Rummäkeln am Erfolgstrainer

Ob Aufstiegs-Trainer Marco Antwerpen auch in der kommenden Saison Eintracht Braunschweig trainieren wird, ist noch offen.

Ob Aufstiegs-Trainer Marco Antwerpen auch in der kommenden Saison Eintracht Braunschweig trainieren wird, ist noch offen.

Foto: Susanne Huebner /Fotoagentur Hübner

Zu „Mitten im Aufstiegs-Jubel: Trainerdebatte bei Eintracht“ vom 3. Juli:

Mit Entsetzen habe ich diese Überschrift gelesen. Sie schreiben, dass es für den „mitunter kantigen, aber gradlinigen Trainer“ etliche Kritiker im Aufsichtsrat gibt, die über seine Weiterverpflichtung nachdenken. Wer sind diese Menschen im Aufsichtsrat? Sie sind mir in den letzten erfolgreichen Monaten weder auf dem Spielfeld noch auf dem Trainingsgelände aufgefallen. Wo waren sie, als Eintracht nach dem Abstieg aus der Bundesliga und den falschen Trainerentscheidungen in der Zweiten Liga bis in die Dritte Liga abstürzte. Wo waren sie, als Eintracht fast in die Regionalliga abstieg?Jetzt, nachdem Marco Antwerpen und der Sportdirektor Peter Vollmann Eintracht wieder in die Erfolgsspur gebracht haben, tauchen sie auf und mäkeln am Erfolgstrainer rum. Ich arbeite viel mit erfolgreichen Führungskräften. Mir war aber bisher nicht bewusst, dass ein Erfolgskriterium, „nett sein zum Aufsichtsrat“ ist.

Gernold Dathe, Braunschweig

Staat lässt Fußballfans aus Angst gewähren

Zu „Empörung über Gedränge nach Eintracht-Aufstieg“ vom 3. Juli:

Okay, jetzt weiß ich, wie das geht. Unser Motorradclub hat sein lang geplantes Treffen im September abgesagt, weil wir die Vorgaben (1,5 Meter Abstand, nur sitzend, Mundschutz) nicht erfüllen können. Aber vielleicht sollten wir einfach nur die Personenzahl von 150 auf 600 erhöhen und ein wenig mit Pyrotechnik um uns werfen, und schon lässt sich der Staat seine Macht aus der Hand nehmen. Einige hundert Fußballfans haben es geschafft, die Macht des Staates kurzerhand zu untergraben, und aus Angst lässt man sie gewähren. Ich hätte mir wenigstens eine Aufnahme der Personalien von Teilnehmern gewünscht, um gegebenenfalls nachträglich Strafen zu verhängen.

Mario Mehlitz, Lehre

Maske auch im Freudentaumel tragen

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Was ist eigentlich mit den Menschen los? Jeder möchte Normalität, aber die wenigsten sind in der Lage, dafür zu sorgen, dass wir sie irgendwann wieder erreichen. Da verklagen Geschäftsinhaber den Staat, andere wollen die Maskenpflicht abschaffen, der Nächste pocht auf seine „Freiheitsrechte“. Falls es noch keinem aufgefallen ist: Die Pandemie hat sich noch nicht verabschiedet. Wir haben lediglich dafür gesorgt, das sich das Virus nicht so schnell verbreitet. Also, so schwer es auch ist: Abstand halten, Maske tragen und Hände sauber halten. Auch wenn man sich im Freudentaumel bei sportlichen Events umarmen und seine Freude rausgrölen möchte. Sonst könnte es den einen oder anderen lebensgefährlich treffen. Das hier ist keine Generalprobe, das ist das Leben – und dafür gibt es keine zweite Chance.

Bianca Behnke, Wolfenbüttel

Mehr Verständnis für Fans als für Kinder

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Heute war ich mit einigen Kindern im Naturhistorischen Museum. Dort mussten wir uns wegen der Corona-Sicherheitsbestimmungen recht streng an die Laufwege halten und natürlich auch die ganze Zeit eine Maske tragen. Was ich nun aber überhaupt nicht verstehe – warum sind hier die Vorgaben so streng, aber bei der Aufstiegsfeier der Eintracht weder Abstand noch Masken Pflicht? Es geht mir nicht darum, dass gefeiert wurde – aber warum gibt es diese riesigen Unterschiede, was die Abstands- und Maskenpflicht angeht? Warum wurde bei der Aufstiegsfeier nicht so streng kontrolliert wie im Museum oder beim Einkaufen?

Warum dürfen immer noch nicht alle Schüler/innen wieder gleichzeitig in die Schule, warum fallen dort Abschiedsveranstaltungen aus – aber vor dem Stadion liegen sich deutlich mehr als 10 oder 50 Menschen in den Armen? Was macht Fußball wichtiger oder emotionaler als eine andere Feier?

Andrea Michael,

Braunschwei g

Problematische Wortwahl in Unterzeile

Zu „Festnahme in der VW-Nachtschicht“ vom 2. Juli:

In der Unterzeile zu Ihrem Artikel schreiben Sie „In der Italiener-Hochburg Wolfsburg wurde ein mutmaßlicher Unterboss verhaftet“. Kurzfristig ist mir der Kaffee im Hals steckengeblieben. Was soll das denn, „Italiener-Hochburg“? Für mich hört sich das so an, als ob eine bestimmte Nationalität negativ hervorgehoben wird. Es stellt sich die Frage, ob Sie die Schlagzeile „Türken-Hochburg“ oder „Araber-Hochburg“ auch so locker formuliert hätten? Gerade in der zur Zeit stattfindenden Debatte darüber, dass alle Menschen „gleich“ sind, egal ob schwarz, weiß oder an welche Religion sie glauben etc., ist diese Zeile das völlig falsche Signal.

Ute Allermann,

Braunschweig

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