„Harz: Es gibt noch mehr Aspekte“

Niedersachsen, Braunlage: Zahlreiche, vom Fichtenborkenkäfer befallene Fichten stehen nahe der Rangerstation Königskrug im Harz. Für eine bessere Klimabilanz müsse sich in den niedersächsischen Wäldern etwas ändern, sagen Politiker von CDU und SPD. Mit mehr und vor allem anderen Bäumen als bisher lasse sich das Treibhausgas CO2 besser abbauen.

Niedersachsen, Braunlage: Zahlreiche, vom Fichtenborkenkäfer befallene Fichten stehen nahe der Rangerstation Königskrug im Harz. Für eine bessere Klimabilanz müsse sich in den niedersächsischen Wäldern etwas ändern, sagen Politiker von CDU und SPD. Mit mehr und vor allem anderen Bäumen als bisher lasse sich das Treibhausgas CO2 besser abbauen.

Foto: Swen Pförtner / dpa

Zur Berichterstattung über den Borkenkäfer als Chance für den Harz und die Klage gegen den Nationalpark Harz:

Auch wenn Organisationen wie der Nabu und der BUND sich freuen, dass endlich der Fichtenwald im Harz verschwindet, sollten dazu ein paar Aspekte ergänzt werden. Da seit Jahren die vom Borkenkäfer und Buchdrucker befallenen Bäume im Nationalpark Hochharz nicht nach forstwirtschaftlichen Gesichtspunkten aufgearbeitet wurden, hat sich hier ein Borkenkäferbrutpotenzial entwickelt, das dem gesamten Harz schadet.

Hierdurch werden hunderttausende von Festmetern Holz vernichtet und damit unserer Wirtschaft, der Natur und dem Klima ein immenser Schaden zugefügt. Wo bleibt der Aufschrei über den Verlust der CO2-Absorbtion? Schließlich binden immergrüne Nadelhölzer das ganze Jahr über CO2 und tragen damit erheblich zum Erreichen der Klimaziele bei. Und ob die Umwandlung der Nadelholzbestände in Mischwälder wirklich ein Gewinn, in sowohl ökologischer als auch in ökonomischer Hinsicht, wäre,ist bisher auch nur eine Hypothese. Für mich ist kein Naturschützer, der die Zerstörung unserer Wälder befürwortet und damit dazu beiträgt, dass ökologisches Potential und volkswirtschaftliches Vermögen vernichtet wird.

Ilse von Horn, Söllingen

Trumps Kalkül scheint nicht zu greifen

Zu „Hunderttausende trotzdem Peking" vom 10. August:

Hongkongs Menschen mahnen die Rechte an, die ihnen versprochen wurden. Während Hongkongs Behörden den guten Ruf der Stadt zu verteidigen suchen, verschärft Peking die Kontrolle über Hongkong, um zu verhindern, dass Hongkong instabil wird und die Unzufriedenheit der chinesischen Mittelschicht befeuert.

Obwohl die wirtschaftlichen Interessen der USA in Hongkong bedeutend sind, sollten sie nicht der Versuchung erliegen, die Demonstrationen zu nutzen, um Peking zu bestrafen oder seinen Einfluss zu untergraben. Was immer Washington tut oder unterlässt,Peking wird eine amerikanische Einmischung in die inneren Angelegenheiten Hongkongs konstruieren und das Handelsabkommen zwischen den USA und China torpedieren, zumal die Kerninflation in den USA gestiegen ist. Ohne lockere US-Geldpolitik dürften die Aktienmärkte nicht steigen, die Trump zum Gradmesser seines Erfolgs ausgerufen hat. Trumps Kalkül scheint nicht zu greifen – der Handelskrieger verliert seinen Schrecken.

Kurt Schlüter, Vordorf

Der Begriff „Seuche“ ist hier falsch

Zum Leitartikel „Die SPD-Seuche“ vom 17. August:

Die SPD hat zwar – da stimme ich dem Verfasser voll und ganz zu – ein großes Problem mit der Neubesetzung ihres Parteivorsitzes; aber dafür den Begriff „Seuche“ zu gebrauchen, halte ich doch für arg deplatziert.

Diesen Begriff halte ich in unserer Gesellschaft für gefährlich und unangebracht, in der sich rechtsnationales Gedankengut mit seinem Fremdenhass ausbreitet.

Bernadette Reupke, Isenbüttel

Freies Bahnfahren auch für Rentner und andere

Zu „Soldaten dürfen umsonst Bahn fahren“ vom 20. August:

Deutsche Soldaten in Uniform dürfen bald kostenlos mit der Bahn fahren. Dafür muss der Steuerzahler im Jahr demnächst 4 Millionen Euro berappen. Dagegen müssen unter anderem Polizisten, Feuerwehrleute, Krankenschwestern, Rettungsassistenten, Müllwerker, Wachmänner, Hebammen, Fensterputzer, Postzusteller, Stahlarbeiter, Zimmermänner und Braunkohlekumpels in Uniform und Rentner für ihren Dienst am Volk beziehungsweise für ihre Lebensleistung das Bahnticket ganz normal selber bezahlen. Gerecht?

Natürlich nicht, weil die Berufsgruppe der Soldaten im Übungsdienst, im Manöver und im Kriegseinsatz im Heer, in der Luftwaffe und bei der Marine mehr CO2 durch Panzer, Kampfjets, Kriegsschiffe, Drohnen, Bomben und Raketen ausstößt als jede andere Berufsgruppe. Das mit einem kostenlosen Bahnticket zu belohnen und zu subventionieren, zeugt von einer großen Geringschätzung gegenüber anderen wichtigen Berufsgruppen, sozial schwächeren Bürgern und Rentnern.

Roland Klose, Bad Fredeburg

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (5)