„Der Klimaschutz greift zu kurz“

Niedersachsen, Brake: Milchkühe stehen auf der Weide. Die Kuh als Klimakiller: Die Wiederkäuer produzieren Methan, und das ist noch viel klimaschädlicher als CO2.(zu dpa "Kuh, Moor, Mensch: wie Klimaschutz bei Landnutzung gelingen kann")

Niedersachsen, Brake: Milchkühe stehen auf der Weide. Die Kuh als Klimakiller: Die Wiederkäuer produzieren Methan, und das ist noch viel klimaschädlicher als CO2.(zu dpa "Kuh, Moor, Mensch: wie Klimaschutz bei Landnutzung gelingen kann")

Foto: Mohssen Assanimoghaddam / dpa

Zu „Landvolk-Präsident: Dürrehilfen wirken nicht“ vom 30. Juli:

Die industrielle Landwirtschaft ist eine der Hauptverursacher der Umweltprobleme unserer Zeit. Laut Weltklimarat (IPCC) ist sie für ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich und somit auch für den derzeit spürbaren Klimawandel in Form von trockenen Sommern und Starkregenereignissen. Nach Aussage des niedersächsischen Landvolkpräsidenten im oben genannten Artikel haben sich die Landwirte in diesem Jahr gegen erneute Dürrehilfen in Form von Entschädigungen ausgesprochen. Man könnte glauben, die Landwirtschaft hat das Problem erkannt und orientiert sich in Richtung Nachhaltigkeit und ökologischen Anbau.
Aber weit gefehlt, man setzt auf die Züchtung von Kulturen, die mit weniger Wasser auskommen und früher reif sind. Von einer Reduzierung der Treibhausgase ist leider nicht die Rede. Stattdessen sollen ökologische Vorrangflächen für die Futtergewinnung freigegeben werden. Klimaschutztechnisch sinnvoller wäre ein Abbau der Massentierhaltung in der Landwirtschaft. Die Produktion von Fleisch- und Milchprodukten ist für einen extrem hohen Wasserverbrauch verantwortlich. Der amerikanischen Organisation Water Foodprint Network zufolge braucht die Herstellung eines einzigen Kilos Rindfleisch unglaubliche 15.000 Liter Wasser. Der größte Teil dieser Menge wird für den Futteranbau eingesetzt.
Für die Herstellung eines Kilos Hühnerfleisch oder Schweinefleischs braucht man rund 5.000 Liter Wasser. Für ein Kilo Sojabohnen benötigt man dagegen 1800 Liter Wasser, für ein Kilo Weizen 1100 Liter und für ein Kilo Kartoffeln reichen schon rund 100 Liter. Durch eine pflanzlich ausgerichtete Ernährung könnten demzufolge enorme Mengen Wasser eingespart werden. Ohne die Politik ist eine zukunftsfähige Landwirtschaft nicht machbar. EU-Zuschüsse sollten bevorzugt an umweltfreundlich wirtschaftende Betriebe vergeben werden. Klimaschädliche Subventionen müssen abgebaut werden! Hier müssen die richtigen Signale gesetzt werden.

Francis Schmidt, Braunschweig

Der Futtermittelanbau benötigt viel Wasser

Ebenfalls dazu:

In Anbetracht der Wasserknappheit möchte das Landvolk, dass auch Flächen, die laut EU-Recht nicht für Futtergewinn gedacht sind, „möglichst unbürokratisch“eben doch für diesen Zweck genutzt werden dürfen. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft landen 58 Prozent des in Deutschland verwendeten Getreides in den Trögen der Tiere. Nur knapp ein Fünftel dient dem menschlichen Verzehr. Vor allem der Futtermittelanbau ist auch der Grund dafür, weshalb die Produktion von Fleisch, Milchprodukten und Eiern große Mengen an Wasser verschlingt. Darüber hinaus ist die Nutztierhaltung für mehr Treibhausemissionen verantwortlich als das weltweite Verkehrswesen. Ein Teil der Probleme, die durch die Förderung einer pflanzenbetonten Ernährung, keineswegs jedoch durch kosmetische Veränderungen wie Züchtung von Pflanzen, die weniger Wasser benötigen, gelöst werden können, sind somit hausgemacht. Wäre es nicht sinnvoll, diese Fakten, die in der medialen Berichterstattung bislang so gut wie keine Rolle spielen, einmal in den Fokus zu rücken?

Kurt Dockhorn, Braunschweig

Wölfe sollten ins Jagdrecht gehören

Zu „Wurde die Wittinger Wölfin vor ihrem Tod gequält?“ vom 29. Juli:

Kein Tier sollte gequält werden. Tiere folgen ihren Instinkten, es sei denn, sie sind vom Menschen abgerichtet und ihr Verhalten dadurch verändert worden – oder sie sind krank. Ein Tier, das vom Wolf erlegt wird, bekommt den Kehlkopf herausgerissen und erstickt in den folgenden Minuten. Die Gesichter dieser Tiere – auch von Schafen – sehen nicht friedlich aus. Warum wird viel Geld für ein Raubtier ausgegeben, das meiner Meinung nach ins Jagdrecht übernommen werden sollte?
So kann der Wolf existieren, bleibt zahlenmäßig im Blick und lernt, dass der Mensch auch mal schießen kann und ein Aufenthalt in seiner unmittelbaren Nähe gefährlich werden könnte. Wölfe sind lernfähig, so wie unsere Hunde auch, und werden dann wieder einen gesunden Abstand zum Menschen und Haustieren halten.

Christel Valeton, Didderse

Der Mensch nimmt sich zu viel raus

Zum selben Thema:

Mit Entsetzen habe ich den Artikel gelesen. Es wundert mich jedoch nicht, denn seit die Diskussionen über das Abschießen der Wölfe die Runde macht, war klar, dass das alleine schon für viele Wolfshasser der Startschuss zur Selbstjustiz ist. Es wird zwar davon gesprochen, dass Wölfe unter Naturschutz stehen, aber trotzdem wird über Abschüsse nachgedacht. Es ist leider immer wieder der Mensch, der sich das Recht herausnimmt, stetig in die Natur einzugreifen. Wen wundert es da, dass der Mensch bereits zahlreiche Tierarten ausgerottet hat. Anstatt sich über die Rückkehr der Wölfe, die bereits schon einmal vom Menschen ausgerottet wurden, zu freuen, wird jetzt bereits wieder über den Abschuss dieser Tiere lamentiert.
Es ist der Mensch, der den Tieren den Lebensraum nimmt. Wenn es keine vernünftigen Alternativen gibt, muss das Tier halt getötet werden. Wer hier wirklich der gefährliche Killer ist, kann sich jeder selbst beantworten. Ich erinnere hier auch an das Thema der Braunbären und seinerzeit an den Abschuss des Bären Bruno. Es gab keine Option. Er wurde einfach abgeschossen. Ich finde es einfach nur traurig, dass die Gattung „Mensch“ für sich alles in Anspruch nimmt, ohne Rücksicht auf Verluste, der Mensch einfach nicht in der Lage ist, mit offenem Herzen die Natur und deren Tiere Wert zu schätzen.

Angelika Ehrenberg, Salzgitter

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