Zahl der Invasiven Tiere nimmt im Kreis Gifhorn offenbar ab

Gifhorn.  Landkreis und Jägerschaft sehen erste Erfolge der Jagd- und Fangförderung.

Junges Nutria Mittelteich: Erstmal eine Pause für eine richtige Mahlzeit

Junges Nutria Mittelteich: Erstmal eine Pause für eine richtige Mahlzeit

Foto: Kirsten Wüchner, Braunschweig

Der Landkreis Gifhorn und die Kreisjägerschaft feiern erste positive Ergebnisse bei der Bekämpfung invasiver Arten. Als Beleg nennt Kreisjägermeister Karsten Lacü bei einer Pressekonferenz mit Landrat Andreas Ebel nach dem anfänglichen Anstieg ausgerechnet den jüngsten Rückgang der Fangzahlen: „Wir haben jetzt im Corona-Jahr nur 50 Prozent so viele Nutrias gefangen wie im Vorjahr.“ Bei den Waschbären sähe es ähnlich aus. Daraus schlussfolgert er: „Es gibt wohl schon weniger Tiere.“

Zu den Invasiven Arten zählen Nutria, Maderhunde und Waschbären, die nicht in Deutschland heimisch sind. Diese Tierarten könnten Krankheiten übertragen, Schäden anrichten und stellten eine Konkurrenz zu heimischen Tierarten dar, heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung. Deshalb gibt es eine Jagdförderung: Pro erlegtem Tier zahlt der Kreis den Jägerinnen und Jägern eine Prämie von sechs Euro. Insgesamt sind dafür 35.000 Euro eingeplant.

704 Waschbären und 3648 Nutrias erlegt

Die Jäger erlegten im Jagdjahr 2019/2020 704 Waschbären – knapp doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Zudem wurden 3648 Nutrias erlegt. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete der Landkreis bei dieser Art eine Steigerung von 36 Prozent. Eine Steigerung um 26 Prozent gab es bei den Maderhunden. Von ihnen erlegten sie 434 Tiere.

Nun also gingen also gingen die Jagdzahlen bei Nutrias und Waschbären zuletzt schon wieder zurück, was die Jäger als Zeichen des Erfolgs werten. Für ein endgültiges Resümee will Lacü aber erst das Jahresende abwarten: „Dann ist das Ende der Fangperiode.“ Das Problem sei: Von umliegen den Gebietseinheiten rückten neue Tiere nach. Deshalb sei es wichtig, dass sie in allen Landkreisen bekämpft werden. Ebel: „In den Niederlanden sind Nutrias in den Deichen schon lebensbedrohlich.“ Ernst-Dieter Meinecke, der Vorsitzende der Jägerschaft Gifhorn: „Andere Jägerschaften aus Niedersachsen fragen uns schon, wir wir das machen.“

Landkreis fördert Lehrgänge und Lebendfallen mit 50 Prozent

„Auch weiterhin muss der Schwerpunkt auf der Bejagung der invasiven Arten liegen. Der Landkreis wird daher auch in Zukunft durch gezielte Fördermaßnahmen die Jägerschaft Gifhorn unterstützen“, sagte Landrat Andreas Ebel. Dazu würden auch zukünftig Fallenlehrgänge durch den Landkreis mit 50 Prozent bezuschusst. „Das Interesse ist groß“, sagt Ebel. Bislang seien bereits 73 Jägerinnen und Jäger zur Fallenjagd qualifiziert worden. Darüber hinaus unterstütze der Kreis weiterhin die Anschaffung von geeigneten Lebendfallen ebenfalls mit 50 Prozent.

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