„Alle in einen Topf geworfen“

Demonstranten protestieren in Stuttgart gegen die Einschränkungen in der Corona-Krise.

Demonstranten protestieren in Stuttgart gegen die Einschränkungen in der Corona-Krise.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Zu „Drosten bleibt dabei: Kinder ebenso infektiös“ vom 3. Juni sowie den Berichten über Proteste gegen Corona-Einschränkungen:

Bei der Berichterstattungen zum Thema Corona fällt auf, dass Kritik an den Maßnahmen, der Medienberichterstattung oder den Studien des Virologen Christian Drosten oft einer rechten oder linken Ecke oder „Verschwörungstheoretikern“ zugeordnet wird. Besonders bei Demonstrationen werden gern besagte Gruppierungen benannt. Es ist mir unklar, wie man die Anzahl an Rechten, Linken oder Verschwörungstheoretikern ausmachen will? Die Corona-Maßnahmen haben massive Folgen: fehlendes Einkommen, psychische Belastungen durch zu enges Familienleben oder Einsamkeit. Wenn diese Menschen auf die Straße gehen, wird das kaum benannt. Es werden alle in einen Topf geworfen. Demokratie lebt aber von der Meinungsfreiheit und dem Meinungsstreit. Sonst werden sich immer weniger Menschen trauen, öffentlich ihre Meinung zu äußern.

Sonja Jakob, Osterode

„Asse-Milliarden anders investieren“

Zu „Grüne zur Asse: Die Enkel unserer Enkelkinder zahlen noch dafür“ vom 9. Juni:

Unsere Ur-Ur-Ur-Enkel werden noch dafür zahlen. Ob jemals eine Schädigung durch den tief verbuddelten Müll entstehen wird, ist äußerst ungewiss. Wer eine Sicherheit für eine Million Jahre fordert, sollte mal das Nachdenken anfangen. Schon in ein paar hundert Jahren werden in der Gegend wohl keine Menschen mehr wohnen.

Am besten man betoniert die Schächte zu und macht einen großen Deckel auf die Anlage. Die eingesparten Milliarden Euro verteilt man im Landkreis Wolfenbüttel und würde damit etwas Produktives schaffen, statt das Geld sinnlos in die Erde zu schütten. Dann hätten noch unsere Ur-Ur-Ur-Enkel etwas davon.

Henning Maushake, Braunschweig

„Der Müll in der Asse bleibt bestehen“

Ebenfalls zur Asse:

Als das Bergwerk Asse II geschlossen wurde, gab es noch viel Salz für den Abbau. Kali&Salz hat den Schacht verkauft, weil der Abbau sich wegen des steten Wasserzulaufes nicht mehr lohnte. Schacht II wurde als Versuchsbergwerk deklariert. Mein Großvater war Meister im Schacht und jeweils die letzte Person, die aus den Schächten I+III ausgefahren ist, da stand er schon bis zur Brust im Wasser. Dem damaligen Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutzes Wolfram König, der prahlte, dass die Fässer schnell herauskämen, habe ich als Geschenk die silberne Uhr meines Großvaters angeboten, die er anlässlich seines 25-jährigen Dienstjubiläums bekam. Umweltminister kommen, Umweltminister gehen, aber der Müll in der Asse bleibt bestehen. Man wartet auf das Absaufen, dann muss man nur noch den Deckel schließen.

Roswitha Soechting, Kl. Vahlberg

„Gerechtigkeit sieht anders aus“

Zu „Ein Kinderbonus bringt einfach wenig“ vom 5. Juni:

Der Wirtschaftsweise Lars Feld macht sich Sorgen um die Finanzierung der Sozialversicherungen. Die Sorge habe ich auch. Aber auch die Lösung: Wenn alle ihre Beiträge zahlen würden, dann hätten wir sogar einen Überschuss. Mein Vorschlag: Die Beitragsbemessungsgrenze entfallen lassen. Jeder Gehaltsempfänger zahlt derzeit 7,8 Prozent seines Bruttolohnes an die Krankenkasse, Pflegeversicherung und so weiter. Leider nur bis zu einem Einkommen von 4687 Euro im Monat. Alles, was über diesem Wert liegt, ist beitragsfrei. Bei einem doppeltem Gehalt von 9374 Euro sind es dann effektiv nur noch ca. 3,7 Prozent. Gerechtigkeit sieht anders aus. Es fehlte daher die Frage an den Wirtschaftsweisen, was er vom Entfall der Bemessungsgrenze hält. Die Antwort würde ich gern mal lesen.

Siegfried Pella, Braunschweig

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