Braunschweig. Evren Songürer ist bekannt als DJ Evolution, dabei ist er nicht bloß DJ, sondern auch Musikmanager, Café-Inhaber und Lokalpatriot.

Wer in Braunschweig regelmäßig feiern geht, wird schon zu seinen Beats getanzt haben: Evren Songürer, besser bekannt als DJ Evolution. Songürer, genannt Evo, legt seit über 15 Jahren in den Braunschweiger Clubs auf. Doch bloß als DJ will er nicht gesehen werden. „Ich versuche, das Nachtleben mitzugestalten“, sagt er im Braunschweig-Podcast „Yes BS“. Songürer ist aktuell Mitbetreiber beim Club „Eule/XO“, dem Publikumsmagnet an der Braunschweiger Partymeile. Zuvor gestaltete er auch das „Pfau“ mit und das „XO“, als es noch ein eigenständiger Club in der Südstraße und später in der Steinstraße war.

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Trotzdem: Mit dem Platten auflegen hat bei Songürer alles begonnen. Oder besser damit, dass er in Braunschweigs Klubs nicht reinkam. „Ich habe dann einem Freund, der DJ war, die Plattentaschen getragen, um ins Jolly Joker reinzukommen“, erinnert er sich. Später legte er selbst auf. Ein kleiner Neben-Dancefloor im „Joker“ wurde für ihn und andere dem Hip-Hop verschriebenen DJs zur Heimat. „Das war damals die Schmuddelecke, weil Hip-Hop noch nicht so massentauglich war“, sagt er.

Inzwischen dominiert das Genre den Mainstream und mit seinem Aufstieg ging auch die Karriere von Songürer als DJ voran. Immer wieder probierten befreundete DJs aus Berlin ihn aus seiner Heimatstadt in die Hauptstadt wegzulocken. „Aber ich liebe Braunschweig, ich erzähle jedem, dass ich von hier bin“, sagt er. Anders als in den Großstädten sei er in der Löwenstadt nicht bloß „der DJ“ gewesen, sondern habe die Möglichkeit gehabt, das Nachtleben mitzugestalten. „Das gibt es so nicht überall“, sagt Songürer.

DJ Evolution beim Okerinsel-Festival 2022
DJ Evolution beim Okerinsel-Festival 2022 © Braunschweiger Zeitung | Bernward Comes

Evren Songürer betreibt das „Kaffeehaus“ am Cyriaksring

Inzwischen legt Songürer seit 15 Jahren auf, ist in fast jeder deutschen Stadt aufgetreten. Auch in England, Kroatien oder Frankreich war er schon unterwegs. In England überraschte ihn einst die Sperrstunde. „Plötzlich gingen die Lichter an und alle anderen DJs haben zusammengepackt und die Party war vorbei“, erinnert er sich. Das Auflegen als DJ soll bei Songürer zunehmend in den Hintergrund rücken. „Ich will nicht mit 50 Jahren der alte Typ sein, der die jungen Leute auf der Tanzfläche nicht mehr versteht.“ Stattdessen will er mehr im Hintergrund arbeiten, sei es im Klub oder als Musikmanager. Aktuell lenkt er die Geschicke dreier Nachwuchskünstlerinnen und -künstler, unter anderem die Sängerin Ona, die einen ersten kleineren Hit landete. „Die Musikindustrie ist für mich ein ganz neues, spannendes Feld“, sagt er. Dabei produzierte er bereits auch eigene Songs. Auf dem Song „On Fire“ ist Nico Santos zu hören. Mit dem heutigen Chart-Stürmer arbeitete Songürer zusammen, nachdem er ihn im Internet entdeckte und bevor dieser zum Radio-Sänger wurde.

Für Braunschweigs Weltkonzern New Yorker durfte Songürer schon Musik kuratieren und war mehrere Jahre für die Musik in den New-Yorker-Filialen verantwortlich. „Das war schon cool zu wissen, dass meine Playlist von Braunschweig bis Dubai weltweit zu hören ist“, sagt er.

Doch auch neben der Musik ist der Freiberufler umtriebig und eröffnete in der Pandemie mit seiner Schwester und seinem Schwager das „Kaffeehaus“ am Cyriaksring. Eine einfache Rechnung: „Mir war aufgefallen, dass es in der Ecke weit und breit kein Café gab“, sagt Songürer. Das Café ist sein Dreh- und Angelpunkt. „Da ist immer was los, Freunde kommen vorbei, Familie kommt vorbei und es gibt immer guten Kaffee“.

Wie sich die Braunschweiger Partyszene aus Songürer Sicht verändert hat, welche Momente im Nachtleben er nie vergessen wird und welches Musikalbum ihn zum Hip-Hop-Fan werden ließ, erfahren Sie im Podcast „Yes BS“. Jetzt in der BZ-E-Paper-App, auf Spotify und Apple Podcasts.