Tischgespräche

Spinat und Zimt

Allein wegen des Gewürzes im Namen sollte man glauben, Zimtziegen seien so etwas wie Weihnachtsgebäck.

Leser Rainer Defèr überlegt schon länger, was es mit den Zimtziegen auf sich hat. Allein wegen des Gewürzes im Namen sollte man glauben, Zimtziegen seien so etwas wie Weihnachtsgebäck. Wie wir aber alle vermutlich wissen, handelt es sich um erstklassiges Schimpfwort, das gegen Frau benutzt wird und dessen Gebrauch sogar justiziabel ist. Wenigstens die Zicke. Beim Zimt handelt es sich im Übrigen nicht um das exotische Gewürz, sondern um einen Begriff aus der, na, sagen wir Gaunersprache. Zimt bedeutete in zwielichtiger Gesellschaft „wertloses Zeug“ oder auch „Plunder“. Eine Zimtzicke ist mithin eine Frau, die wegen jeder nichtigen Kleinigkeit rumzickt. Im Übrigen sind Spinatwachteln keinen Wachteln im grünen Federkleid. Auch bei dieser Bezeichnung, die aus dem bayrischen raum stammt, setzt der Spinat die Bedeutung. Spinat leitet sich von „spinnert“ ab und soll eine alte, versponnen Frau bezeichnen. Alles ziemlich frauenfeindlich.

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