Erntedank gegen die Plastikwelt

Lehre  Lehre feiert das Erntedankfest erstmals auf dem Hof Rosenblatt.

Das waren klare Worte, die Pastor Jonas Stark am Sonntagvormittag den Gästen des ersten Erntedankfestes auf dem Hof Rosenblatt im Gottesdienst anbot. Es ging um den Umgang mit Lebendigkeit und um unsere Lebensmittel. Trotz teilweise strömenden Regens ließen es sich die Mitglieder der evangelischen Gemeinde Lehre und ihre Gäste nicht nehmen, das Fest zu Ehren der Gaben Gottes eben dort zu besuchen, wo „die von Gott gegebene Lebendigkeit der Erde und des Lebens“, um Starks Worte zu benutzen, spürbar ist: auf dem Bauernhof.

Elke und Michael Rosenblatt hatten sich viel Mühe gegeben, das Fest trotz des Wetters unvergesslich werden zu lassen. Ihr Anwesen ist ein typischer Bauernhof mit Wohnhaus, Scheune, Stallungen und anderen Nebengelassen. Dort, wo an diesem Sonntag verschiedene Stände aufgebaut waren, herrschte bis vor zwei Jahren noch tierisches Leben. Rosenblatts hatten Milchkühe. Das ist zwar vorbei, doch ein Bauernhof bleibt ein Bauernhof.

In dessen Mitte steht ein gewaltiger Baum. Dort wollten sie eigentlich Bänke und Tische sternförmig anordnen. Das Wetter zwang sie alle in die Scheune und unter die Vordächer der verschiedenen Gebäude.

Überall war der Hof mit Gaben der Erde geschmückt: Mais, Getreide, Sonnenblumen und so weiter. Aus der Scheune klang Blasmusik. Das Orchester der Gemeinde begleitete den Gottesdienst.

Drei Schwerpunkte hatte Starks Predigt: Die „Lebendigkeit der Erde“, die in der heutigen immer weiter versiegelten „Plastikwelt“ kaum noch wahrgenommen werde. Das Wort „Danke“, das so viel bedeute. „Das beliebteste Lob der Deutschen lautet: Da kann man nicht meckern“, sagte Stark und fragte: „Warum machen wir das mit der Sprache?“ Zuletzt warb er für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln, um gerade in der „Plastikwelt“ auch Zeit für sich zu finden.

Zeit nahmen sich die Menschen an diesem Sonntag reichlich, etwa für die Hochzeitsuppe oder für einen Besuch des Standes von Angelika Hasenpusch. Sie bot Herbstkränze feil.

Auch handgefertigte Taschen gab es – genäht aus Fahnen, die die Gemeinde Lehre vom Tag der Niedersachsen behalten hat. Der Mütterkreis 2.0 stellt diese her. Verkauft werden sie zugunsten des Sportvereins in Groß Brunsrode, dessen Vereinsheim von einem Feuer zerstört worden ist. Kinder durften spielen und reiten, die Erwachsenen genossen die Geselligkeit, zum Beispiel beim Auftritt der Mittelaltertanzgruppe.

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