Stadtplanung

Braunschweig: Grundschulen platzen aus allen Nähten

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Die Schülerzahlen in der Weststadt sollen laut Prognose weiter steigen – doch schon jetzt sind die bestehenden Grundschulen mehr als ausgelastet. (Symbolfoto)

Die Schülerzahlen in der Weststadt sollen laut Prognose weiter steigen – doch schon jetzt sind die bestehenden Grundschulen mehr als ausgelastet. (Symbolfoto)

Foto: Sebastian Gollnow / picture alliance/dpa

Braunschweig.  In der Weststadt gibt es drei Grundschulen – sie sind alle voll. Die Stadt will deshalb eine weitere Grundschule bauen. Aber wo?

Drei Grundschulen gibt es derzeit in der Weststadt: die Grundschulen Altmühlstraße, Rheinring und Ilmenaustraße. Alle drei Schulen sind mehr als ausgelastet, und für die Zukunft wird mit weiterhin steigenden Schülerzahlen gerechnet. Die Stadt Braunschweig plant deshalb den Neubau einer zusätzlichen Grundschule in der Weststadt samt Sporthalle.

„Die vorhandenen Schulen platzen aus allen Nähten. Wir brauchen dringend eine vierte Grundschule, um die Bedarfslücke schließen zu können“, verdeutlichte Personal- und Ordnungsdezernent Tobias Pollmann in der letzten Sitzung des Schulausschusses. In der Vorlage der Verwaltung für den Ausschuss heißt es: „Der Bau einer neuen Grundschule, die die drei bestehenden Schulen entlastet, ist aus schulfachlicher Sicht zwingend erforderlich.“

In den letzten Jahren sind die Schülerzahlen an den Grundschulen in der Weststadt gestiegen: Die Grundschule Altmühlstraße hat ihre 4-Zügigkeit (das heißt: vier Klassen pro Jahrgang) bereits überschritten. Mit Zustimmung des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung hat die Schule Kinder aus dem Schulbezirk der Grundschule Ilmenaustraße aufgenommen. Theoretisch wäre in der Altmühlstraße auch Platz, um die Schule dauerhaft 5-zügig auszubauen, das ist aber laut Schulorganisationsverordnung nicht zulässig.

Künftig fehlen mindestens acht Unterrichtsräume

Die Grundschule Ilmenaustraße hat keinen Platz für weitere Klassen. Und an der Grundschule Rheinring werden bereits seit mehren Jahren zwei Container und ein weiterer Raum als Unterrichtsräume genutzt. „Die Schule soll später wieder 2-zügig geführt werden“, heißt es nun in der Vorlage. Künftig, so steht es dort, würden in der Weststadt mindestens acht allgemeine Unterrichtsräume fehlen – dies entspricht einer 2-zügigen Grundschule.

Als Standort hat die Stadt ein Grundstück in der Ludwig-Winter-Straße ins Spiel gebracht, das sich bereits in städtischem Eigentum befindet. Planungsrechtlich sowie von der Lage und Größe her sei das Grundstück geeignet. „Derzeit findet eine verwaltungsinterne Abstimmung über den genauen Standort statt, da es in unmittelbarer Nachbarschaft andere Nutzungen (Festplatz, Parkplatz) gibt und das zu beplanende Grundstück zum Teil mit Bäumen bewachsen ist“, so die Vorlage.

Die Verwaltung will bis Anfang kommenden Jahres ein Raumprogramm erarbeiten und dieses den Gremien vorstellen. Dann soll auch der genaue Standort der Schule bekanntgegeben werden.

Geplant ist der Bau einer 2-zügigen Ganztagsgrundschule sowie einer 1-Fach-Sporthalle für den Sportunterricht. Annegret Ihbe (SPD) hinterfragte im Schulausschuss, ob die Schule nicht gleich etwas größer geplant werden sollte – um zu vermeiden, dass sie rasch wieder zu klein wird. „Eventuell wäre eine 3-Zügigkeit besser, zumindest aber sollten Möglichkeiten zur Erweiterung eingeplant werden, damit nicht später ständig wieder angebaut werden muss“, so Ihbe. Sie spielte auf Lamme an, wo die neu gebaute Grundschule mehrfach erweitert werden musste.

Auch im Westlichen Ringgebiet entsteht eine neue Grundschule

Michael Eberle vom Fachbereich Schule verwies darauf, dass die Stadt zum „wirtschaftlichen Handeln“ verpflichtet sei: „Wir können nicht über Bedarf hinaus planen.“ Denkbar seien aber flexible Module, dazu sollte das Raumprogramm abgewartet werden.

Bianca Braunschweig (BIBS) wollte wissen, ob die neue Schule Einfluss haben werde auf die angrenzenden Schulbezirke, insbesondere die Bezirke der Grundschulen Hohestieg und Gartenstadt. Eberle antwortete, es gebe derzeit keinen Plan, die Schulbezirke dieser beiden Schulen zu ändern. Er verwies aber auf die Grundschule, die im Westlichen Ringgebiet neu gebaut wird: Am Wedderkopsweg entsteht eine zweizügige Ganztagsgrundschule für bis zu 200 Kinder. Die Fertigstellung ist für Sommer 2024 anvisiert. Der Bau dieser Schule ist nötig, da aufgrund der örtlichen Baugebiete mit stark steigenden Schülerzahlen im Westlichen Ringgebiet gerechnet wird. „Diese neue Schule kann zu Veränderungen des Schulbezirks Hohestieg führen“, so Eberle.

Haushaltsmittel für die Planung und den Bau der Grundschule samt Sporthalle in der Weststadt sind bereits im Haushaltsplanentwurf vorgesehen, über den der Rat voraussichtlich im März kommenden Jahres entscheiden wird.

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