, um die nächsthöhere Stufe zu erreichen.

Reinhardt Höfel, Wolfenbüttel

Basketballer brauchen neue Trainingshalle

Zu „Über Geld haben wir gar nicht geredet“ vom 11. Juli:

Im nächsten Jahr wird die Volkswagen-Halle 20 Jahre alt, seitdem hat Braunschweig viele tolle Events erlebt und internationale Gäste empfangen. Undenkbar, wenn diese damals umstrittene Halle heute nicht existent wäre. Seitdem plant die Stadt eine neue Trainingshalle speziell für den Basketball-Erstligisten und andere Ballsportarten. Wäre es nicht an der Zeit für unsere Politiker, den Winterschlaf zu beenden? Oder sollten die Herren einmal zum Duschen in die Tunicahalle eingeladen werden? Es gibt nicht nur Fußballfans in Braunschweig.

Gunnar Klenke, Braunschweig

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