„Mehr Proteste für Menschenrechte“

USA, New York: Greta Thunberg, Umweltaktivistin aus Schweden, spricht bei einer Kundgebung beim Klimastreik zu den Demonstranten.

USA, New York: Greta Thunberg, Umweltaktivistin aus Schweden, spricht bei einer Kundgebung beim Klimastreik zu den Demonstranten.

Foto: Eduardo Munoz Alvarez / dpa

Zu der Berichterstattung über den weltweiten Klimaprotest der
Fridays-for-Future-Bewegung:

Weltweit gehen Menschen auf die Straße, weil sie Angst vor den katastrophalen Folgen des Wetterwandels haben, weil sie wirkungsvolle, gemeinsam zu treffende Maßnahmen und beruhigenden Schutz gegen die Ursachen der Klima-Veränderung zutiefst wünschen.

Es sind kraftvolle, mitreißende Demonstrationen, die die Furcht und die Wünsche der Menschen zu dieser Entschlossenheit motivieren. Ich wünschte mir, dass ähnlich laute Proteste gegen Unterdrückung, Korruption, Einschränkung der persönlichen Freiheit, willkürliche Verurteilungen und zweifelhafte Gefängnisstrafen global stattfänden.

Hans-Günter Appuhn, Schöningen

Erst informieren, dann meckern

Zu dem Leserbrief „Die Bewegung vergisst soziale Aspekte“ vom
21. September:

Was bei der Diskussion um Fridays for Future oft vergessen wird: die Hauptforderung der Bewegung ist die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens. Ziele, die sich Deutschland selbst gesetzt hat, die sich die CDU-geführte Bundesregierung selbst gesetzt hat. Ziele, die von der überwältigenden Mehrheit der Wissenschaft unterstützt werden. Die Klimaforschung betrachtet sie als dringend notwendigen Schritt, um die Erderwärmung zu begrenzen. Braucht es wirklich noch mehr Argumente?

Auch ist es falsch zu behaupten, dass Fridays for Future die sozialen Aspekte außer Acht lasse. Bei einer CO2-Steuer beispielsweise bringt die Bewegung oft eine sogenannte Klimadividende in die Diskussion ein, die die soziale Spaltung sogar verringern würde. Dabei würden die Einnahmen durch die Steuer unter allen Bürgern aufgeteilt, so dass Menschen mit geringerem CO2-Ausstoß profitieren. Geradezu lächerlich ist die Aussage „Sollen wir aufhören zu atmen?“ im Zusammenhang mit der Forderung Nettonull bis 2035. Nettonull bedeutet nicht keine Emissionen, sondern nur so viele, wie vom Planeten aufgenommen werden können. Anscheinend kann gar nicht oft genug betont werden, dass die Wissenschaft hinter den Forderungen von Fridays for Future steht.

Nicolas Hoops, Wolfenbüttel

Lieber mehr handeln als demonstrieren

Zum selben Thema:

Vieles ist zu den Forderungen der Bewegung Fridays for Future bereits geschrieben worden, doch beschäftigt uns alle natürlich weiterhin, wie mit den Herausforderungen umzugehen ist. Schon vor Jahren setzte sich der dänische Statistiker Björn Lomborg in seinem Buch „Apocalypse No!“ mit der Problematik auseinander. Dabei stellt er letztendlich die Frage, wie Kräfte und Mittel sinnvoll eingesetzt werden können. Klimawandel gab es im Laufe der Erdgeschichte immer und eingedenk der Tatsache, dass noch niemals fast acht Milliarden Menschen auf der Erde lebten, vollzieht er sich natürlich schneller, denn jeder Mensch hinterlässt einen CO2-Fußabdruck.

Selbst die rigorosesten Klimaaktivisten werden ja wohl kaum so zynisch sein, eine Halbierung der Erdbevölkerung zu fordern. Sinnvoll wäre es doch, die Folgen zu betrachten – vernünftig und ohne Panik – und wo immer es geht, sie abzumildern. An die Menschen, die auf die Straße gehen, um andere aufzufordern etwas zu tun, hätte ich folgende Anregung: Den nächsten Freitag statt zur Demonstration zur inneren Einkehr nutzen, den eigenen Lebensstil gründlich überdenken und sich dann verbindlich verpflichten, auf etwas zu verzichten, was CO2 produziert.

Elke Blum, Braunschweig

Nicht mal ein Klima-Päckchen

Zu „soll will die GroKo das Klima retten“ vom 21. September

Das sogenannte Klimapaket ist nicht einmal ein Päckchen, es ist mutlos und lobbyistengerecht, und es wird wenig bis gar nichts bewirken. Was ist mit der Kerosinbesteuerung, dem Tempolimit, der Panzersteuer für SUV, den Kreuzfahrtschiffen und diversen anderen Themen ? Setzen, Frau Merkel, Note Sechs. Versetzung trotzdem empfohlen – in den Ruhestand.

Stephan Spöttel, Wolfenbüttel

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