„Auch Soja ist ein großes Problem“

Brasilien, Açaizal: Sojafelder kurz vor der Ernte nahe Santarem. Brasilien ist der zweitgrößte Sojaproduzent der Welt. Nach Einschätzung von Umweltschützern haben Farmer die jüngsten Brände im Amazonasgebiet gelegt, um neue Weideflächen für ihre Viehherden oder Felder für den Sojaanbau zu schaffen. (zu dpa "Hunger auf Steak und Soja befeuert Brände im Amazonasgebiet")

Brasilien, Açaizal: Sojafelder kurz vor der Ernte nahe Santarem. Brasilien ist der zweitgrößte Sojaproduzent der Welt. Nach Einschätzung von Umweltschützern haben Farmer die jüngsten Brände im Amazonasgebiet gelegt, um neue Weideflächen für ihre Viehherden oder Felder für den Sojaanbau zu schaffen. (zu dpa "Hunger auf Steak und Soja befeuert Brände im Amazonasgebiet")

Foto: Florian Kopp / dpa

Zu „Wir tragen Mitschuld an den Bränden am Amazonas“ vom
30. August:

Delia Valverde sagte, wir müssten unseren Lebensstil und unseren Fleischkonsum überdenken. Dazu möchte ich als Allergikerin gegen Soja und Sojalecithine einmal sagen, dass wir der Industrie – fast – hilflos ausgeliefert sind. Die meisten Verbraucher wissen nicht, dass Soja in ganz vielen Produkten zu finden ist. Wir als kleiner Verbraucher haben fast keine Möglichkeit mehr, dem Sojalecithine aus dem Weg zu gehen. Seitdem meine Allergie bekannt ist, opfere ich viel Zeit beim Einkauf, um die Angaben über Inhaltsstoffe zu studieren. In Speiseeis, Nudeln, Gummibärchen, Schokolade, Müsli, Wurst, Brot und in fast allen Fertigprodukten – auch in Bioprodukten – findet man Soja. Selbst in Arzneimitteln, Kosmetika und Bekleidung.

Wo bleibt da die Politik, um den Konzernen die Sojaverwendung aus dem Ausland zu untersagen? Auf der einen Seite sollen wir zukünftig CO2-Steuern zahlen, auf der anderen Seite dürfen die Industrien Produkte verwenden, die gerade aus den Ländern kommen, die wir als grüne Lunge bezeichnen. Hier stimmt etwas in der Relation nicht mehr!

Kristine Grüttner, Cremlingen

Kulturabende sollten auch Kultur vermitteln

Zu „Mit Volldampf gegen den guten Geschmack“ vom 29. August:

O, armes Deutschland, wohin ist Deine Kultur gerutscht? Vom hohen Geistesniveau bis unter die Gürtellinie! Nichts anderes war doch der Eröffnungsabend bei „Kultur im Zelt“. Er war nicht nur für uns Ältere – ich bin 9o Jahre alt – diskriminierend und gemein, er war einfach widerlich. Dabei steckt der Komiker Kurt Krömer aber selbstverständlich seine hohen Eintrittsgelder von uns Alten, die er beleidigt, ein, ist aber nicht einmal fähig, wie sich das für einen Bühnenkünstler gehört, seinen Text vollkommen auswendig zu können. Man lese nur einmal den ersten Satz, wie er sich über das alte Publikum lustig macht mit dem Höhepunkt des Urinbeuelklatschens. Pfui! Wenn ich nun hämisch wäre, würde ich ihm beizeiten solch einen Beutel wünschen, was ich natürlich nicht tue. Man kann nur hoffen, dass die nächsten Kulturabende wirklich Kultur vermitteln.

Ute Jürgens, Braunschweig

Die Müllindustrie macht was sie will

Zu „Es reicht nicht aus, den Müll zu trennen“ vom 31. August:

Der Kommentar von Tamina Grasme gefällt mir sehr gut: Es ist Schönfärberei, wenn die Wiederverwertbarkeit des Plastikmülls nach der Höhe der Anlieferung in die Recyclinganlage berechnet wird, aber nur ein Teil davon wirklich wiederaufbereitet wird. Wer ermöglicht der nur auf Gewinn ausgerichteten Industrie solche unverschämten Schummeleien? Der Bürger, der brav den Müll trennt, die Abfuhr bezahlt und denkt, dass der Plastikmüll wieder verwertet wird, erlebt, dass hinter seinem Rücken die Umwelt noch mehr belastet wird. Für diese Machenschaften sollte die geldgierige Verwertungsindustrie vor Gericht gestellt , nicht der Bürger beschimpft werden. Aber wie heißt es so schön: Das Gericht spricht Recht, aber das muss nichts mit Gerechtigkeit zu tun haben. Außerdem: Wer sollte der Kläger sein: die Politik im Namen des Volkes? Wie viele Lobbyisten gibt es noch mal in Berlin?Und bitte keine Argumente nach dem Motto: Wir müssen konkurrenzfähig bleiben in einer globalisierten Welt. Andere machen es genauso oder noch schlimmer als wir.

Christel Valeton, Didderse

Manches wirkt komisch bei der Polizeiaffäre

Zu „Nach drei Jahren soll ein Urteil her“ vom 29. August:

Komisch finde ich das Verhalten der geschädigten Frauen in der sogenannten Wolfsburger Polizeiaffäre. Komisch ist zum Beispiel die offenbar zentral steuernde Position der Frau Puglisi im fernen Hannover. Komisch bis eigenartig ist auch der Zeitpunkt der Affäre – Stichwort Beförderung. In 45 Jahren Zugehörigkeit zur Polizei dieses Landes habe ich leidvoll am eigenen Leib erfahren müssen, wie Intrigen und Schüsse aus dem Hinterhalt Karrieren zerstören können.

Klaus-Dieter Kusatz, Braunschweig

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