Meine Herren!

Affenschwanz im Gesicht

Nach der Spinat-Lasagne einen kleinen Verdauungswalk einschieben? Gerne. Aber erst nachdem Zahnstocher und -seide zum Einsatz gekommen sind.

Jacqueline Carewicz

Neulich hatten wir diese Mario-Lars-Karikatur im Blatt: Ein Mann und eine Frau stehen sich gegenüber, nehmen ihre Corona-Masken ab und dann, wie aus einem Mund: „Bist du alt geworden!“ Tja, meine Herren, dereinst werden auch wir uns wiedersehen. Vollständig. Könnte schneller passieren, als Sie denken. Darauf sollten Sie vorbereitet sein. Mit den Augen herzlich lächeln und unter der Maske die Zunge rausstrecken, wenn Sie der Nachbarin begegnen? Das sollten Sie sich ganz schnell abgewöhnen. Nach der Spinat-Lasagne schnell noch mal einen kleinen Verdauungswalk einschieben? Gerne. Aber erst nachdem Zahnstocher und -seide zum Einsatz gekommen sind. Und wissen Sie noch, wo der Nasenhaartrimmer steckt, der seit anderthalb Jahren unbenutzt blieb? Apropos, wer weiß, was unter der Maske noch alles sprießt... Ich habe von einem bizarren Modetrend aus den USA gehört, der hierzulande schon einige Nachahmer gefunden haben soll. Nennt sich „Monkey Tail Beard“ zu Deutsch Affenschwanz-Bart. Stellen Sie sich einen Schnurrbart vor, der sich von der Oberlippe kommend einseitig um das Kinn schmiegt, um auf der anderen Seite als Backenbart zu einer Kotelette aufzuschließen – wie der geschwungene Schwanz eines Äffchens. Vermutlich eine Corona-Langeweile-Verzweiflungstat. Na, wie gesagt: Wir sehen uns...

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