„Lieber Wasserstoff als Elektro“

Auch E-Mobilität kann man kritisch sehen.

Auch E-Mobilität kann man kritisch sehen.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Zu „Kabinett beschließt
Förderpaket für E-Mobilität“ vom
1. August:

Das Förderpaket zur E-Mobilität der Regierung ist unsinnig. Die Begründung: Elektroautos haben zirka 25 Prozent weniger Bauteile im Antriebsbereich, dadurch werden viele Arbeitsplätze vernichtet. Außerdem: Die Herstellung von Batterien, zur Zeit in Deutschland noch im Aufbau, benötigt immer knapper werdende Rohstoffe, die nur unter teilweise unmenschlichen Bedingungen gefördert werden. Die Entsorgung der Batterien ist noch nicht geklärt. Und: Der zur Zeit benötigte Strom wird nur in geringer Menge aus alternativen Energien gewonnen. Die Politik will dem Bürger eine CO²-Freiheit vorgaukeln und verschweigt, dass das Problem nur verlagert wird. Meine Vorschläge: Die Wasserstoffherstellung wird forciert, man verlegt die Elektrolyten an die Küste und nutzt den überschüssigen Strom zur Wasserstoffherstellung. Der gewonnene Wasserstoff kann gasförmig weiterverwendet oder verflüssigt werden und so auch zum Beispiel für Verbrennungsmotoren genutzt werden.

Uwe Dahms, Salzgitter

Über die Motive wird gestritten

Zu „Maas bittet Polen um Vergebung“ vom 2. August:

Es wird an den Warschauer Aufstand vor 75 Jahren erinnert, der von deutschen Truppen brutal niedergeschlagen wurde. Außenminister Maas bittet um Entschuldigung. Bei allen Berichten in den Medien ist mir aufgefallen, dass nicht darüber berichtet wurde, weshalb der Aufstand zu diesem Zeitpunkt erfolgte. Die sowjetischen Truppen standen nämlich kurz vor Warschau. Die polnische Heimatarmee erwartete deren Unterstützung, wollte aber zugleich selbst an der Befreiung Warschaus beteiligt sein. Bei einem Symposion in Warschau vor 25 Jahren zum Gedenken an diesen Aufstand, an dem ich teilnahm, entbrannte unter polnischen Historikern ein heftiger Streit darüber, weshalb die erwartete sowjetische Unterstützung nicht erfolgte. Die einen meinten, die sowjetischen Truppen seien durch die Kämpfe mit der Wehrmacht bei ihrem Vormarsch so geschwächt worden, dass sie sich erholen mussten. Dagegen wurde argumentiert, dass absichtlich abgewartet wurde, bis der Widerstand durch deutsche Truppen niedergeschlagen worden sei. Damit würde ein Teil der polnischen nationalen Eliten vernichtet werden, die sich der beabsichtigten Einbeziehung Polens in den sowjetischen Machtbereich hätten widersetzen können.

Johannes Wolframm, Erkerode

Wieso schämt sich Maas?

Ebenfalls dazu:

Wie kommt der Maas dazu, Polen um Vergebung zu bitten? Mit welchem Recht „ bittet“ er darum? Weil er Bundesaußenminister ist? Und warum schämt sich ein Mensch, Deutscher zu sein? Dazu noch ein Politiker. Ich schäme mich, solch einen Politiker in unserem Bundestag zu haben. Der ist unten durch. Ich bin Deutscher und stolz darauf.

Peter Pracht, Baddeckenstedt

Vorfälle, die nichtsgemein haben

Zu den Leserbriefen vom 1. August zu „Mehr als 1000 Salzgitteraner wollen Abschiebung stoppen“ vom 30. Juli:

„Ein junger Mann, der sich hier in Deutschland integriert hat, soll abgeschoben werden, während Kriminelle hier frei herumlaufen und Schutz finden“, schrieb eine Leserbriefschreiberin. Konkret nennt sie „die Vorfälle in Voerde und Frankfurt, wo unschuldige Menschen ihr Leben lassen mussten.“ Und die Redaktion druckt den Leserbrief ab, obwohl sie wissen müsste, dass in Voerde ein in Deutschland geborener Serbe – also kein Flüchtling, der in Deutschland Schutz gesucht hat – eine unschuldige Frau auf die Gleise gestoßen hat und dass in Frankfurt ein in der Schweiz seit mehr als einem Jahrzehnt lebender Eritreer, der sich dort vorbildlich integriert hatte, den Tod eines unschuldigen Jungen und die Traumatisierung seiner Mutter und anderer Personen verursacht hat. Der Täter von Frankfurt war bis zur Tat – beziehungsweise bis zu seinen Angriffen gegen seine eigene Familie vor wenigen Tagen – nur als anständiger Mensch bekannt. Ich denke, dass die Redaktion andere Leserbriefe hätte abdrucken können, ich glaube sogar, dass sie diesen nicht hätte abdrucken dürfen, aus ethisch-moralischen Gründen und aus journalistischer Sorgfalt. Außerdem: Beide von ihr erwähnten Vorfälle haben überhaupt nichts mit der Situation von Herrn Shamlawi zu tun. Dessen Fall zeigt einmal mehr die Fehlerhaftigkeit der deutschen Einwanderungspolitik.

Roswitha Ristau, Braunschweig

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