Tischgespräche

Falafel für die Fastenzeit

„Niemand weiß, wer zuerst das Kichererbsenmus gewürzt, zu Bällchen gerollt und dann frittiert hat.“

Strahlend blickte mich kürzlich ein arabischer Bekannter an und erklärte voller Inbrunst: „Das schönste, was einer Kichererbse passieren kann, ist, ein Falafel zu werden.“ Kann sein. Ich persönlich behaupte dasselbe von Kichererbsen, die die Ehre hatten, Hummus zu werden. Ich probierte mein erstes Falafel/ meine erste Falafel (ja, kaum zu glauben, aber Falafel ist sowohl feminin als auch neutral) vor 20 Jahren auf der Expo 2000 in Hannover. Gemeinsam pilgerten wir Reporter-Kollegen zum jemenitischen Pavillon, wo unaufhörlich Falafel frittiert wurden. Sagenhaft lecker waren sie. Nun hatten die Herren und Damen im jemenitischen Pavillon so viel zu tun, dass sie nicht dazu kamen, die Geschichte des Falafels zu erzählen. Nur so viel: Niemand weiß, wer zuerst das Falafel erfunden hat, wer zuerst das Kichererbsenmus mit Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie, Meersalz, Kumin (Kreuzkümmel), Zimt, Koriandersaat und Nelken gewürzt, zu Bällchen gerollt und dann frittiert hat. Historiker glauben, dass Falafel aus Ägypten kommen und zur Fastenzeit gegessen wurden. Andere behaupten, sie kommen aus Palästina oder der Türkei. Oder Syrien. Egal. Es lebe der namenlos gebliebene Koch.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder