Braunschweig. Die Chance auf Polarlichter ist aktuell in Niedersachsen so hoch wie lange nicht. Doch der bedeckte Himmel macht sie zunichte. Wird das bald wieder anders?

Beinahe wöchentlich gibt es derzeit von irgendwoher in Deutschland Meldungen, dass wieder Polarlichter spektakulär am Abend- oder Nachthimmel tanzen. Im Harz und sogar in Bayern sind die Naturereignisse hin und wieder sichtbar. Erst am Freitagabend waren an der Ostsee bunte Farbenspiele zu sehen. Bei uns in der Region Braunschweig allerdings ist seit Langem der Blick in den Himmel für solche Sichtungen quasi zwecklos: Grau und bedeckt ist er seit Tagen. Statt bunten Lichtern hält er nachts für Südostniedersachsen meist nur weißen Schneefall bereit. Wann könnte das wieder anders werden?

In der Region Zwickau in Sachsen waren am 5. November diese Polarlichter zu sehen.
In der Region Zwickau in Sachsen waren am 5. November diese Polarlichter zu sehen. © dpa | EHL Media

Ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes macht zumindest für diese Woche keine große Hoffnung. Für die Nacht zu Montag prognostiziert er statt freier Sicht ein paar Schneekrümel, für die Nacht zu Dienstag sogar großflächigen Schnee für unsere Region. Er spricht auch mit Blick auf das Flachland von bis zu fünf Zentimetern Neuschnee, die fallen könnten. „Hinzukommt die Wahrscheinlichkeit von gefrierendem Regen. Am Dienstag gilt also Vorsicht“, warnt er. Auch an den folgenden Tagen wird es keine sternklare Nacht in unserer Region geben. „Es kann zwar sein, dass sich zwischendurch das Wolkenband kurz einmal lüftet, doch lang wird dieser Zeitraum nicht sein.“

KP-Wert in der Nacht zu Dienstag recht hoch

Ausgerechnet in der Nacht zu Dienstag ist der KP-Wert, der die geomagnetischen Bedingungen für das Polarlicht angibt, wieder relativ hoch. Die Prognose liegt aktuell zwischen 21 und 3 Uhr bei 5. Neun Stufen hat der KP-Wert, die Aktivität ist dann also überdurchschnittlich und mit Glück zu sehen. Wer also eine wolkenfreie Zone im Norden Deutschlands erwischt, könnte Glück haben. Doch falls nicht: Noch bis 2025 nimmt die Zahl der Sonneneruptionen zu, die laut Experten in diesem Zyklus stärker sind als ursprünglich gedacht, zu. Und bis dahin auch die Chance der Polarlicht-Sichtungen.