„Wir Bauern fordern Sachlichkeit“

Bauern stehen bei einer Protestaktion gegen das Agrarpaket der Bundesregierung vor dem Brandenburger Tor (Archivbild).

Bauern stehen bei einer Protestaktion gegen das Agrarpaket der Bundesregierung vor dem Brandenburger Tor (Archivbild).

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Zum Leserbrief „Ein Sondersüppchen für die Bauern“
vom 30. November:

Genau gegen solche pauschalen Vorurteile, Diffamierungen und Falschaussagen, mit denen gegen die Bauern gegiftet wird, wehren sie sich. Das wollen – und können – wir nicht länger ertragen. Grundwasser und Böden sind nicht nachhaltig ruiniert, und wir haben auch kein Interesse daran, solche Zustände herbeizuführen, weil wir dann unsere eigenen Existenzen vernichten würden. Der Handlungsdruck, der seitens der Politik hier aufgebaut wird, ist überzogen, und beruht auf falscher Darstellung der Sachverhalte und aus dem Kontext herausgerissenen Meldungen – entweder aus Dummheit oder um Stimmung zu machen.

Wir fordern Sachlichkeit und differenzierte Betrachtungen statt Ideologie und Bevormundung. Die Häme, die aus dem Leserbrief spricht, verhindert eine sachliche Auseinandersetzung und konstruktive Entwicklung. Das ist das Ergebnis des Dauerfeuers mit ängsteschürenden, effektheischenden und oberflächlich recherchierten Medienberichten.

Christian Pape, Sunstedt

Bei Landwirten wird gern übertrieben

Zum gleichen Thema:

Nein, es war kein Bauer mit einem Trecker für eine halbe Million unterwegs. So teuer ist kein Trecker – bei 300.000 ist Schluss. Es wird ja gerne übertrieben, wenn es gegen die Landwirtschaft geht.

Alleine die Abgasanlage mit AT Blue kostet 10.000 Euro. Diese braucht man in Polen allerdings nicht, wie auch in anderen europäischen Staaten. Wir sind gerade gegen ein Sondersüppchen.

Warum ist in Polen und anderen Ländern die Neo Nikotinbeize weiter erlaubt, und bei uns verboten? Warum ist bei mir in Salzgitter-Beinum die Nitrat Messstelle unter einer Kleinkläranlage? Warum kann ich mit der neuen Düngeverordnung keinen Backweizen mehr für die Mühle-Rüningen produzieren?

Hubertus Werner, Salzgitter

Erntegut ist kein Sondermüll

Zum gleichen Thema:

Ich überlege immer noch, welchen Sinn die Aussage hat: „Gefährlicher Monokulturabfall, der als Sondermüll deponiert werden müsste“.

Monokultur bedeutet, dass auf einer Fläche über Jahre die gleiche Kultur angebaut wird. Warum dieses Erntegut als Sondermüll deponiert werden soll, kann ich nicht verstehen. Zum Beispiel Mais von solchen Flächen, an eine Biogasanlage (BGA) geliefert, erzeugt genauso Bioenergie, wie Mais von jährlich wechselnden Flächen.

Und das anfallende Gärsubstrat bezeichnen Sie gar als Gift, welches auf den Äckern entsorgt wird, und dort Böden und Grundwasser ruiniert. Wollen Sie mit dieser Aussage den Kreis der Ahnungslosen Bauernhasser um sich herum vergrößern? Anders ist es nicht zu erklären.

Auch das Gärsubstrat aus einer BGA wird – wie der tierische Mist – auf die Nährstoffe untersucht, und den Pflanzen gezielt zugeführt. Sollten mit der organischen Düngung nicht alle Nährstoffe für die Pflanze zur Verfügung stehen, so wird mineralisch nachgedüngt. Denn jede Kultur hat einen anderen Nährstoffbedarf.

Andreas Brenneke, Wahle

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (8)