Hang-Problem: Wendhausener fühlen sich nicht ernst genommen

Wendhausen.  Margit und Eric Schulze fordern zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung des Sportplatzhanges in Wendhausen. Die Anwohner sind ratlos.

Das Grundstück der Familie Schulze in der Straße Am Dettmersberg: Der Blick von der Grundstücksgrenze auf den Wendhausener Sportplatz verdeutlicht die Steilheit des Hanges an dieser Stelle.

Das Grundstück der Familie Schulze in der Straße Am Dettmersberg: Der Blick von der Grundstücksgrenze auf den Wendhausener Sportplatz verdeutlicht die Steilheit des Hanges an dieser Stelle.

Foto: Dirk Fochler / regios24

In der offensichtlichen Endlos-Geschichte um den Wendhausener Sportplatzhang wird nun ein weiteres Kapitel geschrieben. Dazu haben Margit und Eric Schulze als Anwohner nun den Weg in die Öffentlichkeit gewählt.

Das Grundsatzproblem – der südlich des Sportplatzes gelegene Hang ist abgängig – besteht seit mindestens 15 Jahren. In jüngerer Vergangenheit hat sich das Problem verschärft, insbesondere als ein starker Sturm im Jahr 2016 dort gleich mehrere große Bäume zum Umsturz brachte. Rasch wurden seinerzeit seitens der Gemeinde umgefallene Bäume entfernt und auch einige größere Exemplare, die den Sturm schadlos überstanden hatten, gefällt.

Beim Umsturz der Bäume wurden auch in einigen Fällen Wurzelteller mit aus dem Erdreich gerissen. So auch auf Höhe des Grundstücks der Schulzes, deren Grund und Boden bis zur Hangkante reicht. „Als die Wurzelteller aus der Erde gerissen wurden, sind große Löcher entstanden und Erdreich, auch von unserem Grundstück, ist nachgerutscht. Dadurch haben sich Hohlräume unter unserem, an der Grundstücksgrenze stehenden Gartenhaus gebildet“, berichtete Eric Schulze im Gespräch mit dieser Zeitung.

Im März des Jahres 2017 hat Eric Schulze dann den Hohlraum unter dem Gartenhaus verfüllt und Pflöcke, die ein erneutes Nachrutschen des Erdreiches verhindern sollten, gesetzt. Im vergangenen Jahr sind dann erneut Teile des Hanges abgerutscht, und inzwischen neigen sich auch die Zaunfundamente auf der Grundstücksgrenze in Richtung des Hanges.

Über all die Geschehnisse und die von ihnen vorgenommenen Maßnahmen haben Margit und Eric Schulze regelmäßig die Gemeinde Lehre informiert. Die Gemeinde ist Eigentümerin des Hanggeländes. „Zunächst gab es keine Reaktionen seitens der Gemeinde. Seit zwei Jahren stehen wir aber in Kontakt. Doch zu unserer Zufriedenheit gelöst ist das Problem bei weitem nicht“, erklärte Margit Schulze.

Inzwischen hat die Thematik Eingang in den politischen Diskussions- und Entscheidungsprozess gefunden. Es wurden Maßnahmen auf Grundlage eines Gutachtens zur Standsicherheit des Hanges beschlossen und auch ausgeführt.

„Nur auf Höhe des ehemaligen Rathauses wurde etwas gemacht. Doch bei uns und unseren Nachbarn, die sich ebenso um ihr Grundstück sorgen, wurde nur ein umgestürzter Baum aus dem Hang gezogen. Das Entscheidende aber – die Löcher zu verfüllen und den Hang wirklich zu verfestigen – ist nicht passiert“, kritisierte Eric Schulze.

So befürchten die Schulzes und auch ihre Nachbarn, dass sich die Hangkante weiter in Richtung ihrer Häuser bewegt. „Der Hang ist in Teilen extrem steil, bei starken Regenfällen wird das Erdreich regelrecht weggespült“, betonte Eric Schulze.

Mitarbeiter der Gemeinde Lehre haben sich auch schon bei Familie Schulze die Situation angeschaut. „Eigentlich sollte der Gutachter auch zu uns kommen. Doch das blieb leider aus. Immerhin hat uns die Gemeinde dann das Gutachten zur Verfügung gestellt“, teilte Margit Schulze mit. Wegen der Schäden an Schulzes Zaunfundament wollte die Gemeinde Lehre eine entsprechende Versicherung in Anspruch nehmen. „Doch die Versicherung hat eine Kostenübernahme abgelehnt, weil sie auf den von uns vorgelegten Fotos keinen Schaden erkannt hat“, berichtete Margit Schulze.

Mittlerweile sind die Schulzes wirklich unzufrieden, ratlos und auch frustriert. „Wir fühlen uns nicht ernst genommen. Uns wurden schon mehrfach in Gespräch Maßnahmen angekündigt, doch Entscheidendes ist bisher nicht passiert“, stellte Eric Schulze enttäuscht fest.

Angekündigt hat die Verwaltung auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses, dass nun der Hangbewuchs – auch auf Höhe des Schulze-Grundstücks – im Oktober herunter geschnitten werden soll. Diese Maßnahme steht im Einklang mit der gutachterlichen Stellungnahme und soll die Verwurzelung und damit die Festigkeit des Hanges fördern.

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